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Einblicke in 1 Jahr Bundesvorstandsarbeit

Katharina Hauer, Beisitzerin im Bundesvorstand

Katharina Hauer, Beisitzerin im Bundesvorstand

SPUNK: Hallo Katha. Magst Du Dich mal kurz vorstellen?

Katha: Hallo, ich bin die Katharina und lebe in Karlsruhe. Ich bin seit dem Bundeskongress im Hebst 2013 Beisitzerin im Bundesvorstand der GRÜNEN JUGEND. Davor war ich in anderen Gremien in der GRÜNEN JUGEND aktiv, so habe ich zum Beispiel das Fachforum Queer koordiniert und war im Frauen- und Genderrat. Abseits meiner Aktivität für die GRÜNE JUGEND habe ich Maschinenbau studiert und arbeite nun seit gut einem Jahr in diesem Bereich.

SPUNK: Was war denn deine Motivation dafür, dich für den Bundesvorstand zu bewerben?

Katha: Ich war bereits seit Jahren in der GRÜNEN JUGEND aktiv und hatte das Gefühl dort viel gelernt zu haben. Einerseits wollte ich den Verband noch aktiver mitgestalten als ich das in der Vergangenheit getan hatte, andererseits wollte ich etwas von dem zurückgeben, was dieser Verband mir gegeben hat.

SPUNK: Du bist eine Beisitzerin im Bundesvorstand. Kannst du erklären was dabei so deine Aufgaben waren?

Katha: Beisitzer*innen haben keine fest definierten Aufgaben wie es zum Beispiel bei den Sprecher*innen oder der Schatzmeister*in der Fall ist. Man kann sich also Aufgaben aussuchen, die einen am meisten interssieren.

SPUNK: Mit welchen Themen hast du dich schwerpunktmäßig auseinandergesetzt?

Katha: Ich bin für die GJ im Blockupy-Bündnis aktiv und vertrete sie dort im Koordinierungskreis. Und ich habe mich während der Fußballweltmeisterschaft der Herren in Brasilien mit den Frage „Was kostet die WM?“ beschäftigt. Dazu haben wir die Webseite waskostetdiewm.de eingerichtet, auf welcher unter anderem der Ausstoß von Kohlenstoffdioxid und die Zwangsumsiedelungen pro gefallenes Tor während der WM live berechnet wurden. Außerdem bereite ich den Tunesien-Austausch der GJ vor. Diesen Austausch gibt es nun zum zweiten Mal und er hat das Ziel, feministische Aktivist*innen zu vernetzen. Dort war viel organisatiorische Vorarbeit zu erledigen bevor das Prep-Team gewählt wurde, welches für die inhaltliche Planung verantwortlich ist. Diese organisatorische Arbeit habe ich zusammen mit Judith, die in der Bundesgeschäftsstelle arbeitet, gemacht. Dazu gehörte den Projektantrag zu schreiben, sich um öffentliche Fördermittel zu bewerben und ähnliches.

Weiterhin gibt es viele kleine Aufgaben. Zum Beispiel ist auf der Webseite der GJ ein Kontaktformular, in das Menschen Fragen stellen können die sie zur GJ haben. Auf diese Fragen sollte ja auch irgendwer antworten. Diese Aufgabe haben wir uns im Bundesvorstand zu dritt aufgeteilt. Es kam zum Beispiel mal die Frage, warum die GJ nichts dagegen unternimmt, dass jedes Jahr zahlreiche Bäume gefällt werden, nur um als Weihnachtsbaum verwendet zu werden. Auf solche Fragen schreibe ich dann eine Antwort.

SPUNK: Ich habe gehört, dass Bundesvorstandsmitglieder an vielen GRÜNE JUGEND-Veranstaltungen teilnehmen. An welchen hast du denn so teilgenommen?

Katha: Natürlich an Landesmitgliederversammlungen und Bundeskongressen und Seminaren, so wie das viele andere aktive Mitglieder auch tun. Zusätzlich habe ich Sitzungen anderer GJ Gremien z.B. des Bildungsbeirates und des Frauen- und Genderrates besucht. Außerdem ist jedes Bundesvorstandsmitglied zuständig für zwei, drei Landesverbändem, um das es sich kümmert. Von diesen Landesverbänden besuche ich ab und zu Landesvorstandsitzungen und Landesmitgliederversammlungen, Sommercamps oder ähnliches. Zusätzlich gibt es ungefähr alle 4 bis 6 Wochen Sitzungen des Bundesvorstandes, zu denen wir uns treffen.

SPUNK: Was bedeutet denn das „zuständig sein“ für einen Landesverband?

Katha: Wir sind Ansprechpartnerin für den Landesverband. Wenn es also zum Beispiel Probleme oder Fragen gibt, dann können die sich an uns wenden bevor das Problem größer wird. Wir versuchen die Landesverbände so nah wie möglich und nötig zu begleiten um eventuell auftauchende Schwierigkeiten zu erkennen, bevor sie zum Problem werden. Außerdem haben wir Erfahrungen aus anderen Landesverbänden, die unter Umständen vor dem gleichen Problem schon einmal standen und können dann helfen, ohne das Rad jedes mal neu zu erfinden.

SPUNK: Wie organisiert der Bundesvorstand seine Arbeit und trifft Absprachen?

Katha: Die Sitzungen des Bundesvorstandes gehen meistens über ein Wochenende, zweimal im Jahr sind sie etwas länger. Dazwischen gibt es wöchtentlich Telefonkonferenzen und wir schreiben täglich E-Mails untereinander. Außerdem verwenden wir Textbegrünung-Pads um kollaborativ Texte zu bearbeiten.

SPUNK: Kannst du beschreiben, wie sich die Arbeit im Bundesvorstand von der im Frauen*- und Genderrat oder der Fachforen-Koordination unterscheidet?

Katha: Die Struktur der Arbeit ist sehr ähnlich weil man sich über eine Mailingliste, über E-Mails und über Pads organisiert. Ich finde, dass die Arbeit im Bundesvorstand konstanter ist als in anderen Gremien. In Fachforen gibt es zum Teil Wochen in denen nicht viel passiert, im Bundesvorstand hat man jede Woche etwas zu tun.

SPUNK: Du hast bereits erwähnt, dass du beim Bundeskongress nicht nochmal für den Bundesvorstand kandidieren möchtest. Warum hast du diese Entscheidung getroffen?

Katha: Vor ungefähr einem halben Jahr habe ich eine neue Arbeitsstelle angenommen. Mein Arbeitgeber unterstützt mich zwar beim GJ-Engagement und gibt mir alle Freiheiten um mich hier einzubringen, wie ich möchte. Die GJ-Arbeit war mir immer sehr wichtig und ich habe versucht sie immer so gut wie möglich mit meinem Beruf zu verbinden, was oft auch funktioniert hat, aber auf Dauer ganz schön anstrengend ist. Jetzt möchte ich etwas mehr Zeit in meine berufliche Arbeit stecken und mich am Wochenende auch mal öfter ausruhen können und einen Roman zu Hause lesen, nicht im Zug.

SPUNK: Für alle Leser*innen, die sich jetzt überlegen für den Bundesvorstand zu kandidieren: Warum lohnt es sich, das zu tun?

Katha: Es ist eine wertvolle Erfahrung. Du kannst viel über dich lernen, über deine Arbeitsweise, über die Art wie man mit anderen Menschen umgeht. Und du kannst natürlich die Themen die dich besonders interessieren bearbeiten und dafür sorgen, dass diese gut vertreten werden.

SPUNK: Woran sollten unsere Leser*innen denken, bevor sie die Bewerbung abschicken?

Katha: Dass es auch Tage geben wird, an denen nicht alles Spaß macht, dass es manchmal sehr anstrengend ist und man sich die Frage stellt „Warum mache ich das alles eigentlich?“. Für diese Tage sollte man sich gut merken, warum man es machen wollte. Und natürlich, dass es Zeit kostet. Man kann nicht alles was man vorher gemacht hat, fortführen und die BuVo-Arbeit einfach noch oben drauf packen. Das funktioniert auf Dauer nicht.

SPUNK: Damit hast du alle meine Fragen beantwortet. Ich bedanke mich für das Gespräch und wünsche dir noch einen schönen Abend.

Katha: Macht’s gut, und danke für den Fisch.

(Das Interview führte Florian Wilhelm)

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