Monate: November 2014

Politcal (In)Correctness & die Unterhaltungsmedien

von

„Jede Minderheit hat ein Recht auf Diskriminierung!“ – Mit diesen Worten beschreibt Serdar Somuncu, der sich selbst in einem seiner Bühnen-Programme in gewohnt derber Manier „der Hassprediger“ nannte, wie er politische Diskurse ins Rollen bringt und für Streit mit aufklärerischer Wirkung zu sorgen versucht. Doch was bewirken Kabarett, Comedy, Musik und andere Formen der Unterhaltung, die die Normen der Political Correctness bewusst überschreiten, die gezielt mit Diskriminierung spielen, und die nicht bloß über einzelne Politiker*innen herziehen, sondern ohnehin schon stigmatisierte und diskriminierte gesellschaftliche Gruppen verhöhnen? Es ist auf den ersten Blick schwer vorstellbar, dass das aufklärerische Ideal, Menschen zu mehr Selbstreflexion, Toleranz und Offenheit zu motivieren, tatsächlich verwirklicht wird, auch wenn Menschen wie Serdar das mit ihrer Kunst verfolgen mögen. Miene hat für den SPUNK kürzlich einen Beitrag zu Political Correctness verfasst, in dem sie ziemlich rigoros gegen jegliche Form des politisch inkorrekten Regelbruchs streitet. Wenn man ihren Beitrag liest, ist es schwer vorstellbar, dass Regelbrüche, wie sie Menschen wie Serdar Somuncu quasi beruflich begehen, einen positiven Effekt haben können. Serdar, der u.a. in Schulen …

Contra GDL-Streik

von

Stefanie von den Jusos findet, dass es sich lohnt, für bessere Arbeitsbedingungen zu streiken. Sie möchte in der GDL-Debatte den Machtkampf der Spartengewerkschaft kritisieren. Die Solidarität der GDL mit dem „gesamten Zugpersonal“ wäre ihrer Meinung nach besser eingesetzt, wenn sie im Interesse der gesamten Beschäftigten ihre Kampfkraft gemeinsam in die Tarifauseinandersetzungen einbringen würde.

Pro GDL-Streik

von

Statt gegen die GdL zu hetzen, sollte Solidarität bekundet werden, findet Clemens und statt über die Zugausfälle zu murren, sollte über die Hintergründe des Streiks aufgeklärt werden und statt ein baldiges Ende des Streiks herbeizuwünschen, sollte darauf gehofft werden, dass die Bahn bald nachgibt.
Er plädiert für mehr Akzeptanz für streikende Lokführer*innen und Zugbegleiter*innen.

Grenzenlose Solidarität! – statt Abschiebung von "Sozialtouristen"

von

Irgendwo in Europa. Eine Frau, alleinerziehend, ein Kind. Nahrung? Nur sporadisch. Kleidung? Wenn sie welche findet. Ihre Idee? Fliehen, nach Deutschland oder in ein anderes Land, wo sie sich und ihr Kind aus der Armut holen und ihrer beider Existenzen sicher kann. Nach mehreren Tagen – wenn nicht Wochen – der anstrengenden Reise, mit noch weniger Verpflegung als sonst, in schlechten Zwischenunterkünften – wenn überhaupt überdacht –, auf ihr Essen verzichtend, damit das Kind ausreichend bekommt, ist es geschafft: Sie sind in Deutschland, dem lang ersehnten Ziel. In dem Land, in dem sie sich nicht mehr um ihr Überleben sorgen müssen. Die Mutter stellt einen Antrag auf staatliche Hilfeleistungen. Sie kann selber nicht arbeiten, da sie zu Hause für ihr Kind sorgen muss. Sie können beide außerdem kein Deutsch, haben keine Verwandten oder Freunde in der Gegend, in der sie jetzt leben. Kindergeld wird der Frau gewährt, gewisse andere Leistungen auch. Aber Erwerbslosengeld oder irgendeine andere Form der Grundsicherung nicht. Doch so kann sie sich und ihr Kind nicht versorgen, oder juristisch gesprochen: Sie verfügt …

Arbeit im Autopilot

von

Ich mag technologischen Fortschritt. Er macht uns das Leben so viel einfacher, angenehmer, bequemer, unterhaltsamer, einfach besser. Er erlöst uns von körperlich schwerer Arbeit. „Das zerstört Arbeitsplätze“ sagen sie. Recht haben sie. Und das ist großartig. Technologischer Fortschritt ist nicht aufzuhalten, unabhängig von Wirtschaftssystem und Regierungsform, der Mensch strebt danach mehr zu wissen, mehr zu können, besser zu sein. Auch besser zu automatisieren. Selbstfahrende Autos sind keine Zukunftsvision, sie sind real. Sie fahren seit Jahren auf den Straßen Kaliforniens, die Küste hoch und runter, immer und immer wieder. „Aber das ist doch gefährlich!“ Nun, wie gefährlich sind Menschen am Steuer? Menschen sind furchtbar schlecht darin, Routinetätigkeiten auszuüben. Sie werden gelangweilt, müde, versinken in Gedanken, kramen im Handschuhfach, schreiben Kurznachrichten, kurz: Sie töten am Steuer. Es ist nicht so schwer, autonom fahrende Autos zu bauen die weniger Fehler machen als Menschen. Sie werden Fehler machen, natürlich. Fehlerfreie Technik gibt es nicht. Was zu einem guten Teil auch daran liegt, dass sie von Menschen gemacht wird. Und die werden gelangweilt, müde, versinken in Gedanken, … Ihr kennt …