Monate: Dezember 2014

Deutsche “Vergangenheitsbewältigung” und postnazistische Normalität

von

Vom 28. bis zum 30. November fand ein Seminar des Fachforums Nahost statt, welches einen Raum für eine intensive Beschäftigung mit dem Thema Vergangenheitspolitik in Bezug auf den Nationalsozialismus bieten sollte. Dabei sollte zunächst geklärt werden, was Aufarbeitung der Vergangenheit bedeutet und wie diese stattfinden kann. Außerdem sollte auf die Problematiken und postnazistische Kontinuitäten im deutschen Umgang mit der NS-Geschichte aufmerksam gemacht werden.

"Do They Know It’s Christmas?"

von

Schon wieder ein Jahr rum. Überall glitzert, leuchtet, blinkt und duftet es. Kein Wunder, dass da bei vielen „christliche“ Gefühle der Nächstenliebe aufkommen, da darf die obligatorsche vorweihnachtliche Spende – am besten „für Afrika“ – natürlich nicht fehlen. Band Aid ist ein Projekt, das 1984 unter anderem von Bob Geldof gestartet wurde und verschiedene Promis mit ins Boot holte, um musikalisch irgendwas „für Afrika“ zu tun. Zum 30. Jubiläum des 1984 veröffentlichen Songs „Do they know it’s Christmas?“ wurde dieses Jahr ein neuer Song im Rhamen von Band Aid veröffentlicht, und zwar gegen Ebola. Erstmals gab es dieses Jahr neben der englischsprachigen auch eine deutsche Version von Band Aid 30, welches vom Sänger und Songwriter der Toten Hosen Campino mitproduziert wurde. Beide Songs dienen als Beispiel dafür, wie Charity eben nicht laufen sollte. Vermutlich hätte das Lied von Band Aid 30 Deutschland ohne die scharfe Kritik auch deutlich weniger Aufmerksamkeit bekommen. Bei der Suche im Netz weht einem als erstes der riesige Shitstorm entgegen und Campinos Ausraster darüber im Radio ist fast bekannter als das …

Sonntagsarbeitsverbote sind reaktionär

von

Arbeit ist anstrengend. Die meisten Menschen haben lieber Freizeit als zu arbeiten, was der Hauptgrund dafür ist, dass Arbeit bezahlt wird. Da in unserem kapitalistischen System Menschen auf Geld angewiesen sind, ist es durchaus sinnvoll, den Unternehmen Schranken zu setzen, um die Arbeitnehmer*innen nicht noch mehr auszubeuten. Verpflichtende arbeitsfreie Tage sind daher grundsätzlich zu begrüßen. Nicht zu einer säkularen und modernen Gesellschaft, die wir als Grüne Jugend anstreben, passt es allerdings, allen Menschen an den selben Tagen die Arbeit zu verbieten. Der Sonntag ist von der christlichen Tradition als Feiertag vorgegeben. Um die Religionsfreiheit zu gewährleisten, ist es sicherlich richtig, den vielen Christ*innen in unserer Gesellschaft die Möglichkeit zu geben, sonntags frei zu haben. Genauso müssen aber auch Muslim*innen die Möglichkeit haben, freitags frei zu haben, und Juden*Jüdinnen am Samstag. Nicht-christliche Menschen werden hier also durch die kategorische Festlegung des Sonntags als Feiertag diskriminiert. Außerdem führt der arbeitsfreie Sonntag noch zu ganz anderen Problemen. Wer kinderlos und ungebunden, an seinem freien Tag spazieren gehen möchte oder diverse Freizeitangebote nutzen will, wird zwangsläufig damit konfrontiert, dass …

Freie Sonntage sind gut für das familiäre Zusammenleben

von

Das Bundesverwaltungsgericht schränkt die Sonntagsarbeit ein. Finde ich super! Natürlich denke ich mir als Studi auch: warum soll ich nicht auch sonntags arbeiten dürfen? Da hätte ich die meiste Zeit dafür. Aber genau das ist der Punkt. Warum hat man am Sonntag die meiste Ruhe? Genau, weil es kein allgemeiner Arbeitstag ist, sondern nur bestimmte Berufsgruppen arbeiten dürfen oder auch müssen. Wenn man die Idee von frei wählbaren freien Tagen statt gesetzlicher (meist dem christlichen Kirchenjahr entsprungener) Feiertage auf die Wochenarbeitstage überträgt, klingt das im ersten Moment durchaus nach einer charmanten Idee. Jede*r darf selbst entscheiden, wann sie*er ihren*seinen freien Tag in Anspruch nehmen möchte. Auf den zweiten Blick erscheint diese Idee aber auch meiner Vorstellung von freier Lebensgestaltung nicht mehr so zuträglich. Davon abgesehen, dass es keinen stichhaltigen Grund (mehr) gibt, warum es der Sonntag sein muss, scheint mir ein fester Tag aber gesellschaftlich sehr sinnvoll. Schon aus familienpolitischer Sicht ist ein gemeinsamer freier Tag ein sehr hohes Gut! Ein Tag, an dem alle Familienmitglieder – sei es die klassische, die Patchwork-, die Regenbogen- …