Monate: Februar 2016

Menschen protestieren vor dem Brandenburger Tor gegen TTIP.
TTIP und CETA: Der Widerstand wächst! - von Mehr Demokratie - CC BY-NC 2.0

Die Auseinandersetzungen um TTIP und CETA gehen weiter

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Manche gehen davon aus, dass die Verhandlungen noch dieses Jahr abgeschlossen werden können, was jedoch vom politischen Druck und dem Willen der Verhandlungspartner an gegenseitigen Zugeständnissen abhängt. Inhaltlich sind die Verhandlungen immer noch sehr schwierig. Besonders umstritten ist die regulatorische Kooperation, da die Regelungslogiken weit auseinander liegen, und das Investor*innenstaatsklagemechanismus – kurz ISDS. Über die ISDS wird kommende Woche wieder verhandelt.

fight sexismus - von Metro Centric - CC BY 2.0

Übergriffigkeit ist niemals Kunst

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Man möchte ja fast annehmen, es handele sich um sehr schlechte Satire, wenn eine Person, die dafür eintritt, Vergewaltigung zu legalisieren, aufgrund von Sicherheitsbedenken eine Veranstaltung absagt, im Rahmen derer eine Vernetzung unter Gleichgesinnten erfolgen sollte. Es handelt sich jedoch nicht um besagte schlechte Satire sondern um genau das, was im Falle des Pick-Up-“Artists“ (dieser Begriff – wörtlich übersetzt: Aufreißkünstler – steht hier bewusst in Anführungsstrichen, da nicht der Anschein erweckt werden soll, beim Aufruf zu Straftaten würde es sich um eine Kunst handeln) Daryush „Roosh“ Valizadeh vorgefallen ist. Die Szene der sogenannten Pick-Up-“Artists“ hat ihren Ursprung in den USA und versteht sich selbst als Männerrechtsbewegung, die gegen Emanzipation eintritt. Von ihren Akteuren werden unter anderem Seminare veranstaltet, auf denen andere Männer lernen, wie sie Frauen auch entgegen ihres Abwehrverhaltens „abschleppen“ und „flachlegen“ können. Schon hier sollten sämtliche Alarmglocken schrillen. Tun sie das nicht: Weitere Hintergründe zu besagtem geplanten und dann abgesagten Treffen und dem Menschen dahinter. Valizadeh führt einen Blog namens „Return of Kings“. Auf diesem rief er für den 6. Februar zu 165 …

Korenaren - von jankie - CC BY-NC-ND 2.0

Landgrabbing – Es geht um mehr als nur um Boden

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Ausländische Konzerne pachten riesige Agrarflächen, zerstören damit die Existenzgrundlage vieler Millionen Kleinbauern, während nationale wie internationale Regierungen wohlwollend zusehen – wie kann das sein? „Du bist, was du isst.“ – Was aber, wenn die verfügbare Nahrung nicht zum Überleben und schon gar nicht zu einem menschenwürdigen Sein reicht? 95 Millionen Menschen leiden derzeit weltweit unter Hunger – 98 % davon leben in Ländern des Globalen Südens; in Afrika haben sie dabei mit 20% den höchsten Anteil an der Bevölkerung. Hunger stellt zudem das größte Gesundheitsrisiko dar – größer als das von Aids, Malaria und Tuberkulose zusammen. Gerade in den Ländern, die am meisten vom Hunger betroffen sind, haben oft ausländische Firmen gigantische Agrarflächen gepachtet – angeblich zum Bekämpfen des Welthungers, für die Produktion von Exportgütern, sogenannten Cash Crops (Kaffee, Kakao, Bananen etc.), zum Sichern der Ernährung durch den Anbau von Grundnahrungsmitteln oder zur Herstellung von Agrarbiosprit in investierenden Ländern wie den USA und den Industriestaaten Europas und der Golfregion. Betroffen sind vor allem Länder, deren Ernährungssituation laut der FAO (Food and Agricultural Organization, Teilorganisation der …

Weltwärts – Kritischer Blick auf ein Projekt

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Wir wollen doch nur helfen. Das war auch Aussage vieler Mitfreiwilliger auf meinem Seminar, bevor ich für ein Jahr nach Tansania ging. Doch können „weltwärts“ Freiwillige „helfen“? Oder stehen sie meist bloß sinnlos im Weg herum, um danach ihren Lebenslauf aufzuhübschen? Doch was ist überhaupt dieses „weltwärts“? Das Programm wurde 2007 vom Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ins Leben gerufen, um jungen Deutschen die Möglichkeit zu geben, einen 6-24 monatigen, sogenannten „entwicklungspolitischen Freiwilligendienst“ zu leisten. Seither reisen jährlich 3500 junge Deutsche, 97% davon Abiturient*innen, in Länder des Globalen Südens. Auch in der Ukraine oder Belarus kann man einen solchen Dienst leisten, die beliebtesten Länder sind jedoch Brasilien, Peru, Indien, Südafrika und Tansania. Geplant sind 10 000 Freiwilligenplätze jährlich, für die momentan 70 Millionen Euro im Jahr zur Verfügung gestellt werden. Die deutschen Entsendeorganisationen, welche monatlich 580€ vom BMZ pro Freiwilligem bekommen, arbeiten mit lokalen Organisationen in den Partnerländern zusammen. Kost, Logis, der Flug, die Versicherung sowie ein Taschengeld von 100€ monatlich wird den Freiwilligen aus Steuermitteln finanziert. Diese werden gebeten, einen Spenderkreis für ihren …