Monate: November 2016

Für ein gerechtes Ausbildungssystem: Novellierung des Berufsbildungsgesetzes jetzt!

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Ausbildung oder Studium? Freiwilligendienst oder Auslandsjahr? Erst mal jobben? Jährlich stehen Tausende Jugendliche nach dem Schulabschluss vor der Entscheidung, welcher Beruf für sie in Frage kommt. Dabei spielen Aspekte wie Berufsaussichten, Verfügbarkeit an Ausbildungsplätzen, Qualität der Lehre, Arbeitsklima und Wertschätzung eine wichtige Rolle. Laut aktuellem Ausbildungsreport1 der DGB-Jugend waren 71,7 Prozent der Auszubildenden mit ihrer Ausbildung zufrieden. Es ist jedoch notwendig auch die restlichen Auszubildenden zu betrachten. Die betriebliche Ausbildung darf politisch nicht vernachlässigt und muss auch von uns GRÜNEN stärker beachtet werden. Mangelnde Mitbestimmung, Stress, unbezahlte Überstunden, fehlende oder zu geringe Ausbildungsvergütung, kein kostengünstiges Azubi-Ticket – die Liste der Mängel während der Ausbildung ist lang. Der heute veröffentlichte Ausbildungsreport der DGB-Jugend NRW ist alarmierend. Demnach fühlt sich jede*r zweite Auszubildende überlastet.2 Eine Ausbildung muss für alle Jugendlichen möglich sein, darf nicht zur finanziellen oder psychischen Zerreißprobe werden und muss sowohl während der Ausbildung als auch im Anschluss ein würdevolles Leben und gute Arbeit ermöglichen. Bei der letzten Bundesdelegiertenkonferenz in Münster haben wir als GRÜNE einen Beschluss zu unseren Forderungen an die duale Ausbildung gefasst. …

Moving Bridges

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29.11 Der letzte Tag unseres Austauschs war der 29.11. Müde, aber immer noch motiviert, wurde das Seminar gemeinsam evaluiert. Alle hatten viel gelernt und Freund*innenschaften hatten sich entwickelt. Ein wenig Aufregung brachten dabei noch Streikankündigungen für Teilnehmer*innen, die zurück nach Deutschland mussten. Nachdem allen geregelt war, gab es einen sehr langen Abschied.  Am Abend ging es dann für eine Nacht zurück nach Belgrad. Auf das die Freund*innenschaften erhalten bleiben und dass das Seminar einen langfristigen Eindruck hinterlassen hat! The last day of our exchange was the 29th of November. Tired, but still fully motivated, the seminar was evaluated together. Everyone learned quite a lot and friendships developed. A little bit excitement for the German participants was caused by strike announcement. After everything was solved a long „Good bye“ took place. In the evening the participants went to Belgrade for a last night. To the friendships to be continued and the long lasting impression of the seminar! 28.11 An unserem vorletztem Tag haben wir eine Vortrag über die aktuelle Flüchtlingssituation in Serbien gehört von der NGO …

VNX2QDGS0J - von Ibrahim Boran - CC0

Damit die nächsten Panama Papers ans Licht kommen: Ein Whistleblowerschutz für ganz Europa!

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Keine Demokratie ist perfekt. Es wäre die falsche Lehre aus den Panama Papers, dass man unethisches Verhalten komplett verhindern könnte. Der Wert unserer Demokratie misst sich vielmehr daran, wie wir mit den Menschen umgehen, die unangenehme Wahrheiten aussprechen, die Skandale ans Licht bringen, damit wir Fehler im System korrigieren können. Deshalb hat die Fraktion der Grünen/EFA im Europaparlament eine Richtlinie zum Schutz von Whistleblower*innen vorgelegt. So richtig überrascht war niemand, als ein internationales Bündnis investigativer Journalist*innen die Panama Papers ans Licht brachte: Steuervermeidung und Briefkastenfirmen sind kein neues Phänomen und der Skandal um die Anwaltskanzlei Mossack Fonseca zeigt nur die Spitze des Eisbergs – wer weiß, wie viele andere Firmen mit identischem Geschäftsmodell Milliardenschäden für die öffentliche Hand produzieren. Dennoch sind Enthüllungen wie die Panama Papers ein enorm wichtiges öffentliches Korrektiv. Sie erzeugen Druck für politische Reformen, um Steuervermeidung endlich wirkungsvoll zu bekämpfen. Das haben bereits die LuxLeaks vor einigen Jahren bewiesen, die dazu beigetragen haben, dass die Steuererleichterungen für Firmen wie Starbucks von der Europäischen Kommission als illegale Staatsbeihilfen eingestuft wurden. Starbucks allein musste …

Politisch bleiben!

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Nun ist also das geschehen, was viele sich nicht ausmalen wollten, aber nach dem Brexit-Votum zumindest dunkel als Option wahrgenommen haben. Donald Trump hat die Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten von Amerika gewonnen und hat damit bewiesen, dass es möglich ist mit den offensichtlichsten Lügen, mit Beschimpfungen, mit übelstem Rassismus und Sexismus, ja schlichtweg menschenverachtenden Positionen, die Wahlen eines westlichen Staates zu gewinnen. Beim ungläubigen Staunen sollten wir jedoch nicht stehen bleiben – allerdings auch nicht unseren spontanen reflexartigen Reaktionen nachgeben. Zu leicht wäre es Trump als den dummen, dumpfen, kulturlosen Amerikaner darzustellen, als Personifikation einer antiamerikanischen Karikatur. Ressentiments haben noch niemanden weitergebracht und so ist es auch jetzt. Zu oft hat eine Öffentlichkeit, auch wenn sie sich als kritisch verstanden hat, antiamerikanische Ressentiments bedient. Das dürfen wir jetzt nicht zu lassen und damit sollten wir nicht argumentieren. Außerdem stehen auch in Europa entscheidende Wahlen an. Mit einem Bundespräsidenten Hofer in Österreich und einer Präsidentin Le Pen wäre diese nationalistische Internationale komplettiert. Deshalb betrifft das, was in den USA geschieht auch uns. Es gibt also …

Wand mit Graffitti "Gender: Queer"
Gender Queer - von Charles Hutchins - CC BY 2.0

Lasst uns den Mund aufmachen und hört gefälligst zu! – Über die Sichtbarkeit von Transpersonen im deutschsprachigen Raum

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Es gab eine Zeit, in der mir andere Transpersonen lediglich aus dem Internet und reißerischen, sensationsgeilen RTL II-Dokus bekannt waren, die klassischerweise durchweg falsche Pronomen benutzten und die Protagonist*innen mit ihren alten Namen bezeichneten. Die einzige Prominente, die ich zufällig durch die Bravo (das mit dem famosen Dr. Sommer) kennenlernte, war Kim Petras, die damals Schlagzeilen als erste Minderjährige machte, die eine Erlaubnis für eine Geschlechtsangleichung bekam. Außerdem hatte Petras bereits vor ihrer Pubertät Hormonblocker erhalten, weswegen sie niemals eine von Testosteron dominierte Pubertät durchlief. Durch den ausbleibenden Stimmbruch erhielt Kim sich eine verhältnismäßig hohe Stimme im Gegensatz zu vielen Transfrauen, die erst im Erwachsenenalter eine Hormontherapie beanspruchen und den Stimmbruch bereits durchlaufen haben. Eine gewisse Bekanntheit konnte sich Kim dadurch als Sängerin auf ihrem eigenen YouTube-Kanal verschaffen. Ich fand Kim damals unglaublich faszinierend, weil sie bereits im Kindesalter gegen das ihr fälschlicherweise zugewiesene männliche Geschlecht rebellierte und ihre Eltern sie in allen Schritten der Transition unterstützten. Von Kims Beispiel abgesehen, beschränkte sich meine Kenntnis anderer Transpersonen jedoch lange auf Menschen, die ich nur fand, …