Monate: März 2017

Jahresschwerpunkt Demokratie – Auftakt der Artikelserie

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Dass wir als GRÜNE JUGEND das Thema Demokratie zu unserem Jahresschwerpunkt auserkoren haben, mag einige verwundern, ist doch der Rechtspopulismus aktuell die zentrale politische Herausforderung. Andere mag es wiederum überhaupt nicht überraschen. Ich bin gebeten worden, einen Artikel zum Auftakt einer Artikelserie zu schreiben, die sich diesem Thema widmet und hoffentlich Reflexionen zur Frage, warum wir uns mit so einer Selbstverständlichkeit wie Demokratie beschäftigen sollten, anzuregen. Ich werde deshalb im Folgenden versuchen, einige Fragen und Thesen zum dem großen, ja riesigen Themenkomplex „Demokratie“ aufzuwerfen, die dann in den folgenden Artikeln weiterdiskutiert werden können. Heute, so meine Überzeugung, müssen wir so ernsthaft wie lange nicht mehr über Demokratie diskutieren und streiten. Dafür gibt es mehrere Gründe: Aktuell ist die repräsentativ-parlamentarische Demokratie von innen durch den globalen Kapitalismus und Ermüdungserscheinungen – man könnte in manchen Fällen von einer Art Auszehrung sprechen – gezeichnet und gleichzeitig in ihrer Entwicklung von autoritär-populistischen Kräften getrieben. Das zeigt sich insbesondere in der Forderung nach direkter Demokratie. Die These von der Ermüdung der Demokratie ist gewagt. In dieser Diskussion geht es jedoch …

Salongespräch auf der Leipziger Buchmesse: Wer ist das "das Volk"? (Foto: Vanessa Kleinwächter)

Von knappen Mehrheiten und “Nestbeschmutzern” – wer ist eigentlich dieses “Volk”?

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“Café Europa” nennen wir den Raum, in dem ich mich befinde. “E-U-R-O-P-A, wir müssen reden!”, hieß es in der Eröffnung, und genau darum geht es hier. Gemeinsam mit der Bosch-Stiftung hat die Leipziger Buchmesse 2017 den Programmschwerpunkt “Europa21” gesetzt. Das Ziel: Raum schaffen für Gespräch und Reflexion über die Zeiten, in denen wir leben. Auf der Bühne sitzt Katja Riemann. Für mich wird sie wohl immer ein wenig die Neustädter Hexe Barbara Blocksberg bleiben, die ihre Tochter Bibi karierte Hemden tragen und ganz selbstverständlich mit einem Jungen befreundet sein ließ, ohne ein einziges Mal einen anzüglichen Kommentar zu machen – doch ich bin nicht hier, um ein Autogramm zu erhaschen. Vielmehr ist es für mich, wie Tweets der Autorin Joanne K. Rowling rund um das Brexit-Referendum zu lesen: Die Gefahr ist deutlich realer als in meiner Kindheit und nicht nach neunzig Minuten abgewendet, während ich nur im Kino zu sitzen und zuzuschauen brauche. Bibi und ihre Hexenschwestern haben über Rabia von Katzenstein triumphiert, Harry Potter und seine Freund*innen haben Lord Voldemort besiegt – und jetzt …

Deutscher Kolonialismus - Fragmente seiner Geschichte und Gegenwart / Foto: privat

Deutscher Kolonialismus – Perspektiven auf eine Ausstellung

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Seit dem 14.10.2016 wird im Deutschen Historischen Museum in Berlin die Sonderausstellung “Deutscher Kolonialismus – Fragmente seiner Geschichte und Gegenwart” gezeigt. Unser Redakteur Florian stattete ihr einen Besuch ab und schildert hier seine Eindrücke Als ich an einem sonnig-kalten Winternachmittag durch Berlin-Mitte zum Deutschen Historischen Museum fahre, bin ich sehr gespannt, was mich erwarten wird: Die erste ausführliche Sonderausstellung zu Deutschem Kolonialismus, der in meinem Geschichtsunterricht im Schatten der NS- und der DDR-Geschichte schlichtweg untergegangen ist. Ein sehr dunkles Stück Deutscher Geschichte, das bisher im öffentlichen Diskurs zu wenig kritisch betrachtet und diskutiert wurde. Im Folgenden möchte ich ein paar meiner Eindrücke schildern – ohne Anspruch auf Vollständigkeit, da ein einzelner Artikel, oder auch eine einzelne Ausstellung – diesem umfassenden und ausführlich zu betrachtenden Thema nicht gerecht werden würde. Der Aufbau Die Ausstellung ist in acht „Themenräume“ unterteilt: (1) Deutscher Kolonialismus im globalen Kontext, (2) Koloniale Weltbilder und Koloniale Herrschaft, (3) Aushandlungen im Kolonialen Alltag, (4) Grenzziehungen und Grenzüberschreitungen im Kolonialen Verhältnis, (5) Koloniale Sammlungen, Kolonialer Blick, (6) Kolonialismus ohne Kolonien, (7) Dekolonisierung und Geteilte …

Wahlen in den Niederlanden: Interview mit der Sprecherin der Niederländischen Grünen Jugend

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*for original English interview text, see below* Am 15. März wird in den Niederlanden ein neues Parlament gewählt. Dies ist die erste von mehreren wichtigen Wahlen dieses Jahr, die über die zukünftige Entwicklung der demokratischen Gesellschaft Europas entscheiden werden. Wir vom Fachforum Europa und Globales haben mit unserer Nachbarorganisation, den Jungen Grünen der Niederlande (DWARS), über die Wahlen gesprochen. DWARS ist die unabhängige Jugendorganisation der grünen Partei in den Niederlanden. Während sie Anfang 2017 noch 1.500 Mitglieder hatten, wuchsen sie bis heute sehr schnell auf 2.000 Mitglieder heran. DWARS steht für Grüne, Sozialpolitik und Freiheit. Sie haben eine gute Beziehung zur Grünen Partei, stehen ihr aber auch kritisch gegenüber, wenn es nötig ist. Wir freuen uns sehr, dass Noortje Blokhuis, Sprecherin von DWARS, sich bereit erklärt hat uns ein Interview zu geben. Noortje ist seit Oktober Sprecherin von DWARS. Sie studiert Theologie, hat großes Interesse an Religion und an der Beziehung zwischen Religion und Politik. Noortje ist 25 Jahre alt, womit sie etwas älter ist, als der Durchschnitt der Mitglieder von DWARS. Sie ist nun …