Monate: August 2017

Wenn das mit dem studentischen Engagement mal besser klappt - hier ein Fotos aus Wien, 2009.

Die großen Kämpfe sind doch alle ausgefochten

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Die großen Kämpfe sind doch alle ausgefochten Vom alleingelassen fühlen Das ist hier ist keine sachliche Abhandlung. Keine Argumentation. Kein Artikel. Ich schreibe deswegen nicht mit „Das Autor ist…“-Konstrukten in der dritten Person, sondern direkt und persönlich. Ich lebe in Baden Württemberg, ich studiere dort und bin auch in der Hochschulpolitik aktiv. Vor einigen Wochen hatten wir da Wahlen. Alle Studierenden und eingeschriebenen Promovierenden waren aufgerufen, ihre Stimme für die jeweiligen Fachschaftsvorstände und das Studierendenparlament abzugeben. Ich selbst habe nicht kandidiert, weil ich es nicht kann, dazu später mehr. Die Wahl habe ich dennoch unterstützt: Ich habe eine unserer Wahlurnen zwei Tage lang geleitet und war auch beim Auszählen dabei. Damit Stimmen abgegeben werden können, müssen immer mindestens zwei Personen eine Urne betreuen. Freitag Nachmittag half mir einer der letzten Diplomer – deutlich älter als ich, hochschulpolitisch erfahrener und sehr politisch. Dazu gesagt, seine Eltern sind politischer als meine, sie haben ihn früh einbezogen, kritisch diskutiert. Da immer mehrere Urnen gleichzeitig geöffnet haben, sind wir vernetzt, haben ein zentrales Wähler*innenverzeichnis und können so verhindern, dass …

Vermummte Gewalttäter*innen auf Hamburgs Straßen

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Erfahrungsbericht von den Protesten gegen den G20-Gipfel im Hamburg von einem Mitglied der GRÜNEN JUGEND Hannover. Im Bericht wird unter anderem Polizeigewalt thematisiert. Die berichtende Person ist der SPUNK-Redaktion bekannt, wir veröffentlichen den Bericht hier anonym. Im Zuge der Proteste gegen den G20-Gipel in Hamburg gibt es viel mehr zu berichten, als in diesem Text möglich ist. Dazu gehören die versammlungsfeindliche Polizeistrategie, das völlig überzogene und eskalierende Vorgehen der Einsatzkräfte schon lange vor Gipfelbeginn, die weiträumige Aufhebung der Versammlungsfreiheit, die massive Einschränkung allen Protests und die Wut und der Frust anlässlich der massiven Gewalt von Seiten der Polizei wie auch Teilen der Protestierenden. Dazu gehören aber auch die tolle Stimmung im Protestcamp in Altona, als es endlich entstehen durfte, viele Demonstration und erfolgreiche Aktionen, der solidarische Bezug vieler Aktionsformen aufeinander, die breite Unterstützung vieler Hamburger*innen für die Proteste und die gelebte internationale Solidarität, die eine ganz besondere Hoffnung und Inspiration versprühen. Allein die Teilnehmer*innenzahlen an den Protesten, den Einschüchterungs- und Kriminalisierungsversuchen zum Trotz, senden ein deutliches Signal. Am nachhaltigsten beeindruckt und im Gedächtnis bleiben werden …

Regionale Auswirkungen von Braunkohle im Rheinischen Revier

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Die Kraftwerke im Rheinischen Braunkohlerevier heizen mit ihren exzessiven CO2 Emissionen den globalen Klimawandel ein. Doch auch die lokalen Folgen von Braunkohleabbau sind verheerend. Im Rheinischen Revier gibt es drei riesige Tagebaue: Hambach, Inden und Garzweiler. Für deren Ausbau sind seit den 1950ern fast 40.000 Menschen umgesiedelt worden. Gewachsene Gemeinschaften wurden dafür auseinandergerissen, komplette historische Dörfer wurden abgerissen. Zwölf weitere Ortschaften sollen noch abgebaggert werden, darunter Immerath mit seinem unter Denkmalschutz stehendem “Dom”. Tagebaue ist gravierender Eingriffe in Kulturlandschaften und Ökosysteme. Fruchtbares Ackerland wird abgegraben, der uralte, artenreiche Hambacher Forst wird abgeholzt. Damit die Tagebaue nicht vollaufen, werden sie „gesümpft“, d.h. das Grundwasser wird bis in eine Tiefe von 500 Metern abgepumpt. Der sinkende Grundwasserspiegel beeinträchtigt die Vegetation bis in die Niederlande hinein.  Nach Beendigung der Tagebaue wird es Jahrhunderte dauern, bis die Wasserreserven sich erholen. Mit der Bewältigung der Folgen des Braunkohlenbergbaus werden die nachfolgenden Generationen noch lange zu tun haben („Ewigkeitskosten“).  Doch RWE Power hat dafür kaum Rücklagen gebildet. Alleine um die durch die Sümpfung betroffene Feuchtgebiete an Schwalm und Nette künstlich zu …

Ende Gelände 2016 - von Ende Gelände - CC BY-NC 2.0

Ungehorsam Geschichte schreiben

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Für die Klimagerechtigkeit im August Kohleinfrastruktur im Rheinland blockieren – Artikel der Presse-AG von Ende Gelände. Wenn Ende August tausende Menschen die monströse Kohlemaschinerie im Rheinland vorübergehend zum Stillstand bringen, dann wird auch die GRÜNE JUGEND wieder dabei sein. Es ist wichtig, dass gerade wir junge Menschen ein Zeichen setzen gegen die Zerstörung von Lebensgrundlagen. Die Bagger in den Braunkohle-Tagebauen, die Schienen und die Kraftwerke sind Punkte, an denen die globale Ungerechtigkeit greifbar wird. In Deutschland, wo weltweit die meiste Braunkohle gefördert wird, ist es höchste Zeit, diese vor-moderne Form der Energiegewinnung zu beenden. Gesicht zeigen für die Weltrettung! Ich bin im Jahr 2015 selber von der Polizei im Tagebau Garzweiler gekesselt worden. Auch wenn ich solidarisch mit den vielen bin, die keine Personalausweise dabeihaben wollten, hatte ich meinen mit. Denn für diesen Protest stehe ich aus voller Überzeugung. Die wissenschaftlichen Fakten sind klar: Weil wir Strom aus Braunkohle bekommen, sterben Menschen: In den Fluten von Bangladesch, in den Dürren der Sahel-Zone oder an Asthma im Ruhrgebiet. Dagegen lohnt es sich, Gesicht zu zeigen! Und …

Die Rechte liegen bei https://www.flickr.com/photos/quattrostagioni/6363562459/

Warum euer Teilzeitaktivismus mich abfuckt

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Wie du mit wenig Aufwand beliebt wirst und engagiert wirkst Tu so, als hättest du eine Meinung. Notfalls nimmst du die deines Gegenübers. Mache an deinem Geburtstag nur „eine kleine Runde“, dann werden alle wissen, wie unfassbar viele Freund*innen du hast und dass du unmöglich alle einladen kannst. Serviere veganes Superfood mit Soja aus dem Regenwald und Palmöl. Alternativ dazu könntest du auch billige Salami anbieten, einfach als Protest gegen „den veganen Hype“. Achte darauf, dass deine kleine Runde um zehn Uhr abends endet. Schaut einen Kunstfilm, den niemand von euch versteht oder die Tagesthemen, die auch jeder von euch für einen Kunstfilm hält. Diskutiert darüber. Rede ausschließlich über dich selbst oder über deine Katze. Niedliche Dinge kommen immer gut an. Über Wein lässt sich auch gut reden, erwähne bitte oft genug, dass er über 11 Euro gekostet hat. Er ist ein bisschen fruchtig im Abgang, alternativ schmeckt er pelzig oder schwer. Ihr könnt auch leidenschaftlich darüber diskutieren, wie sehr euch die armen Tiere im Regenwald leidtun, die wegen des Palmöls sterben und mindestens genauso …