Monate: Januar 2018

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Die Sozialdemokratie am Scheideweg

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Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag von Leon Hirte, einem jungen Sozialdemokraten der #NoGroKo-Bewegung. Nun ist es passiert. Der SPD-Parteitag hat mit einer denkbar knappen Mehrheit von 56,4 Prozent den Weg für Koalitionsverhandlungen mit der Union freigemacht. Bis zum Schluss haben wir, die Gegner einer großen Koalition für ein „Nein“ der Delegierten gekämpft und geworben. War das Votum im ersten Moment enttäuschend, sehe ich es nun mehr und mehr als Ansporn, weiterzukämpfen. Mit dem Mitgliederentscheid, welcher auf eine abgeschlossene Koalitionsvereinbarung folgen würde, hat die Basis unserer Partei die Chance, ein kraftvolles Signal der Erneuerung und des Aufbruchs zu setzen. Vor einem Jahr bin ich in die Sozialdemokratische Partei Deutschlands eingetreten. Lange zuvor habe ich bereits geplant, mich politisch zu engagieren und Farbe zu bekennen. Der Antritt von Martin Schulz war damals mit ausschlaggebend für meinen Eintritt, da ich, wie viele andere, mit ihm die Hoffnung an ein moderneres und gerechteres Deutschland, einen neuen Stil in der Politik verband. Jetzt, fast exakt ein Jahr später, habe ich jede Hoffnung in Martin Schulz verloren. Mit einer beispiellosen Rückgratlosigkeit …

Kapstadt - von Andreas Tusche - CC BY-SA

Wem gehört das Wasser?

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Die Trinkwasserversorgung in Kapstadt steht kurz vor dem Zusammenbruch. Eine lange Dürre hat die Metropole buchstäblich ausgetrocknet. Schon jetzt müssen alle Menschen in der Stadt, egal ob reich oder arm, mit 40 Liter Wasser am Tag auskommen. Zum Vergleich: In Deutschland verbraucht der Durchschnittsmensch das dreifache am Tag. Dieser rationierte Verbrauch trifft vor allem die Reichen Einwohner hart: Sie erfahren nun, was in den Townships der Stadt Alltag ist. Regnet es nicht bald, kommt Ende April der „Day Zero“. An diesem Tag, vor dem sich die Behörden schon länger fürchten, müssten die Wasserhähne abgestellt werden. Menschen könnten nur noch an öffentlichen Sammelstellen Wasser holen. Hauptverursacher der Krise ist der Klimawandel: Die ganze Region im südlichen Afrika wird immer trockener. Gleichzeitig gibt es kaum nachhaltige Ideen zur Lösung des Problems: Südafrika verbraucht jährlich mehrere Milliarden Kubikmeter Wasser mehr als eigentlich verfügbar ist, verbraucht also seine Reserven. Neben dem hohen Verbrauch von Privathaushalten durch die wachsende Bevölkerungszahl ist der Verbrauch der Landwirtschaft, der rund die Hälfte ausmacht, ein weiteres großes Problem. Es gibt kaum ökologische und nachhaltige …

In eigener Sache: Neues aus der Redaktion!

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Liebe Leute, auf der letzten Bundesmitgliederversammlung der GRÜNEN JUGEND, dem 49. Bundeskongress Ende Oktober in Dortmund, hat die SPUNK-Redaktion zwei neue Gesichter hinzugewonnen: In die Redaktion nachgewählt wurde Nelson, der ab jetzt die SPUNK-Redaktion unterstützt. Außerdem hat sich Kay nach zwei Jahren als Beisitzer aus dem Bundesvorstand verabschiedet und wird dementsprechend in Zukunft auch nicht mehr Teil der Redaktion sein. Stattdessen freue ich mich, nun für dieses Jahr die Position an der Schnittstelle von Bundesvorstand und SPUNK-Redaktion ausfüllen zu dürfen. Nach allem, was wir bisher wissen, wird 2018 nicht nur für die GRÜNE JUGEND sondern auch allgemein politisch ein spannendes Jahr. Wir werden mit dem Perspektivenkongress Ende April eine Strukturdebatte in der GRÜNEN JUGEND einleiten. Nach nicht weniger als unseren Visionen für den Verband und den Utopien, die Menschen in der und für die GJ haben, wollen wir dabei fragen. Wo wollen wir mit diesem großartigen Verband hin? Das ist die Frage. Natürlich haben wir als SPUNK-Redaktion das Ziel, diesen Prozess redaktionell zu begleiten. Als Anstoß für viele Gedankengänge in diese Richtung soll der Print-SPUNK …

Diada Nacional de Catalunya - von MALLUS - CC BY-NC-SA

Die katalonischen Zustände

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Zwei Referenden, eine Neuwahl und ein Präsident, der keiner mehr ist. Katalonien. Seit mehreren Monaten ist die Autonome Gemeinschaft Spaniens immer wieder in den deutschen Medien präsent. Mensch hört von Unabhängigkeitsbestrebungen, Protesten, Referenden, Verhaftungen von Politiker*innen, Neuwahlen und nicht zuletzt von einer Ausrufung der Unabhängigkeit (von der bis heute Niemensch weiß, ob sie tatsächlich eine war). Kurzum: die katalanischen Zustände können von außen betrachtet verworren wirken. Also fange ich einfach vorne an: Katalonien ist eine Autonome Gemeinschaft im Nordosten Spaniens, mit 7 500 000 Einwohner*innen. Sie verfügt über eine, mit den deutschen Landesregierungen vergleichbare Regionalregierung, mit einem Präsidenten als Regierungschef. Dieses Amt bekleidete bis Oktober 2017 Carles Puigdemont. Katalonien besitzt seit jeher einen besonderen Status in Spanien, untermauert wird dieser durch zwei Autonomiestatute (1979, 2006). Diese Statuten regeln die Pflichten und Rechte Kataloniens gegenüber dem spanischen Staat. Allerdings ist die föderale Struktur Spaniens nicht mit dem Föderalismus in Deutschland vergleichbar. In Spanien musste nach der Franco- Diktatur eine jede Autonome Gemeinschaft mit dem spanischen Zentralstaat selbstständig aushandeln, welche Rechte sie haben wollten. Dies führt dazu, …