Monate: Juli 2018

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“Als ich von ‘Zero Waste’ erfuhr, fand ich das absolut faszinierend”

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Shia Su hat sich vor einigen Jahr dazu entschieden ihren Plastikmüll zu verringern und produziert nur ca. ein großes Glas Verpackungsmüll pro Jahr. Sie erzählt uns in einem Interview wie sie mit diesem Lebensstil zurechtkommt. Warum hast du dich für deinen Lebensstil entschieden? Tatsächlich habe ich mich nie für diesen Lebensstil entschieden, sondern bin da nur mit der Zeit reingerutscht. Im Gegenteil, das erste Mal, als ich von “Zero Waste” erfuhr fand ich das zwar absolut faszinierend, jedoch für uns und unser Leben einfach unrealistisch. Trotzdem wollte ich gerne Müll zumindest ein bisschen konsequenter vermeiden und entdeckte einfach mit der Zeit immer mehr Möglichkeiten – auch ohne Unverpackt-Laden in der Nähe! Hanno, mein Partner, und ich waren selbst ziemlich geschockt, als unser Müll dann wirklich in ein Einmachglas passte… Wie kannst du deinen Lebensstil mit deinem Alltag vereinbaren? Für mich fühlt sich das vollkommen normal an… Irgendwann ist das einfach alles Gewohnheit und passiert automatisch. Wenn ich auf Autopilot fahre, was ehrlich gesagt meistens der Fall ist, dann mach ich halt keinen Müll. Ich hab halt nicht …

Die Gefahren des “Party-Patriotismus”

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Dieser Artikel ist zuerst im Tagesspiegel erschienen. Die Fußball Weltmeisterschaft bringt eine allgemeine Deutschlandbegeisterung mit sich. Doch die Grenze zum Nationalismus kann schnell verschwimmen. Deutschland ist im Deutschlandfieber: Auch dieses Jahr erleben wir wieder wie Balkone, Autos und Gesichter mit Deutschlandflaggen geschmückt werden. Spaß an Sport ist super, allerdings steht hier oft nicht die Begeisterung für Fußball im Mittelpunkt, sondern der Wunsch, die Zugehörigkeit zur Nation zu demonstrieren. Dabei ist klar, Patriotismus ist nicht gleich Nationalismus. Doch die Grenzen sind oft fließend und es ist wichtig, zu hinterfragen, welche Konsequenzen „Party-Patriotismus“ hat. Es geht nicht darum, jeden der sich eine Deutschlandflagge ans Auto hängt zum Nationalisten zu erklären oder diese zu verbieten. Sondern darum wie der Gebrauch von nationalen Symbolen in ihrer Masse zu einer Stimmung beiträgt, die eine Aufwertung eines nationalen „Wir“ und die Abwertung „der Anderen“, die nicht zum Kollektiv gezählt werden, normalisiert. Antidemokratische und menschenfeindliche Einstellungen haben durch den sogenannten “Party-Patriotismus” zugenommen Diese Stimmung gibt nationalistischen Kräften Rückenwind, da sie sich in ihrem Anliegen bestätigt fühlen und die Situation nutzen, um für …