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3 Jahre Bundesvorstand

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Felix, Sprecher des Bundesverbandes

Ich habe gelernt, was es heißt, sich selbst zu organisieren und einzuschätzen.

 

SPUNK: Hi! Magst du dich kurz vorstellen und uns erzählen, was du neben der GJ gerade machst?

Felix: Gerne. Ich bin Felix, werde in wenigen Wochen ein Vierteljahrhundert alt, lebe in Berlin-Kreuzberg und habe gerade meine Bachelorarbeit über die Darstellung des deutschen Kolonialismus im Geschichtsunterricht geschrieben.

SPUNK: Oha, Bachelorarbeit schreiben und nebenbei noch Bundesvorstandsarbeit? Wie funktioniert das?

Felix: Das ist in der Tat nicht so leicht. Ich habe deshalb auch gewartet, bis Bundestags- und Europawahl vorüber waren – in der Sommerpause war ja etwas weniger zu tun als davor. Zu einer anderen Zeit wäre das nicht möglich gewesen.

SPUNK: Das war jetzt auch nicht dein erstes Jahr im Bundesvorstand. Momentan bist du Sprecher, was hast du vorher gemacht?

Felix: Ich war zuerst ein Jahr als Beisitzer im Bundesvorstand und war unter anderem für den damals noch gedruckten SPUNK zuständig. Im zweiten Jahr war ich Politischer Geschäftsführer, was insbesondere im Bundestagswahlkampf eine äußerst spannende Aufgabe war. Als Bindeglied zwischen allen Gremien, dem Bundesvorstand und der Geschäftsstelle bekommt man einfach sehr viel vom Verband mit.

SPUNK: Wenn du jetzt also auf drei Jahre als Beisitzer, als Politischer Geschäftsführer und Sprecher zurückblickst – welches dieser Ämter hat dir da am meisten Spaß gebracht?

Felix: Das kann ich so pauschal gar nicht sagen, weil ich glaube, dass ich zu jeder Zeit das machen konnte, worauf ich am meisten Lust hatte und worin ich am besten wirken konnte. Es war gut, als Beisitzer „einzusteigen“, um die BuVo-Arbeit kennen zu lernen. Ich fand es spannend, als PolGF den Bundestagswahlkampf zu koordinieren und Teil des Büro-Teams zu sein. Und im letzten Jahr habe ich als Sprecher noch einmal eine ganz andere Seite intensiv kennengelernt, nämlich unsere Ideen und Forderungen gegenüber der Presse und Öffentlichkeit zu kommunizieren. Das folgt ja teilweise auch nach anderen Regeln als die innerverbandliche Arbeit und bietet spannende Einblicke darin, was es heißt, „Politik zu machen“. Ich möchte keines dieser Jahre missen.

SPUNK: Du hast gerade den Bundestagswahlkampf angesprochen und warst dieses Jahr natürlich auch im Europawahlkampf miteingebunden. Inwiefern bringt man sich als BuVo-Mitglied der GJ denn überhaupt in Wahlkämpfe ein?

Felix: Wir haben in beiden Jahren eigene GRÜNE-JUGEND-Kampagnen entwickelt und umgesetzt, die natürlich anders funktioniert haben als die Parteikampagnen, immerhin kann man uns ja gar nicht wählen. So eine Kampagne zu konzipieren, Materialien zu erstellen, eine Bustour zu planen, Aktionen zu entwickeln, kostet eine Menge Zeit und braucht viele kluge Köpfe. In beiden Jahren war der Bundesvorstand qua Amt Teil des 20- bzw. 15-köpfigen Wahlkampfteams. Dabei hat natürlich jede_r eine andere Rolle. Als Politischer Geschäftsführer habe ich da eher koordinierend gewirkt, im Europawahlkampf das Kommunikationskonzept mitentwickelt. Und dann im Wahlkampf selbst gibt es ja unheimlich viele Termine. Auf den Bustouren waren eigentlich immer BuVo-Mitglieder dabei und als Sprecher hatte ich dieses Jahr zudem recht viele Podiumsdiskussion und andere öffentliche Termine.

SPUNK: Hand aufs Herz: Gab es Seiten an der Bundesvorstandsarbeit, die dich total gestört haben? Schließlich scheint das alles ganz schön zeitaufwendig zu sein. Und wenn ja, wie bist du damit umgegangen?

Felix: Klar gab es die, dessen muss man sich auch bewusst sein. In der GRÜNEN JUGEND ist es sicherlich anders als beispielsweise in der CDU, aber auch hier gibt es Momente, die menschlich verletzend sind. Gerade linke Gruppen, wie sie die GRÜNE JUGEND ja zum Glück eine ist, scheitern da ja häufig an den eigenen Ansprüchen. Und dann gibt es immer wieder Diskussionen, bei denen ich einfach nicht glaube, dass sie irgendwem, und noch weniger unseren politischen Zielen, helfen. Wie ich damit umgegangen bin? Sehr unterschiedlich – am Anfang weniger klug als heute, würde ich sagen. Das ist ja das Schöne: Man lernt dazu, auch in solchen Fragen…

SPUNK: Wo wir schon beim Lernen sind – was hast du noch aus deinen Jahren im Bundesvorstand mitgenommen? Sagen wir, du müsstest dich für drei Dinge entscheiden.

Felix: Drei Dinge? Puuuh… Also erstens habe ich gelernt, was es heißt, sich selbst zu organisieren und einzuschätzen, was man eigentlich innerhalb von einem Tag, einem Wahlkampf oder einer Amtszeit schaffen kann. Zweitens habe ich gelernt, dass Politik eben immer auf mehreren Ebenen stattfindet, und dass deine beste politische Forderung kein Gehör finden wird, wenn du es nicht schaffst, auch die Ortsgruppe im bayerischen Wald für deine Arbeit zu gewinnen. Und drittens habe ich einfach eine riesige Menge spannender, engagierter, sympathischer Menschen kennengelernt, die sich mit viel Leidenschaft für ihre Themen und Ideen einsetzen. Vor allem war ich immer wieder beeindruckt vom Engagement von Menschen, die mit 15 oder 16 schon so viel klügere Dinge tun, als ich das mit Anfang 20 gemacht habe.

SPUNK: Eine letzte Frage noch: Welche(n) entscheidende(n) Tipp(s) würdest du als “alter Hase“ jetzt den Menschen geben, die Lust bekommen haben, für den BuVo zu kandidieren? Sofern du eine Kandidatur als Bundesvorstandsmitglied anderen überhaupt weiterempfehlen würdest, wovon ich jetzt mal ausgehe. 😉

Felix: Ja, gute Ratschläge, die niemand hören will, gebe ich ja immer gerne. 😉 Nein, ernsthaft: Ich würde sagen, traut euch was zu, habt Ideen. Aber seid euch darüber im Klaren, dass ihr häufiger gegen die Wand laufen werdet, als ihr das gerne hättet. Und seid auch bereit, daraus die Schlüsse zu ziehen und das eigene Handeln zu überdenken. Macht euch klar, wie viel Zeit und Energie ihr habt, und ob die ausreicht für das Projekt oder das Amt an sich. Nehmt Hinweise von anderen an, tauscht euch regelmäßig mit Vertrauten, aber auch mit „alten Häs_innen“ darüber aus, was da mit euch und dem Gremium passiert. Das hat zumindest mir am Anfang meiner jeweiligen Amtszeiten enorm geholfen. Und zu guter Letzt: genießt es, denn so viele Eindrücke und Erlebnisse werdet ihr so schnell nicht wieder bekommen!

SPUNK: Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast und weiterhin viel Erfolg!

Felix: Danke dir!

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