AntiFa & AntiRa
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Alle gegen die „Antideutschen“ – Konflikte in der Linksjugend

Der Antisemitismus und der Antizionismus haben in der Partei DIE LINKE. und im Jugendverband linksjugend [‘solid] eine lange und ernstzunehmende Geschichte. Diese komplett aufzuarbeiten kann dieser Artikel nicht leisten, weshalb hier einige ausgewählte Beispiele vorgestellt werden sollen. Diese Beispiele beziehen sich auf Beschlüsse, Aussagen, Veranstaltungen und weiteres von Mitgliedern der Partei DIE LINKE. und der linksjugend [‘solid].

Im Jahr 2008 bezeichnete der damalige außenpolitische Sprecher der Fraktion der Linkspartei im Deutschen Bundestag die Raketen der Hamas, die diese auf Israel schossen, als „Silvesterknaller“ [1] und gab Israel die alleinige Schuld am Nah-Ost-Konflikt [2]. Dieser Vorwurf ist schon alleine deshalb absurd, weil die Nachbarstaaten Israels bereits am Tag nach dessen Gründung den Krieg erklärten.

Bereits 2010 machte DIE LINKE.Duisburg mit einem antisemitischen Flyer auf sich aufmerksam [3]. Auf diesem war „Nie wieder Krieg für Israel“ zu lesen und ein in einem Davidstern integriertes Hakenkreuz abgebildet. Dieser Flyer rief zum Boykott des „Apartheidstaates“ Israel auf und mit dem Flyer verbreiteten sie einen Link, von dem Hitlers „Mein Kampf“ heruntergeladen werden konnte. Von diesem Flyer distanzierte sich der Bundesvorstand der Linken hastig [4].

Im Juni 2014 kam es in NRW zu einem „Zwischenfall“ bei der Gründung der BAK Shalom NRW AG. Beim Gründungstreffen wurden die Teilnehmer*innen dieses Treffens von mehreren jungen Männern angegriffen. Eine Kippa tragende Person griffen sie nur nicht an, nachdem diese nach ständigen Anbrüllen „ob du Jude bist“ dies bestätigte [5]. Bereits im Vorfeld der Gründung kündigten Mitglieder des LandesprecherInnenrates von linksjugend [‘solid] NRW an, das Gründungstreffen der AG zu besuchen und andere Gruppen (z.B. Young Struggle oder die Rote Antifa) über Ort und Zeit des Treffens zu informieren. Als diese Anschuldigungen öffentlich wurden, wies die linksjugend [‘solid] NRW diese zurück und solidarisierte sich mit der Person, die vorher angekündigt hatte, das Treffen zu besuchen [6]. Im Gegensatz zu [‘solid] NRW solidarisierte sich die Grüne Jugend NRW mit den Opfern des Angriffes [7].

Einen Höhepunkt der Ausfälle aus den Reihen der linksjugend [‘solid] NRW stellt die Demonstration unter dem Titel „Stoppt die Bombardierung Gazas – Für ein Ende der Eskalation im Nahen Osten“ am 18.07.2014 in Essen dar, welche von der [‘solid] Ruhr angemeldet wurde. Bereits vor dieser Demonstration appellierten der BAK Shalom [8], lokale Antifa Gruppen [9] und einige hochrangige Mitglieder der Partei DIE LINKE., diese Demonstration abzusagen, weil bereits im Vorfeld auch Salafisten und Rechtsradikale ihr Erscheinen angekündigt hatten und es in der Facebookveranstaltung zu einer Masse an antisemitischen Kommentaren kam [10]. Trotz dieser Warnungen fand die Kundgebung wie geplant statt, auch weil diese Warnungen intern als bloße antideutsche Propaganda abgetan wurden. Bereits auf der Kundgebung wurden Plakate mit der Aufschrift „Zionisten sind Faschisten“, „Boycott Israel“ und „Kindermörder Israel“ gezeigt. Auch hier kam es bereits zu „Kindermörder Israel“-Sprechchören. Nach dem vorzeitigen Ende dieser Kundgebung zogen mehrere hundert Teilnehmer*innen in Richtung einer kleinen Demonstration gegen jeden Antisemitismus und Terrorismus, um diese zu umstellen und anzugreifen. Verletzungen konnten nur dadurch verhindert werden, dass die klar emanzipatorische Demonstration von der Polizei geschützt wurde und dass die Teilnehmer*innen den auf sie geworfenen Steinen und anderen Gegenständen ausweichen konnten. Während der Belagerung der emanzipatorischen Demonstration wurden Plakate mit der Aufschrift „Früher angeblich Opfer – Heute selber Täter“ gezeigt, es kam zu „Adolf Hitler“-Rufen und zu Hitlergrüßen [11]. Die Nachbereitung dieser Demonstration in der linksjugend [‘solid] NRW und der Partei DIE LINKE. in NRW, die deutschlandweit als Negativbeispiel diente und über die auch in Israel berichtet wurde, war innerhalb der Partei und des Jugendverbandes nicht von einer kritischen Selbstreflexion geleitet. – Im Gegenteil, es wurde Stimmung gegen die angebliche Hetze von Antideutschen gegen die linksjugend und DIE LINKE. gemacht. Noch am selben Tag bezeichnete Ralf Michalowsky, Landessprecher der Linken in NRW, die Kundgebung als „große Leistung“ und gab die Schuld an den Angriffen der Polizei. Dass die Angriffe etwas mit der Ideologie der Teilnehmer*innen zu tun haben könnten, schien für ihn ein Ding der Unmöglichkeit gewesen zu sein. Allerdings blieb dieser Vorfall innerhalb der linksjugend [‘solid] und der Linkspartei nicht ohne Kritik. So kritisierten Katharina König [MdL] [12] und der LandesprecherInnenrat von Solid Berlin [13] die Demonstration im Vorfeld.

Auf der Demonstration in Essen durfte mit Bilal Wilbert ein Mitglied der sexistischen und homophoben BIG-Partei eine klar antisemitische Rede halten [14]. Dies nahm die LAG Queer NRW der Linkspartei zum Anlass diese Rede zu kritisieren. Aus ihrem Verständnis gehören sexistische und homophobe Reden auf keine Linke Demo. Als Antwort darauf wurde der LAG Queer dann vorgeworfen, dass die ihren Kampf gegen Sexismus und Homophobie auf Grundlage des Nah-Ost-Konfliktes austragen wollen würde. Nach einiger Zeit wurden die internen und öffentlichen Anfeindungen so stark, dass der Großteil der Sprecher*innen der LAG von ihrem Amt zurücktraten [15]. Ferner wurden auf die Stellungsnahme der EmaLi NRW hin (eine Strömung innerhalb der Linkspartei) nicht-antisemitische Aktivist*innen von Seiten des Landesvorstandes NRW und von der [‘solid] NRW als „Feinde in den eigenen Reihen“, „subversive Elemente“ und „Zersetzer der Partei“ bezeichnet. Die Situation eskalierte so dermaßen, dass die Anfeindungen gegen „die Antideutschen“ in Gewaltandrohungen und E-Mails mit Inhalten wie „Wir wissen, wo Du wohnst!“, „Komm heraus und kämpf allein!“ bis hin zu „Wir kriegen Dich, Du Hurensohn!“ gipfelten. Mittlerweile sind alle Hinweise auf diesen Vorfall von der Facebookseite der LAG Queer NRW gelöscht.

Auf dem Bundeskongress der [‘solid] in Erfurt im April 2015 wurde der Antrag der Linksjugend Sachsen mit dem Titel „Gegen jeden Antisemitismus“ angenommen, welches zu einer Entrüstung unter den Landesverbänden NRW und Niedersachsen führte [16]. In diesem Antrag wurde u.a. klargestellt, dass die Bezeichnung Israels als Apartheidstaat antisemitisch ist oder dass Vergleiche zwischen Israel und dem Nationalsozialismus immer antisemitisch sind. Die linksjugend [‘solid] Niedersachsen bemängelte, dass so jede Kritik an Israels Politik als antisemitisch aufgefasst werde und dass ‘solid von neokonservativen Kräften unterwandert werde [17]. Die [‘solid] in NRW spricht von einer unsolidarischen Veranstaltung und davon, dass aufgrund der Abläufe der Sitzung und des Workshops, die große Minderheit diesen Beschluss nicht mitträgt [18]. Gerade die Aussagen von [‘solid] NRW und deren Mitgliedern sind aufgrund der Historie in NRW als merkwürdig zu bezeichnen, schaut man sich deren Mehrheitsbeschaffungsmaßnahmen für Beschlüsse auch innerhalb des Verbandes an.

 

Feindbild Antideutsche

Innerhalb der linksjugend [‘solid] gibt es verschiedene Strömungen, welche in der großen Mehrheit klassische Positionen im Bereich des Antiimperialismus vertreten. Zu diesen Strömungen gehören z.B. die Menschen um Marx21 oder leninistische und stalinistische Gruppen. Diese Gruppen haben alle ihre Ablehnung der sogenannten „Antideutschen“ und des BAK Shalom gemeinsam. Zu beachten ist hier, dass diese antiimperialistischen Gruppen in verschiedenen Landesverbänden unterschiedlich stark vertreten sind, sie aber insgesamt auf Bundesebene die Mehrheit der Mitglieder stellen. Die von diesen Personen und Gruppen als „antideutsch“ bezeichneten Gruppen und Menschen stellen ein einfaches Feindbild dar.

Der BAK Shalom war bereits seit seiner Gründung im Jahr 2007 immer wieder von verschiedensten Anfeindungen betroffen. So kam es bereits 2008, also kurz nach der Gründung, dazu, dass der BundesprecherInnenrat dem BAK Shalom die Geldmittel kürzen und ihm jede Öffentlichkeitsarbeit verbieten wollte [19]. Ständige Begleiter dieser Diffamierungen sind unter anderem der Blog „Die Freiheitsliebe“ aus dem Marx21-Umfeld [20] oder die Rote Fahne [21]. Immer wieder versuchten manche Strömungen und externe Gruppen, den BAK Shalom bzw. die LAK Shalom und ihre Mitglieder aus der linksjugend auszuschließen [22][23]. Bis auf einige wenige Solidaritätserklärungen mit dem BAK Shalom, die oft auch aus den LAK Shalom kamen, gibt es kaum Solidarität mit dem BAK. – Und das in einem Jugendverband, der Solidarität in jeder Situation einfordert [24]. Allerdings wurde auch von Gleichgesinnten eine inhaltliche Kritik am Sinn und Unsinn eines BAK Shaloms in der Linksjugend debattiert [25].

In der Grundsatzerklärung des BAK Shalom heißt es: „Eine grundlegende Diskussion über die Ausrichtung fortschrittlicher Gesellschaftskritik und eine schonungslose Kritik von Antisemitismus, Antizionismus, Antiamerikanismus und regressivem Antikapitalismus innerhalb wie außerhalb der Partei DIE LINKE. ist die Aufgabe des BAK Shalom.“ [26]. Zu diesen Punkten gehört ein moderner Begriff des Antisemitismus, der über das bloße Ressentiment gegen Jüd*innen hinausgeht und in der Antisemitismusforschung zum Großteil geteilt wird, die Solidarität mit dem Staat Israel als Schutzraum der Jüd*innen vor dem globalen (eliminatorischen) Antisemitismus, die Kritik des Ressentiments gegen die USA und die Amerikaner*innen, welches oft mit antisemitischen Denkmustern in eins fällt, und eine Kritik der politischen Ökonomie auf Grundlage aller Bände des marx‘schen Kapitals.

Diese Positionen und Analysen befinden sich im Gegensatz zu klassisch antiimperialistischen Positionen, die z.B. die USA (und Israel) als das Übel der Welt ausmachen, Banken und Kapitalist*innen als Strippenzieher*innen des Kapitalismus verantwortlich machen, sowie selbstverständlich weitere Theorien, die eine Revolution und ein revolutionäres Subjekt herbeiträumen. Eine inhaltliche Debatte zwischen diesen beiden Positionen findet in der Regel nicht statt, sondern die als „antideutsch“ Bezeichneten dienen zumeist als Projektionsfläche für den eigenen Hass. Als „antideutsch“ werden alle Menschen bezeichnet, die nicht die eigenen Meinungen vertreten. Dass dieser Kampfbegriff auch von den Mahnwachen (zu denen es auch personellen Überschneidungen gibt) oder von Nazis benutzt wird, scheint diese nicht zu interessieren. Eine sachliche und theoretische Auseinandersetzung mit den Positionen des BAK Shaloms oder mit tatsächlich antideutschen Positionen findet nicht statt, obwohl diese sehr leicht zu finden sind [27][28].

Stattdessen verabschieden Mitgliederversammlungen von [‘solid] Resolutionen, die an jeder Realität vorbeigehen und allein der Feindbildkonstruktion dienen [29]. Zum Beispiel verfasste die linksjugend [‘solid] Rheinland-Pfalz eine Resolution, die den „Antideutschen“ Kriegsrechtfertigung, Islamophobie und pro-kapitalistische Positionen vorwarf, ohne eine Analyse der wirklichen Positionen vorzunehmen [30]. Einige Mitglieder von [‘solid] fordern sogar eine „Intifada“ innerhalb ihres Bundesverbandes mit dem Ziel, „Antideutsche“ und ihre angeblichen Verbündeten aus dem Jugendverband zu drängen [31].

Ferner schloss der LandessprecherInnenrat der [‘solid] Niedersachsen den LAK Shalom aus der linksjugend Niedersachsen aus, weil dieser einen Sticker auf Kosten des Verbandes drucken ließ, welcher laut dem LandessprecherInnenrat militaristisch und kriegstreiberisch sei und weil der LAK Shalom ein Foto eines Merkava-Panzers mit der Aufschrift „nächster Halt Göttingen“ postete [32], welches angeblich eine Gewaltandrohung impliziere. Dass der Sticker von dem damaligen LandessprecherInnenrat genehmigt wurde, dass der Ausschluss vermutlich nicht satzungskonform ist und dass in der selben Stickerreihe ein Sticker mit der Aufschrift „Solidarität mit den kurdischen Selbstverteidigungskräften – Biji berxwedana Kobane [Lang lebe der Widerstand in Kobane, Anm. d. Verf.]“ erschienen ist, scheint für den LandesprecherInnenrat und andere [‘solid]-Gruppen nicht von Belang. Vielmehr scheint das genaue Gegenteil der Fall zu sein, denn viele ‘solid-Gruppen begrüßten die Entscheidung zum Ausschluss [33]

 

Analyse des (strukturellen) Antisemitismus

Wie bereits angemerkt, lassen sich innerhalb der linksjugend [‘solid] immer wieder antisemitische und antizionistische Äußerungen finden. Auch strukturell antisemitische Grundmuster und andere Äußerungen, die als (sekundär) antisemitisch angesehen werden können, sind Bestandteil der Politik großer Teile der linksjugend [‘solid].

Grundsätzlich zeigt sich bei vielen Mitgliedern und Gruppen von ‘solid und ihrer Mutterpartei, dass dort ein manichäisches Weltbild vorherrscht. Sie besitzen ein klares Freund- und Feindbild und geben vor, dass ihre Kapitalismuskritik allumfassend und systemisch sei. In Wirklichkeit aber werden Einzelpersonen oder Banken für den Kapitalismus und dessen Krisen verantwortlich gemacht [34], welches dazu führt, dass selbst an Holocaustgedenktagen vor Instituten der Wirtschaft protestiert wird. Zur oberflächlichen Kritik am Finanzkapital sagte Marx einmal folgendes: „In dieser seiner wunderlichsten und zugleich populärsten Vorstellung nächsten Gestalt ist das [Finanz-, Anm. d. Verf.]Kapital sowohl die ‚Grundform’ der Vulgärökonomen als der nächste Angriffspunkt einer oberflächlichen Kritik; das erstere, teils weil der innere Zusammenhang hier am wenigsten erscheint und das Kapital in einer Form auftritt, worin es als selbständige Quelle von Wert scheint; teils weil in dieser Form sein gegensätzlicher Charakter (sein Gegensatz zur Lohnarbeit) total vertuscht und ausgelöscht ist, kein Gegensatz zur Arbeit mehr vorhanden ist. Andererseits Angriff, weil es die Form ist, worin es am irrationellsten auftritt, den leichtesten Angriffspunkt für die Vulgärsozialisten bietet“ [35]. Die oberflächliche Kritik am Kapitalismus ist bereits mit Marx nicht zu machen, sondern erst Lenins Theorie – Lenin scheint für manche Basisgruppen ein Held zu sein – bietet für eine personalisierte und regressive Kritik theoretische Grundlagen. Seine Theorie gibt ganz klar Kapitalist*innen die Schuld am Bestehen des Kapitalismus. Lenin selbst ließ als Feinde ausgemachte Kapitalisten viel weniger Nahrung zukommen als anderen; den mangelnden Erfolg der Revolution schrieb er externen Verschwörern zu [36]. Auch die Spaltung zwischen „gutem“ und „schlechtem“ Kapital findet sich in Lenins Theorie. Das „gute“ Kapital wird mit der ehrlichen und produktiven Arbeit des Proletariats, der Bauern und des Volkes besetzt und das „schlechte“ mit dem Tausch und der Spekulation, also mit der vermeintlich unproduktiven Arbeit der Kapitalisten und Bankiers [37]. Diese grundsätzliche Unterscheidung zwischen guter und schlechter Arbeit findet sich auch in der Ideologie des Nationalsozialismus. Dort heißt es „raffendes“ und „schaffendes“ Kapitel, wobei das „raffende“ Kapital mit den Juden gleichgesetzt wurde, wie es Moishe Postone gezeigt hat [38]. Allein diese inhaltliche Nähe zur nationalsozialistischen, antisemitischen Ideologie sollte zu einer Reflektion der Kapitalismuskritik führen, welches bei den meisten allerdings nicht der Fall ist [39]. Allerdings muss festgehalten werden, dass oft betont wird, dass Jüd*innen keine Feind*innen und Pogrome gegen Jüd*innen zu verurteilen seien [40].

Dennoch finden sich unzählige Aussagen innerhalb von [‘solid], die als antisemitisch zu bezeichnen sind. So kommt es immer wieder vor, dass führende Mitglieder der Linkspartei und von [‘solid] Israel als Apartheidstaat bezeichnen, Israels Produkte boykottieren wollen, dem iranischen Regime die Atombombe gönnen oder gar – vermutlich unbewusst – die Existenz von Antisemitismus leugnen. So schrieb der LandessprecherInnenrat von [‘solid] Niedersachsen öffentlich, dass sie sich gegen Antisemitismus stellen würden, soweit dieser nicht konstruiert sei. Dass Antisemitismus immer etwas Konstruiertes, also von Menschen – in diesem Fall von Antisemit*innen – Gemachtes ist, scheinen sie nicht zu begreifen. Allein die Vorstellung, dass es neben dem konstruierten Antisemitismus einen natürlichen geben könnte, ist eindeutig ein Zeichen von mangelnder Vernunft.

Von Lucas Koch. Der Autor verwendet ein Pseudonym.

Fight Antisemitism!

Fight Antisemitism! – by aesthetics of crisis – CC BY 2.0 – http://gruenlink.de/1012

  1. http://bak-shalom.de/index.php/2008/04/30/antizionismus-in-der-linken-norman-paech-als-ausenpolitischer-sprecher-untragbar/
  2. http://bak-shalom.de/index.php/2008/04/30/antizionismus-in-der-linken-norman-paech-als-ausenpolitischer-sprecher-untragbar/
  3. http://www.ruhrbarone.de/die-linke-duisburg-antisemitische-hetze-zum-download/26059
  4. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/antisemitisches-flugblatt-duisburger-linke-verbreitet-hetze-gegen-israel-a-759367.html
  5. Siehe Interview in der Jüdischen Rundschau. [Nur Print]
  6. http://linksjugend-solid-nrw.de/2216/wwwlinksjugend-solid-nrwde
  7. https://gruene-jugend-nrw.de/2014/12/solidaritaet-mit-bak-shalom-ag-nrw-gruenderinnen-der-linksjugendsolidnrw/
  8. http://bak-shalom.de/index.php/2014/07/15/pressemitteilung-15072014-linksjugend-ruhr-muss-antiisraelische-kundgebung-absagen/
  9. http://wordpress.antifa-essen.de/2014/07/islamisten-und-rechtsradikale-mobilisieren-zu-friedensdemo-in-essen/
  10. http://www.ruhrbarone.de/linkspartei-jugendverband-solid-mit-hitler-gegen-israel/83201
  11. https://www.youtube.com/watch?v=5zoukXdlOvE
  12. http://www.ruhrbarone.de/thueringer-linken-mdl-katharina-koenig-zur-nrw-linken-alles-was-ich-will/83854#more-83854
  13. http://solid-berlin.org/archive/568
  14. http://www.queer.de/detail.php?article_id=22034
  15. http://www.queer.de/detail.php?article_id=22054
  16. http://bak-shalom.de/index.php/2015/04/19/beschluss-des-bundeskongresses-der-linksjugend-solid-gegen-jeden-antisemitismus/
  17. http://solid-niedersachsen.de/wordpress2/?p=176
  18. http://linksjugend-solid-nrw.de/2308/berichtbuko
  19. http://bak-shalom.de/index.php/2008/06/15/bak-shalom-wehrt-sich-gegen-zensurversuche-und-undemokratische-beschlusse-durch-den-bspr/
  20. http://diefreiheitsliebe.de/tag/bak-shalom/
  21. http://rotefahne.eu/2010/06/bak-shalom-und-antideutsche-nationalisten-raus-aus-der-linken/ und http://rotefahne.eu/2012/01/es-reicht-unvereinbarkeits-beschluss-zu-bak-shalom-muss-her/
  22. http://rotefahne.eu/2012/01/es-reicht-unvereinbarkeits-beschluss-zu-bak-shalom-muss-her/
  23. http://stop-bak-shalom.blogspot.de/p/aufruf-deutsch.html
  24. http://bak-shalom.de/index.php/2008/06/19/solidaritat-mit-dem-bak-shalom/
  25. http://lizaswelt.net/2009/02/12/wo-dein-platz-genosse-ist-i/ und http://lizaswelt.net/2009/02/14/wo-dein-platz-genosse-ist-ii/
  26. http://bak-shalom.de/index.php/materialien-des-bak-shalom/wir
  27. http://www.cafecritique.priv.at/antideutsch.html
  28. http://jungle-world.com/artikel/2005/48/16481.html
  29. https://bragoettingen.wordpress.com/2015/07/27/gegen-die-spaltung-der-linken-durch-sog-antideutsche/
  30. https://www.facebook.com/linksjugend.solid.rlp/posts/535128413190303
  31. http://www.onesolutionrevolution.de/allgemein/intifada-in-solid/
  32. http://solid-niedersachsen.de/wordpress2/?p=229
  33. https://www.facebook.com/LinksjugendSolidRuhr/posts/1203500823009331?hc_location=ufi Weitere Erklärungen lassen sich ohne weiteres auf Facebook finden.
  34. B. http://soliddarmstadt.blogsport.de/images/RedebeitragKundgebung.2701.pdf Es sind auch Veröffentlichung zu finden, in denen die Frankfurter Skyline in Schutt und Asche gelegt ist.
  35. Karl Marx, Theorien über den Mehrwert III, MEW 26.3, 458f.
  36. Leninwerke 22, 26 und 28
  37. Leninwerke 22, S.211, S. 225, S. 244 und Leninwerke 22, S.195. S. 225, S. 231 und Leninwerke 28, S. 49
  38. http://aawe.blogsport.de/images/postonedeutschland_lp.pdf
  39. Eine genaue Analyse zu Lenins Positionen und zu seinen Theorien ist an dieser Stelle nicht möglich. Für Näheres sei dieser Text empfohlen: http://www.prodomo-online.org/ausgabe-3/archiv/artikel/n/von-lenin-zu-al-qaida.html Ob Lenin selbst Antisemit war oder nicht, würde den Rahmen dieses Textes sprengen. Dennoch muss hier klargestellt werden, dass Lenins Analyse des Antisemitismus, nämlich als Mittel der Bourgeoise zur Spaltung des Proletariats, falsch ist. Selbstverständlich ist auch der Ursprung des linken Antisemitismus und Antizionismus nicht alleine bei Lenin zu suchen. Der vorherrschende Antizionismus innerhalb der Linken ist vor allem auch durch DKP, MLPD, K-Gruppen und Trotzkistische Sekten nach 1967 entstanden und nicht nur dort immer noch präsent.
  40. https://www.youtube.com/watch?v=rj7iRwzX-A0

2 Kommentare

  1. antiba-goe@t-online.de'

    Gut recherchierter und fundierter Beitrag. Kleine Ergänzung zum Artikel, die Gaza-Demo in Essen wurde durch die Linksjugend Ruhr angemeldet. Richtig. Namentlich war dies der Bundestagsabgeordnete Niema Movassat.

    Zu Göttingen im Speziellen gibt es noch mehr zu sagen. Schreibt uns gerne an. Email ist angegeben und PGP-Key gibt es auf Anfrage auch.

  2. laurin.zucker@gmail.com'
    Laurin sagt

    Lieber Lucas,

    du nimmst dich in deinem Artikel einem sehr wichtigen Thema an, der Kritik von Antisemitismus in der Linken. Dabei machst du auf verschiedene wichtige Beispiele aufmerksam, wie den wirklich gruseligen Flyer von DIE LINKE.Duisburg aus dem Jahr 2010 oder den unsolidarischen Umgang mit dem BAK Shalom. Wichtig zu nennen finde ich in diesem Zusammenhang auch die Beteiligung von Mitgliedern der LINKEN bei dem Querfrontbündniss „Friedenswinter“.(1)
    Aber ich finde auch vieles in deinem Artikel problematisch. Zum Beispiel deine pauschale Verteidigung von Antideutschen und Verurteilung von Antiimperialist*innen. Es geht mir dabei nicht darum, zu behaupten, es gebe keinen Antisemitismus in der antiimperialistischen Linken oder alle antideutschen Positionen pauschal abzulehnen. Beide Begriffe bezeichnen sehr heterogene Gruppen, Personen und politische Ansichten. Meine Kritik ist, dass deine Analyse der Heterogenität auf keiner der beiden Seiten gerecht wird.
    Ich möchte in diesem Text einige der eklatantesten Probleme einer einseitigen Parteinahme für antideutsche Positionen aufzeigen, um zu einer differenzierteren Debatte beizutragen.
    Du wirfst Antiimperialist*innen ein „manichäisches Weltbild“ vor, dass sie sich nicht mit antideutschen Positionen auseinandersetzen, sondern diese als „einfaches Feindbild“ konstruieren würden und dass „antideutsch“ ein Kampfbegriff gegen alle Menschen anderer Meinung sei. Genau dieses Vorgehen stelle ich jedoch in deinem Artikel fest. Die problematischen Aspekte antideutscher Positionen thematisierst du nicht.
    Antiimperialist*innen hingegen unterstellst du, ohne Quellen zu zitieren, Positionen „die z.B. die USA (und Israel) als das Übel der Welt ausmachen, Banken und Kapitalist*innen als Strippenzieher*innen des Kapitalismus verantwortlich machen, sowie selbstverständlich weitere Theorien, die eine Revolution und ein revolutionäres Subjekt herbeiträumen.“
    Als theoretische Grundlage der angeblich antisemitischen Positionen der Antiimperialist*innen nennst du Lenin und empfiehlst (sic!) eine Analyse seiner Positionen aus der reaktionären, rassistischen und islamfeindlichen Zeitschrift Prodomo.(2)
    In der gleichen Ausgabe, in der auch diese Analyse erschien, beginnt Jan Huiskens seinen Artikel „Deutsch, islamisch, kampfbereit“ mit dem Satz: „Der Vorwurf, es sei rassistisch, den Islam für eine menschenverachtende Ideologie und folglich dessen Anhänger für politische Gegner zu halten, ist leicht zu entkräften.“(3)
    Ein Magazin zu empfehlen, in dem „der Islam“ zu einer „menschenverachtenden Ideologie“ und alle Muslime zu „politischen Gegnern“ erklärt werden, geht gar nicht.
    Nun ist Prodomo nicht nur rassistisch und scheiße, sondern auch antideutsch. Und Islamfeindlichkeit, die Leugnung der Existenz von Islamophobie und manchmal sogar die Ablehnung von Antirassismus gehören zum Repertoire so einiger Antideutscher. Antimuslimischer Rassismus wird oft als „antideutsche Ideologiekritik“ verkauft, was so erklärt wird, dass „deutsch“ kein erblicher Nationalcharakter, sondern „eine polit-ökonomische Konstellation“ sei, „kein historisch oder geographisch eingrenzbares Phänomen“, sondern dass „auch Vertreter der islamistischen Barbarei“ deutsche Ideologen seien.
    „Sie operieren sowohl historisch als auch aktuell ganz offen mit Elementen der nationalsozialistischen Ideologie bei der Realisierung ihres Verständnisses der „Umma“, der Gemeinschaft aller Muslime.“(4)
    Aber auch noch absurdere gedankliche Verrenkungen kann mensch in antideutschen Publikationen finden, zum Beispiel in der Bahamas: „Sklaverei – das könnte man wissen – gibt es, seit Menschen Geschichte überliefern. So selbstverständlich sie den Menschen über Jahrtausende erschien, so wenig gibt es ontologisierbare oder rassifizierbare Täter- und Opferkollektive. […] Wenn darum in der Geschichte der Sklaverei irgendetwas überhaupt spezifisch „weiß“ sein sollte, dann ist es weder die Erfindung der Sklaverei noch eine periodische Täterschaft, sondern im Gegenteil: ihre grundsätzliche Ächtung (die sich erstmals in den Schriften der Juden, die heute als „weiß“ gelten, später auch der Christen findet) und ihre Abschaffung, bei der die Ideen der Aufklärung und der christliche Abolitionismus eine entscheidende Rolle spielten.“(5)
    Es wird mal eben die Geschichte des US-amerikanischen Rassismus geleugnet und kontrafaktisch Weiße als große Befreier*innen und Aufklärer*innen gefeiert, was die antirassistischen Kämpfe von People of Color unsichtbar macht.
    Aber auch Antirassismus ist natürlich deutsche Ideologie: „Die Stichwortgeber des weltweiten antirassistischen Aufstands der Subalternen heißen denn auch nicht zufällig Mussolini und Hitler. Auf diesen Zusammenhang hinzuweisen, ist keine Übertreibung, sondern eine Notwendigkeit, wenn damit aufgehört werden soll, dem Antirassismus Motive zu unterstellen, die er nicht hat.“
    Bahamas und Prodomo werden auf antideutschen Blogs wie der Antideutschen Aktion Berlin(6) und Lizas Welt(7) verlinkt. Deine Darstellung der Kritik an Antideutschen suggeriert, diese Kritik entstünde aufgrund der Ressentiments und Argumentationsfaulheit der Kritiker*innen. Es gibt aber eben auch Antideutsche, die eine menschenfeindliche Ideologie verbreiten, die wir als Linke unbedingt kritisieren müssen.
    Wie bereits gesagt ist die antideutsche Szene heterogen und nicht alle Antideutschen teilen diese rassistischen Positionen. Dem BAK Shalom würde ich so etwas zum Beispiel nie vorwerfen.
    Wenn mensch jedoch, wie du es tust, Antideutsche und Antiimperialist*innen als monolithische, einander gegenüberstehende Blöcke konstruiert und die einen zu den Guten und die anderen zu den Bösen erklärt, bringt das weder für die Analyse und Kritik von linkem Antisemitismus, noch für den Aufbau einer solidarischen und emanzipatorischen Linken etwas.

    Solidarische Grüße, Laurin

    (1) http://www.publikative.org/2014/11/28/die-linke-im-friedenswinter/
    (2) http://www.prodomo-online.org/ausgabe-3/archiv/artikel/n/von-lenin-zu-al-qaida.html
    (3) http://www.prodomo-online.org/ausgabe-3/archiv/artikel/n/deutsch-islamisch-kampfbereit.html
    (4) http://www.cafecritique.priv.at/antideutsch.html
    (5) http://www.redaktion-bahamas.org/auswahl/web67-1.html
    (6) http://antideutscheaktionberlin.blogsport.de/
    (7) http://lizaswelt.net/

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