Soziales, Wirtschaft
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Arbeit im Autopilot

Ich mag technologischen Fortschritt. Er macht uns das Leben so viel einfacher, angenehmer, bequemer, unterhaltsamer, einfach besser. Er erlöst uns von körperlich schwerer Arbeit.

„Das zerstört Arbeitsplätze“

sagen sie. Recht haben sie. Und das ist großartig. Technologischer Fortschritt ist nicht aufzuhalten, unabhängig von Wirtschaftssystem und Regierungsform, der Mensch strebt danach mehr zu wissen, mehr zu können, besser zu sein. Auch besser zu automatisieren.

Selbstfahrende Autos sind keine Zukunftsvision, sie sind real. Sie fahren seit Jahren auf den Straßen Kaliforniens, die Küste hoch und runter, immer und immer wieder.

„Aber das ist doch gefährlich!“

Nun, wie gefährlich sind Menschen am Steuer? Menschen sind furchtbar schlecht darin, Routinetätigkeiten auszuüben. Sie werden gelangweilt, müde, versinken in Gedanken, kramen im Handschuhfach, schreiben Kurznachrichten, kurz: Sie töten am Steuer. Es ist nicht so schwer, autonom fahrende Autos zu bauen die weniger Fehler machen als Menschen. Sie werden Fehler machen, natürlich. Fehlerfreie Technik gibt es nicht. Was zu einem guten Teil auch daran liegt, dass sie von Menschen gemacht wird. Und die werden gelangweilt, müde, versinken in Gedanken, … Ihr kennt das.

Warum schreibe ich das? Weil ich sicher bin, dass die GDL nicht mehr viel Zeit hat, in der sie mit Ihren Streiks ein ganzes Land am Gleis stehen lassen kann. Bald werden auch Züge völlig automatisiert fahren. Diese autonom fahrenden Züge werden weniger Menschen überfahren, weil der menschliche Lokführer gar nicht so schnell reagieren kann, wenn er eine Gefahr erkennt, wie ein autonomes System es kann. Sie werden pünktlicher sein, weil Computer effizienter kommunizieren als Menschen und Entscheidungen nicht aus dem Bauch treffen, sondern nach mathematisch optimalen Lösungen.

Es sei denn, die Politik und der gesellschaftliche Druck sind stark genug um den technischen Fortschritt mit Gesetzen und öffentlicher Stimmung aus diesem Bereich raus zu halten. Das halte ich für etwas so wahrscheinlich wie den Lottogewinn am Mittwoch.

Was aber bedeutet das für uns als Gesellschaft? Was tun die Menschen den ganzen Tag, wenn sie keine Arbeit mehr haben und in der Glotze nix vernünftiges läuft?

Fragt mich was leichteres. Ich bin mur nur bei einem sicher: Um ein bedingungsloses Grundeinkommen wird kein Weg vorbei führen. Also keiner, der den gesellschaftlichen Frieden wahrt und nicht zur totalen Verelendung breiter Gesellschaftsschichten führt. Ich warte dann mal gespannt auf den Autopiloten der Deutschen Bahn, bin froh dass ich an diesem Wochenende die Stadt nicht verlassen musste und schau mich vorsichtshalber mal nach nem PKW um. Zumindest bis dann endlich das autonome Auto auch durch den TÜV kommt. Tja. Danke, GDL.

In diesem Sinne, liebe Lokführer*innen: Streikt, so lange Ihr noch gebraucht werdet.

Bald heißt es dann in Stellenanzeigen der Bahn und anderer Firmen: Humans need not apply.

 

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