Autor: Andreas Paech

Neues Wahlrecht

von

Zur Bundestagswahl 2013 wurde das Wahlverfahren angepasst, um eine Verfälschung der Sitzverteilung zu korrigieren. Für den Wähler hat sich dabei nicht geändert, sondern nur die Berechnung der Sitze und deren Zuordnung der zu den Parteien. Allgemeines Jeder Wähler hat zwei Stimmen: Die Erststimme für den Direktkandidaten des Wahlkreises. So wird sichergestellt, dass jeder Wahlkreis im Bundestag vertreten wird. Die Zweitstimme für eine Partei. Es gibt 299 Wahlkreise und somit auch 299 Direktmandate. Idealerweise geht man von weiteren 299 weiteren Sitzen für die Zweitstimme aus, so dass der Bundestag 598 Sitze hat. Aber warum hat der aktuelle Bundestag 613 Sitze? Problem: Überhangsmandate Die Zweitstimme ist ausschlaggebend für die Gesamtanzahl der Sitze einer Partei! Nehmen wir an, dass eine große Partei ungefähr 63,6% der Direktmandate erzielt. Das wären schon einmal 190 Sitze. Das Zweitstimmen-Ergebnis ergibt aber nur 30%. Da das Zweitstimmen-Ergebnis aber ausschlaggebend für die Anzahl der Sitze einer Partei ist, stehen der Partei nur $0,3 cdot 598 = 180$ Sitze zu. Somit hat die Partei 10 Sitze mehr als ihr nach Zweitstimmen-Ergebnis zusteht. Da aber alle …