Autor: Larissa Bochmann

Eichmann in Jerusalem – Sozialpsychologische Perspektiven auf das Böse

von

1961 wurde in Jerusalem der Prozess des Staates Israel gegen Adolf Eichmann eröffnet. Er war angeklagt, weil er maßgeblich die Deportation und Ermordung von 6 Millionen Jüdinnen und Juden und anderen Menschen organisierte. Als 1961 der Prozess eröffnet wurde durfte Hannah Arendt den Prozess für die amerikanische Zeitschrift The New Yorker als Berichterstatterin verfolgen. Ihr Prozessbericht bestand aus fünf Artikeln, die später auch als Buch herausgebracht wurden. Ihre Artikel wurden harsch kritisiert , unter anderem, weil sie davon ausging, dass Eichmann ein „höchst mediokrer Mensch“ war und keineswegs das personalisierte Böse, das Monster als das er in vielen Medien und Mündern beschrieben wurde. Ihre Charakterisierung warf die Frage nach dem Wesen Eichmanns anders auf, als sie bisher gesehen worden war und damit auch fundamental der Anklage der Staatsanwaltschaft widersprach. Das Bild das sie zeichnete, zeugte keineswegs von dem dämonisch, niederträchtig und sadistisch handelndem Monster, als das er von vielen Seiten gesehen wurde. Sie fand in seinen Aussagen keine Hinweise auf niederträchtige Motive, wie Hass oder Gier, sondern ging davon aus, dass er aus „Gedankenlosigkeit“ gehandelt …