Autor: Lea Schweckendiek

Rainbow Heart - von Mathias Rengel - CC0

Eine hasserfüllte Rede von einem etwas anderen Verständnis der ‘Nächstenliebe’

von

Ein offener Brief Berühmtheit bedeutet keineswegs Weisheit. Und Christ*innentum bedeutet keineswegs Nächstenliebe. Das machte Peter Hahne mit seinem Auftritt im Juni in der Elia-Kirchengemeinde nahe Hannover ganz besonders deutlich, den ich als Redakteurin der lokalen Wochenzeitung vor Ort begleite. Leitet er seine Predigt noch mit den Liedstrophen „Gott, weil du mich kennst und trotzdem liebst (…)“ ein, geht es in Hahnes Auftritt schon bald ganz und gar nicht mehr um Liebe. Es mutet zunächst einmal großstädtisch an – der Auftritt eines (in die Jahre gekommenen) ZDF Moderators in einer Kleinstadtgemeinde – und doch berichtet Hahne aus seiner sehr kleinen Welt. Genderwahn? Es beginnt im einleitenden Dialog. „Als ich noch zur Schule ging, da mussten wir unerträgliche Aufsätze schreiben. Die Lehrkräfte haben uns damals mit Grammatik und Methoden das Schulleben zur Hölle gemacht,“ witzelt Hahne, und dann „Heute machen wir den Schülern das Leben plötzlich viel mehr mit so Blödsinn wie ‘Gendern’ schwer.“ Der 60 Jahre alte Cis-Mann wirbt für ein jahrhundertealtes, veraltetes männlich dominiertes System der Unterdrückung und der Heteronormativität und wettert gegen ein Aufbrechen …