Autor: nuocu

Lieber Horst – danke!

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Lieber Horst, ich schreibe dir, um dir von Herzen für deine Arbeit und deine Hartnäckigkeit zu danken. Die letzten Wochen und Monate haben du und deine Parteikollegen jede sich bietende Gelegenheit genutzt, in Zeitung, Rundfunk und Fernsehen die Forderungen der CSU einzubringen, ganz egal, wie viel Gegenwind ihr dafür einstecken musstet. Speziell jetzt nach der Bundestagswahl hast du da noch einmal einen starken Spurt hingelegt: Jedes hingehaltene Mikrofon, jede laufende Kamera, jede eifrig mitschreibende Journalistin bekam von dir täglich, beinahe stündlich geliefert. Und der Plan ging auf. Spätestens am Tag nach der Wahl warst du die Nummer 1. in den Nachrichten. Du und niemand Anderes hat die Schlagzeilen und Titelseiten erobert. Und dafür danke ich dir. Warum? Du hast es geschafft, dass ich nach der Wahl schon wieder fast vergessen habe, dass die AfD ins Parlament gewählt wurde. Sich endlich mal ernsthaft mit dem Nazi-Problem auseinander zu setzen, das diese Gesellschaft offenbar hat, wäre schließlich nur anstrengend und würde am Ende noch zu einer tatsächlichen Verbesserung führen. Du hast alle Mikrofone mit deinen oft fragwürdigen, …

Wenn das mit dem studentischen Engagement mal besser klappt - hier ein Fotos aus Wien, 2009.

Die großen Kämpfe sind doch alle ausgefochten

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Die großen Kämpfe sind doch alle ausgefochten Vom alleingelassen fühlen Das ist hier ist keine sachliche Abhandlung. Keine Argumentation. Kein Artikel. Ich schreibe deswegen nicht mit „Das Autor ist…“-Konstrukten in der dritten Person, sondern direkt und persönlich. Ich lebe in Baden Württemberg, ich studiere dort und bin auch in der Hochschulpolitik aktiv. Vor einigen Wochen hatten wir da Wahlen. Alle Studierenden und eingeschriebenen Promovierenden waren aufgerufen, ihre Stimme für die jeweiligen Fachschaftsvorstände und das Studierendenparlament abzugeben. Ich selbst habe nicht kandidiert, weil ich es nicht kann, dazu später mehr. Die Wahl habe ich dennoch unterstützt: Ich habe eine unserer Wahlurnen zwei Tage lang geleitet und war auch beim Auszählen dabei. Damit Stimmen abgegeben werden können, müssen immer mindestens zwei Personen eine Urne betreuen. Freitag Nachmittag half mir einer der letzten Diplomer – deutlich älter als ich, hochschulpolitisch erfahrener und sehr politisch. Dazu gesagt, seine Eltern sind politischer als meine, sie haben ihn früh einbezogen, kritisch diskutiert. Da immer mehrere Urnen gleichzeitig geöffnet haben, sind wir vernetzt, haben ein zentrales Wähler*innenverzeichnis und können so verhindern, dass …

WannaCry – Es ist einfach zum Heulen

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Über Sicherheit, Updates und „niemand will mich hacken“ Ein Frühjahrswochenende kommt und auf reddit und Twitter gibt es die ersten Fotos. Keine Screenshots, sondern tatsächlich abfotographierte Bildschirme. Irgendwelche öffentlichen Bildschirme, später Abfahrtsanzeigen bei der Bahn und eine ganze Menge PCs in britischen Krankenhäusern. Was zu sehen ist, ist vom Prinzip her nichts Neues. Schadsoftware, die auf infizierten Rechnern die Daten verschlüsselt, Lösegeld für die Entschlüsselung fordert und sich über das Netzwerk weiter verteilt. Das Prinzip heißt Ransomware und war schon öfter in der Weltgeschichte unterwegs. Festplatten verschlüsseln (und entschlüsseln) ist kein Hexenwerk. Ein halbes Jahr Programmierkurs kann da reichen. Auch Software, die sich aus dem Netz installiert, ist keine Zauberei. Der wirklich kritische Teil ist, dass die Installation selbst unbemerkt und auch ohne Zutun der Besitzer*innen der Maschinen passiert. Dafür braucht es eine Sicherheitslücke. Und hier wurde WannaCry dann spannend. Die verwendete Lücke befand sich im Netzwerkcode von Windows und da schon seit XP – in unserem Kontext eine kleine Ewigkeit. Offiziell wird XP auch tatsächlich nicht mehr unterstützt. Es hätte sich einen Platz in …

Non-binary – Von Toiletten, Händeschütteln und Schuhgrößen

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Ich bin geschlechtslos – und gehörte damit zu den Menschen mit einem nicht-binären Geschlecht. Und genau darum geht es hier. Mein Erstkontakt zu nicht-binär, non-binary, NB oder auch Enby war etwas holprig. Das liegt daran, dass ich, wenn ich nicht gerade Texte über mich schreibe, Informatik studiere. In der Informatik wird meistens nur mit 0 und 1 gezählt. Das ist praktisch, weil sich Bauteile, die verschieden reagieren, je nach dem ob Strom (1) kommt, oder nicht (0) verwenden lassen. So bin ich es gewohnt, dass alles binär dargestellt werden kann. Binärität ist in der Informatik keine Einschränkung. Im queeren Kontext ist Binärität genau das Gegenteil: ein System, das nur zwei Zustände erlaubt: 0 und 1, A und B, Frau oder Mann. Hier ist das Gegenteil dann Nicht-Binär. Holprige Angelegenheit wie gesagt: In der einen Hälfte meines Lebens ist alles Binär, in der anderen fällt gewaltig viel unter den Bus, wenn alles Binär sein soll. Für den Rest dieses Textes verabschiede ich mich also von der Informatik und verstehe Binärität als System, das immer nur eine …