Autor: nykeslawik

Wand mit Graffitti "Gender: Queer"
Gender Queer - von Charles Hutchins - CC BY 2.0

Lasst uns den Mund aufmachen und hört gefälligst zu! – Über die Sichtbarkeit von Transpersonen im deutschsprachigen Raum

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Es gab eine Zeit, in der mir andere Transpersonen lediglich aus dem Internet und reißerischen, sensationsgeilen RTL II-Dokus bekannt waren, die klassischerweise durchweg falsche Pronomen benutzten und die Protagonist*innen mit ihren alten Namen bezeichneten. Die einzige Prominente, die ich zufällig durch die Bravo (das mit dem famosen Dr. Sommer) kennenlernte, war Kim Petras, die damals Schlagzeilen als erste Minderjährige machte, die eine Erlaubnis für eine Geschlechtsangleichung bekam. Außerdem hatte Petras bereits vor ihrer Pubertät Hormonblocker erhalten, weswegen sie niemals eine von Testosteron dominierte Pubertät durchlief. Durch den ausbleibenden Stimmbruch erhielt Kim sich eine verhältnismäßig hohe Stimme im Gegensatz zu vielen Transfrauen, die erst im Erwachsenenalter eine Hormontherapie beanspruchen und den Stimmbruch bereits durchlaufen haben. Eine gewisse Bekanntheit konnte sich Kim dadurch als Sängerin auf ihrem eigenen YouTube-Kanal verschaffen. Ich fand Kim damals unglaublich faszinierend, weil sie bereits im Kindesalter gegen das ihr fälschlicherweise zugewiesene männliche Geschlecht rebellierte und ihre Eltern sie in allen Schritten der Transition unterstützten. Von Kims Beispiel abgesehen, beschränkte sich meine Kenntnis anderer Transpersonen jedoch lange auf Menschen, die ich nur fand, …