Autor: SPUNK

Britische Wahlen: Eine Woche später

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Der folgende Text erschien eine Woche nach den britischen Wahlen im Magazin Ecosprinter, das als Plattform für junge grüne Europäer*innen dient. Er ist aus dem Englischen übersetzt. Britische Politik ist für den Rest der EU nicht leicht zu verstehen. Sobald man in Großbritannien ankommt, fallen die Unterschiede zum Festland der EU auf. Zunächst gibt es tatsächlich eine Grenze, an der Reisepässe kontrolliert werden, was einen daran erinnert, was für ein Privileg es ist, in einem grenzfreien Kontinent zu leben. Wenn man danach sein Geld umtauscht, wird einem klar, dass Menschen, die in Grenzregionen leben, vor nicht allzu langer Zeit zwei Währungen dabeihaben mussten. Verlässt man dann den Flughafen, fällt auf, dass die Autos auf der anderen Straßenseite fahren, und sobald man seine Unterkunft erreicht, bemerkt man die ungewohnten Steckdosen und Wasserhähne. Aber auch in politischen System gibt es große Unterschiede. Das Oberhaus wird nicht gewählt und auch das Oberhaupt unseres Staates ist nicht demokratisch bestätigt. In das Parlament passen rein physisch gar nicht alle seine gewählten Mitglieder und dennoch ist Großbritannien wohl der EU-Mitgliedsstaat, der …

Titelbild der Artikelreihe aus dem Ecosprinter

Wahlen in Großbritannien – Manchester

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Manchester, 7. Juni 2017 Geh durch das Zentrum von Manchester, nur wenige Stunden bevor die Wahllokale öffnen, und du wirst nicht mal auf die Idee kommen, dass es hier gerade eine landesweite Wahl gibt. Niemand verteilt Flugblätter in den Straßen und du wirst auch nirgendwo „Für die vielen“ oder „Stark und Verlässlich“ angeschrieben sehen. Der Grund ist einfach: die Stadt besteht aus sicheren Sitzen für die Sozialdemokraten. Es gibt gar keinen wirklichen Wettbewerb. Von Europa aus gesehen bedeutet die Besonderheit im britischem Wahlsystem, dass die Stimme eine*r Manchester*in annähernd wertlos ist und die Aufmerksamkeit, die die Parteien Manchester während der Wahlen zuteil werden lassen, gegen Null geht. Für die Kernstadt und das direkte Umland von Manchester hat die grüne Partei einige junge Kandidat*innen aufgestellt, im Versuch, die Partei dort zukünftig wettbewerbsfähiger zu machen. Brighton Pavillon, der bis jetzt einzige grüne Sitz, war bis 2010 ein sozialdemokratischer Sitz, genau so ist es in Bristol West noch. Der Wahlkreis, den die Grünen besonders ins Auge gefasst haben. Die Strategie scheint an Orten, in denen nicht stark taktisch …

Wahlen in Großbritannien – die politische Ausgangssituation

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Während ich durch England reise, um die Wahlen nächsten Donnerstag besser verfolgen zu können, gibt es wenig Sicherheit darüber, was passieren wird. Seit die Tories diese vorgezogenen Wahlen ankündigten, ist die Zustimmung zu den Sozialdemokraten in einem der beeindruckendsten Comeback der jüngeren Geschichte angewachsen. Gewannen die Konservativen anfangs auch noch durch UKIP Wähler*innen, die zu den Brexit-Befürwortenden Konservativen überliefen, ist ihre Unterstützung mittlerweile gesunken, nach dem ihre Pläne um den Brexit, die NHS (nationaler Gesundheitsdienst) und die Wirtschaft bei den Brit*innen schlecht ankamen. Dazu kommt noch der Einfluss der beiden Terrorangriffe in Manchester und London, die die letzten Jahre von Theresa Mays Führung im Innenministerium und als Premierministerin in Frage stellten. Einer der beeindruckendsten Fakten zu dieser Wahl, insbesondere für diejenigen, die die Politik im vereinigten Königreich die letzten zwei Jahre verfolgten, war die Geschlossenheit der Labour-Partei um Jeremy Corbyn, einem Parteichef, der es nach ständigen Rangkämpfen jetzt geschafft hat, sich als ein guter Wahlkämpfer unter Beweis zu stellen. Auch seine Standpunkte kamen bei den Wähler*innen sehr gut an. Das ist gerade mit dem Vorwissen, …

Vermummte Gewalttäter*innen auf Hamburgs Straßen

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Erfahrungsbericht von den Protesten gegen den G20-Gipfel im Hamburg von einem Mitglied der GRÜNEN JUGEND Hannover. Im Bericht wird unter anderem Polizeigewalt thematisiert. Die berichtende Person ist der SPUNK-Redaktion bekannt, wir veröffentlichen den Bericht hier anonym. Im Zuge der Proteste gegen den G20-Gipel in Hamburg gibt es viel mehr zu berichten, als in diesem Text möglich ist. Dazu gehören die versammlungsfeindliche Polizeistrategie, das völlig überzogene und eskalierende Vorgehen der Einsatzkräfte schon lange vor Gipfelbeginn, die weiträumige Aufhebung der Versammlungsfreiheit, die massive Einschränkung allen Protests und die Wut und der Frust anlässlich der massiven Gewalt von Seiten der Polizei wie auch Teilen der Protestierenden. Dazu gehören aber auch die tolle Stimmung im Protestcamp in Altona, als es endlich entstehen durfte, viele Demonstration und erfolgreiche Aktionen, der solidarische Bezug vieler Aktionsformen aufeinander, die breite Unterstützung vieler Hamburger*innen für die Proteste und die gelebte internationale Solidarität, die eine ganz besondere Hoffnung und Inspiration versprühen. Allein die Teilnehmer*innenzahlen an den Protesten, den Einschüchterungs- und Kriminalisierungsversuchen zum Trotz, senden ein deutliches Signal. Am nachhaltigsten beeindruckt und im Gedächtnis bleiben werden …

10 Dinge, die dir auf einer Spunk Klausur passieren

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10 Dinge die dir auf einer Spunk Klausur passieren Vom 09. bis zum 11. Dezember fand in Berlin unsere SPUNK-Redaktionsklausur statt. Wir haben unsere Pläne für das Jahr 2017 gemacht, sowie uns Ziele und Projekte für den Wahlkampf gesetzt. Was uns sonst noch alles begegnet ist an diesem Wochenende könnt ihr in den nächsten 10 Punkten sehen 1. Du isst viel zu viel, besonders Mandel-Spinat-Bällchen via GIPHY 2. Du steigst am Hauptbahnhof in Berlin aus und läufst in andere GRÜNE JUGEND Menschen – diese Stadt ist echt ein Dorf! via GIPHY 3. Du verspätest dich um 1 ½ Stunden, weil der Bus der BVG mal wieder nicht fährt via GIPHY 4. Dir begegnen in Berlin mehr Wildtiere als in deinem Kaff zu Hause via GIPHY 5. Die BGS hat dir zwar einen Raum reserviert, aber die Alt-Grünen tagen trotzdem darin via GIPHY 6. Du schreibst einen Artikel zu Gehirn-Trash und Einhörnern via GIPHY 7. Du gehst für Nudeln mit Tomatensauce einkaufen und merkst dann beim kochen, das du die Nudeln vergessen hast via GIPHY 8. …

I want to bi free…

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Inhaltswarnung: Dieser Artikel beschäftigt sich unter anderem mit bi-feindlichen Klischees, Kommentaren und Ausschlüssen. In den letzten Tagen machte auf Twitter ein Screenshot aus einem Onlineartikel der Jugendzeitschrift BRAVO die Runde.  Hier erklärt das Dr.-Sommer-Team, was es heißt, bisexuell zu lieben – allerdings denkbar schlecht. Zunächst einmal wird hier durchgehend von „den beiden Geschlechtern“ geschrieben, obwohl es deutlich mehr gibt. Doch auch darüber hinaus wird Bisexualität hier auf eine Weise dargestellt, die nicht hilfreich ist und im Gegenteil noch Klischees verstärkt. So wird Bisexualität damit gleichgesetzt, unbedingt mehrere Beziehung haben zu wollen. Ganz beiläufig wird dabei auch noch suggeriert, Bisexuelle würden eher dazu neigen, zu betrügen. Liest mensch den Text weiter, heißt es, mache Bisexuelle würden ihre Bisexualität eben „nicht ausleben“ und „wie Heteros oder Homos“ in Mono-Beziehungen leben oder heiraten. Oder sie würden sich quasi abwechselnd Frauen* und Männer* als Partner*innen suchen – als könnte mensch sich entscheiden, in wen mensch sich verliebt. Dass es in Beziehungen nicht immer nur Sex geht, und auch asexuelle Menschen romantische Gefühle für Menschen von mehr als einem Geschlecht …