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Bundes- und Landesvorstandssitzung

Am Wochenende war wieder Buvolavosi. Und auch derart exklusive Wortneuschöpfungen, wie etwa ‚Buvolavosi‘ und die Debattenkultur der Grünen Jugend im Allgemeinen waren erneut Thema des traditionell zwei Mal im Jahr stattfindenden Vernetzungstreffen zwischen Bundesvorstand und den Landesvorständen.

Während einige von uns am Freitag noch gemeinsam gegen Nazis auf die Straße gingen, galt es am Samstag eine reichlich bestückte Tagesordnung abzuarbeiten. Fundament unserer Diskussion bildete zunächst ein Bericht aller anwesenden Landesvorstände darüber, welche politischen Schwerpunkte und Projekte in ihren Verbänden zurzeit auf der Agenda stehen. Schnell wurde klar, dass einige Landesverbände an der Verwirklichung ähnlicher Ideen arbeiteten, dabei jedoch eher wenig Kontakt untereinander besteht.

Ein Problem etwa, welches fast jeder Verband nannte, war der zunehmende Mitgliederschwund. Die Grüne Jugend schrumpft. Und wenn ein Verband kleiner wird, ist es sinnvoll sich zu vernetzen und enger zusammen zu arbeiten.

Gründe für eine sinnvolle Vernetzung gab es reichlich: Pegida, G7, Regierungsbeteiligung, Landwirtschaft und Ernährungspolitik, um nur einige zu nennen. Darüber hinaus gab es aber auch vorher festgelegte Themen. Der Bundesvorstand etwa referierte über Divestment, Pegida, AfD und die Debattenkutur im Verband. Dazu gab es dann schließlich auch disziplinierte Debatten, welche teilweise am Sonntag im World Café fortgeführt werden konnten.

Ein Thema, welches natürlich allen unter den Nägeln brannte und auch innerhalb der Grünen Jugend viel Konfliktpotenzial birgt, war die Diskussion um Koalitionsmöglichkeiten.

Gerade die Vertreter*innen aus Hessen und Thüringen berichteten von ihren Erfahrungen. Eine Debatte, die noch eine wichtige Rolle innerhalb der Grünen Jugend spielen wird. Gerade weil sie vom Bündnis 90/Die Grünen Bundesvorstand zunehmend schon perspektivisch auf die Bundestagswahlen 2017 angeregt wird, sei es das Ablehnen von Annäherungsversuchen der Linken, oder das Liebäugeln mit der CDU, beispielsweise durch Cem Özdemir. So umstritten diese Position des Bundesvorsitzenden allerdings auch innerhalb der Grünen Jugend ist, hielt es uns nicht ab, auf anderem Felde unsere Solidarität zu beweisen. Am Samstagabend erreichte uns nämlich die Nachricht, dass die Immunität des Bundestagsabgeordneten aufgehoben wurde, da die Staatsanwaltschaft wegen einer vermutlichen Hanfpflanze in Cems Anwesenheit auf einem YouTube Video ermittelt. Anlass genug uns erneut gegen die Illegalisierung von Cannabis auszusprechen:

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen @cem_oezdemir wegen Cannabisanbau. Wir stellen uns! #LegalizeIt #FreeCem pic.twitter.com/DD4sJzhTEj

— GRÜNE JUGEND (@gruene_jugend) 17. Januar 2015

Und so stand auch ein weiteres Thema für den Sonntagvormittag fest: Drogenpolitik. Passend, dass sich der Bundesvorstand bereits vorher dazu entschied, Drogenpolitik erneut als Schwerpunktthema der zweiten Jahreshälfte zu wählen. Ein Thema, das ganz aktuell auch die Bundesvorstände der Grünen Jugend und der Altgrünen enger zusammenrücken lassen könnte.

Denn auch bei politischen Differenzen bleibt es wichtig, sich untereinander zu solidarisieren, solange Ziel und Weg gemeinsamen Werten entsprechen. Diese Gemeinsamkeiten hat sich bei der Buvolavosi wieder gezeigt. Obwohl wir schrumpfen, wächst die Motivation, für eine progressive Gesellschaft zu kämpfen. Auch wenn zunächst nur kleine Schritte möglich wären, etwa dass man sich straffrei neben einer Hanfpflanze ablichten darf.

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