Alle Artikel in: Aktuelle Artikelserie

Auf geht’s, ab geht’s… – Bericht von den Kohleprotesten

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Vom 24.-29. August beteiligte sich die GRÜNE JUGEND an den Aktionstagen rund um die Kohleproteste im Rheinischen Braunkohlerevier. Das Klimacamp, das schon von der Degrowth Summer School mit aufgebaut worden war, war auch in diesem Jahr wieder zentraler Punkt für eine Klima-Bewegung, die 6000 Aktivist*innen vor Ort umfasste. Es waren die größten Klimaproteste die das Rheinland je erlebt hat und ein riesiger Erfolg für die Klimagerechtigkeitsbewegung. Das Rheinische Braunkohlerevier sorgt lokal (wir berichteten) und global für massive Umwelt- und Sozialschäden. Etliche Dörfer wurden im Rheinland bereits abgebaggert und vollkommen zerstört, Ökosysteme wie der Hambacher Forst fallen der Kohle zum Opfer und die ökologischen Langzeitfolgen, bspw. für das Trinkwasser, sind teilweise nicht abzusehen. Und auch global befördert die Braunkohleverstromung in massivem Maße den Klimawandel. Wenn es um die Begrenzung der Klimakrise geht, dann geht es auch immer um Gerechtigkeit und darum Antworten auf gesellschaftspolitische Fragen zu finden. An den Tagen haben wir klar gemacht, dass die Klimagerechtigkeitsbewegung von Solidarität, Demokratie und radikalen Umweltschutz lebt.  Das reicht von der basisdemokratischen Organisation der  Proteste selber bis zum solidarischen Camp-Finger, der dafür sorgte, …

Wahlkampf auf der Insel

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Jonas und Moritz waren gemeinsam mit Anna aus den Niederlanden und Anna aus Tschechien in Bristol, UK und unterstützten die dortigen Grünen in den letzten Tagen des Wahlkampfs. Der dritte Urnengang innerhalb von drei Jahren in Großbritannien liegt hinter uns (Parlamentswahl 2015, Brexit-Referendum 2016, Parlamentswahl 2017). So viel Kampagne, da können die Grünen in England (&Wales) jede Hilfe gebrauchen. Dabei handelte es sich um vorgezogene Neuwahlen, mit welchen sich Prime Minister Theresa May gewaltig verzockt hat. Wollte sie durch die Wahlen gute Umfragewerte nutzen und ihre bereits vorhandene Mehrheit ausbauen (5 Jahre ohne Wahlen, stabile Mehrheit um parteiinterne Kritiker*innen zu entmachten, deutliches Signal bei den Brexit-Verhandlungen), verlor sie bei der Wahl ihre absolute Mehrheit und muss nun in eine Koalitionsregierung. Dass kein Regierungswechsel zu erwarten war, liegt vor allem daran, dass die United Kingdom Independence Party (UKIP) massiv verlor – und vollkommen verschwand. Ihre Wähler*innen wanderten erwartungsgemäß zu den Konservativen von Premierministerin May. Obwohl sie einen katastrophalen Wahlkampf ablieferte – inklusive Infragestellung der Menschenrechte – konnte ihr Fall dadurch etwas abgemildert werden. Ihr Gegner auf …

Participate, Act, Change! Day by Day.

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Day 1 We are now in Landshut, Germany at the Participate, Act, Change project last part, the youth exhange between Sweden, Norway and Germany. This whole thing started at the spring of 2016. At that time we had been active in our own countries helping refugees and arranging “Refugees welcome”-manifestations. We were all in our countries seeing the situation of migration had been going on television. But we also saw the rise of right-wing politics, more and more openly articulated racism, attacks on refugees, the closure of european borders and many more inacceptable things. We came together and started working on an application to Erasmus+ consisting on two pillars – migration and youth participation. A team wrote the application and six months later the project was granted funding from Erasmus+, woho! In January 2017 we met in Oslo and started talking about how this youth exchange would look. We saw that the Swedish young greens had made an awesome campaign tour to recruit members with unicorn tattoos. The Norwegian young greens had made a great …

Der Wahlschein

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»Wen hast’n gewählt?«, frage ich beim Essen. Es hatte gerade eine Wahl für irgendwas stattgefunden. »Ich hab nicht gewählt«, sagt das Känguru. »Darfste nicht?«, frage ich. »Ich darf nicht und ich will nicht«, sagt das Känguru. »Du willst nicht?«, frage ich. »Ja. Weil das gar keine Wahl ist«, sagt das Känguru. »Das ist nämlich nur ein Demokratietrugbild, eine Abstimmungsattrappe, eine Volksherrschafts-Fata-Morgana. Kurz gesagt: nur der Schein einer Wahl, oder, um den offiziellen Terminus zu verwenden: ein Wahlschein.« Das Känguru

Lesbische Identität in einer Frauenrechtsorganisation – „Jeden Tag muss ich mich outen“

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Einige Monate habe ich mit großer Überzeugung für eine internationale Organisation gearbeitet, die sexualisierte und geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen bekämpft und Überlebende nachhaltig unterstützt. Bereits beim Bewerbungsgespräch wurde gefragt, ob ich Feministin sei, das sei schließlich Einstellungsvoraussetzung. Kurz darauf bezog ich mein neues Büro und lernte die Mitarbeiterinnen kennen. Dabei fiel mir auf, wie homogen die Gruppe meiner Kolleginnen doch war: Zwar gab es junge und alte Frauen und vielleicht auch einige, die nicht studiert hatten. Insgesamt aber schienen alle ziemlich ähnlich gestrickt zu sein. Nicht zuletzt verbindet sie alle die gleiche Einstellung, Überzeugung und der Einsatz für die Rechte aller Frauen. Ein unsichtbarer Kampf Trotz dieser scheinbaren Homogenität merkte ich schnell, dass ein asymmetrischer Kampf herrschte, der von einigen wenigen Mitarbeiterinnen gegen die große Mehrheit geführt wurde – ohne, dass Letztere sich dessen bewusst schien. Die Rede ist von den wenigen lesbischen Frauen, die versuchten, ihre Identität in die Organisation einzubringen. Mit dem Ziel, die anderen Mitarbeiterinnen für das Thema zu sensibilisieren, aber auch die Unterstützung für LGBTQI-Frauen in den Kriegsgebieten mehr in den …

Jahresschwerpunkt Demokratie – Auftakt der Artikelserie

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Dass wir als GRÜNE JUGEND das Thema Demokratie zu unserem Jahresschwerpunkt auserkoren haben, mag einige verwundern, ist doch der Rechtspopulismus aktuell die zentrale politische Herausforderung. Andere mag es wiederum überhaupt nicht überraschen. Ich bin gebeten worden, einen Artikel zum Auftakt einer Artikelserie zu schreiben, die sich diesem Thema widmet und hoffentlich Reflexionen zur Frage, warum wir uns mit so einer Selbstverständlichkeit wie Demokratie beschäftigen sollten, anzuregen. Ich werde deshalb im Folgenden versuchen, einige Fragen und Thesen zum dem großen, ja riesigen Themenkomplex „Demokratie“ aufzuwerfen, die dann in den folgenden Artikeln weiterdiskutiert werden können. Heute, so meine Überzeugung, müssen wir so ernsthaft wie lange nicht mehr über Demokratie diskutieren und streiten. Dafür gibt es mehrere Gründe: Aktuell ist die repräsentativ-parlamentarische Demokratie von innen durch den globalen Kapitalismus und Ermüdungserscheinungen – man könnte in manchen Fällen von einer Art Auszehrung sprechen – gezeichnet und gleichzeitig in ihrer Entwicklung von autoritär-populistischen Kräften getrieben. Das zeigt sich insbesondere in der Forderung nach direkter Demokratie. Die These von der Ermüdung der Demokratie ist gewagt. In dieser Diskussion geht es jedoch …