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Netzneutralität: Machtausbau von Konzernen statt Verbindungen zwischen Menschen?

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Buche ich die Zusatzoption “StreamOn” im Mobilfunktarif „MagentaMobil“ der Deutschen Telekom, kann ich Audios und Videos von bestimmten Partner-Anbietern abspielen, ohne dass mir diese Internetbenutzung auf meinen Datenverbrauch angerechnet wird. So weit, so banal? Nein, denn diese Ausnahme hat heftige politische Debatten um die Freiheit und Grundzüge des Internets ausgelöst. 2017 klagte die Verbraucherschutzbehörde gegen StreamOn, genau wie im vergleichbaren Fall des „Vodafone GigaPass“1. Die Bundesnetzagentur verbot der Telekom daraufhin nicht das Gratis-Surfing-Angebot StreamOn an sich, aber die absichtliche Drosselung von Video-Streaming (Reduzierung der Datenübertragungsrate ohne technischen Grund, um möglichst wenig kostenlosen Datenverbrauch zu erzeugen2)3. Die Vodafone-Tarifoption wird derzeit noch geprüft. Aus dem Grund, dass die sogenannten Zero-Rating-Angebote einen wichtigen Grundsatz des Internets unterwandern: Den der Netzneutralität. Das heißt, dass technisch gesehen alle Datenpakete vom Internet-Anbieter gleich (schnell) übertragen werden. Es lässt sich mit einer Autobahn vergleichen, auf der private Firmen ohne Netzneutralität gegen eine Gebühr die Geschwindigkeitsbeschränkung für zahlungskräftige Kunden aufheben würden. Während Telekommunikationsdienstleister bislang die physische Infrastruktur bereitstellten4 und wertneutral übertrugen, nehmen sie nun zunehmend Einfluss auf das Wie und Was der Datenvermittlung. …