Alle Artikel in: Erinnern und Gedenken

Deutscher Kolonialismus - Fragmente seiner Geschichte und Gegenwart / Foto: privat

Deutscher Kolonialismus – Perspektiven auf eine Ausstellung

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Seit dem 14.10.2016 wird im Deutschen Historischen Museum in Berlin die Sonderausstellung “Deutscher Kolonialismus – Fragmente seiner Geschichte und Gegenwart” gezeigt. Unser Redakteur Florian stattete ihr einen Besuch ab und schildert hier seine Eindrücke Als ich an einem sonnig-kalten Winternachmittag durch Berlin-Mitte zum Deutschen Historischen Museum fahre, bin ich sehr gespannt, was mich erwarten wird: Die erste ausführliche Sonderausstellung zu Deutschem Kolonialismus, der in meinem Geschichtsunterricht im Schatten der NS- und der DDR-Geschichte schlichtweg untergegangen ist. Ein sehr dunkles Stück Deutscher Geschichte, das bisher im öffentlichen Diskurs zu wenig kritisch betrachtet und diskutiert wurde. Im Folgenden möchte ich ein paar meiner Eindrücke schildern – ohne Anspruch auf Vollständigkeit, da ein einzelner Artikel, oder auch eine einzelne Ausstellung – diesem umfassenden und ausführlich zu betrachtenden Thema nicht gerecht werden würde. Der Aufbau Die Ausstellung ist in acht „Themenräume“ unterteilt: (1) Deutscher Kolonialismus im globalen Kontext, (2) Koloniale Weltbilder und Koloniale Herrschaft, (3) Aushandlungen im Kolonialen Alltag, (4) Grenzziehungen und Grenzüberschreitungen im Kolonialen Verhältnis, (5) Koloniale Sammlungen, Kolonialer Blick, (6) Kolonialismus ohne Kolonien, (7) Dekolonisierung und Geteilte …

Zeitungen
Pluriformity - von Jeroen Bosman - CC BY-NC-SA 2.0

„Lügenpresse“ – ein uralter Kampfbegriff

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Lügenpresse – so lautet das Unwort des Jahres 2014. PEGIDA-Anhänger*innen rufen den Begriff beispielsweise auf ihren Demonstrationen. Sie werfen den etablierten Medien vor, ihre Ansichten verdreht darzustellen oder gar zu manipulieren (vgl. Kontaktversuch: Lügenpresse trifft Pegida). In Verschwörungstheoretiker*innen-Kreisen wird schon länger der Verdacht gehegt, dass die „Lügenpresse“ ein „geistiges Umerziehungslager“, ein „gleichgeschalteter Medienapparat“ und ein Unterdrücker und Ausgrenzer unerwünschter Meinungen – getreu der Methoden im Nationalsozialismus – sei (vgl. Der Hass der Bescheidwisser). So zumindest ist es in facebook-Kommentaren oder in Internetforen nach zu lesen.

Eichmann in Jerusalem – Sozialpsychologische Perspektiven auf das Böse

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1961 wurde in Jerusalem der Prozess des Staates Israel gegen Adolf Eichmann eröffnet. Er war angeklagt, weil er maßgeblich die Deportation und Ermordung von 6 Millionen Jüdinnen und Juden und anderen Menschen organisierte. Als 1961 der Prozess eröffnet wurde durfte Hannah Arendt den Prozess für die amerikanische Zeitschrift The New Yorker als Berichterstatterin verfolgen. Ihr Prozessbericht bestand aus fünf Artikeln, die später auch als Buch herausgebracht wurden. Ihre Artikel wurden harsch kritisiert , unter anderem, weil sie davon ausging, dass Eichmann ein „höchst mediokrer Mensch“ war und keineswegs das personalisierte Böse, das Monster als das er in vielen Medien und Mündern beschrieben wurde. Ihre Charakterisierung warf die Frage nach dem Wesen Eichmanns anders auf, als sie bisher gesehen worden war und damit auch fundamental der Anklage der Staatsanwaltschaft widersprach. Das Bild das sie zeichnete, zeugte keineswegs von dem dämonisch, niederträchtig und sadistisch handelndem Monster, als das er von vielen Seiten gesehen wurde. Sie fand in seinen Aussagen keine Hinweise auf niederträchtige Motive, wie Hass oder Gier, sondern ging davon aus, dass er aus „Gedankenlosigkeit“ gehandelt …

Ein schlechter Start für deutsches Erinnern und Gedenken

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Was für Adenauer den „Abschluss des für jeden Deutschen traurigsten Kapitels unserer Geschichte“ bringen sollte, ging in die Geschichte ein als sogenannte „Wiedergutmachung“. Die absurden Verhandlungen über die Höhe von „Wiedergutmachungszahlungen“ und die Ziele hinter den Zahlungen sind traurige Beispiele für NS-Nachwirkungen.

nazi zombies - Jake or Dinos Chapman show at the White Cube Gallery in London - von Elias Gayles - CC BY 2.0

Nazis in Videospielen

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Spiele, in denen Nazis vorkommen gibt es viele. Kein Wunder, ist doch der zweite Weltkrieg ein Thema, das oft und gerne medial inszeniert wird. Nazis sind aus unserer Popkultur nicht wegzudenken, wie Zombies und Orcs. Nazis sind super. Wolfenstein ist der Prototyp eines Spiels, in dem Nazis als Gegner auftauchen. Das schöne daran ist, dass es keine weitere Motivation oder Erklärung braucht, warum es legitim ist Gewalt anzuwenden. Nazis sind böse, Gewalt ist legitimiert, Feuer frei. Das schöne daran ist, dass es keine weitere Motivation oder Erklärung braucht, warum es legitim ist, Gewalt anzuwenden. Nazis sind böse, Gewalt ist legitimiert, Feuer frei. Gleiches lässt sich natürlich für Zombies und Orcs sagen. Aus einem abstrakten, völlig austauschbaren “rot gegen blau”-Szenario wird sofort der heroische Kampf gegen das Böse und für die Rettung der Welt. Und all das ohne dass man eine spannende Geschichte erfinden oder tief ausgearbeitete Charaktere zeichnen müsste. Da ist es kein Wunder, dass Nazis beziehungsweise der zweite Weltkrieg ein beliebtes Szenario ist. Doch Moment, Nazis darzustellen ist in Deutschland nicht so einfach, zumindest …