Alle Artikel in: Bildung

Deutscher Kolonialismus - Fragmente seiner Geschichte und Gegenwart / Foto: privat

Deutscher Kolonialismus – Perspektiven auf eine Ausstellung

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Seit dem 14.10.2016 wird im Deutschen Historischen Museum in Berlin die Sonderausstellung “Deutscher Kolonialismus – Fragmente seiner Geschichte und Gegenwart” gezeigt. Unser Redakteur Florian stattete ihr einen Besuch ab und schildert hier seine Eindrücke Als ich an einem sonnig-kalten Winternachmittag durch Berlin-Mitte zum Deutschen Historischen Museum fahre, bin ich sehr gespannt, was mich erwarten wird: Die erste ausführliche Sonderausstellung zu Deutschem Kolonialismus, der in meinem Geschichtsunterricht im Schatten der NS- und der DDR-Geschichte schlichtweg untergegangen ist. Ein sehr dunkles Stück Deutscher Geschichte, das bisher im öffentlichen Diskurs zu wenig kritisch betrachtet und diskutiert wurde. Im Folgenden möchte ich ein paar meiner Eindrücke schildern – ohne Anspruch auf Vollständigkeit, da ein einzelner Artikel, oder auch eine einzelne Ausstellung – diesem umfassenden und ausführlich zu betrachtenden Thema nicht gerecht werden würde. Der Aufbau Die Ausstellung ist in acht „Themenräume“ unterteilt: (1) Deutscher Kolonialismus im globalen Kontext, (2) Koloniale Weltbilder und Koloniale Herrschaft, (3) Aushandlungen im Kolonialen Alltag, (4) Grenzziehungen und Grenzüberschreitungen im Kolonialen Verhältnis, (5) Koloniale Sammlungen, Kolonialer Blick, (6) Kolonialismus ohne Kolonien, (7) Dekolonisierung und Geteilte …

Für ein gerechtes Ausbildungssystem: Novellierung des Berufsbildungsgesetzes jetzt!

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Ausbildung oder Studium? Freiwilligendienst oder Auslandsjahr? Erst mal jobben? Jährlich stehen Tausende Jugendliche nach dem Schulabschluss vor der Entscheidung, welcher Beruf für sie in Frage kommt. Dabei spielen Aspekte wie Berufsaussichten, Verfügbarkeit an Ausbildungsplätzen, Qualität der Lehre, Arbeitsklima und Wertschätzung eine wichtige Rolle. Laut aktuellem Ausbildungsreport1 der DGB-Jugend waren 71,7 Prozent der Auszubildenden mit ihrer Ausbildung zufrieden. Es ist jedoch notwendig auch die restlichen Auszubildenden zu betrachten. Die betriebliche Ausbildung darf politisch nicht vernachlässigt und muss auch von uns GRÜNEN stärker beachtet werden. Mangelnde Mitbestimmung, Stress, unbezahlte Überstunden, fehlende oder zu geringe Ausbildungsvergütung, kein kostengünstiges Azubi-Ticket – die Liste der Mängel während der Ausbildung ist lang. Der heute veröffentlichte Ausbildungsreport der DGB-Jugend NRW ist alarmierend. Demnach fühlt sich jede*r zweite Auszubildende überlastet.2 Eine Ausbildung muss für alle Jugendlichen möglich sein, darf nicht zur finanziellen oder psychischen Zerreißprobe werden und muss sowohl während der Ausbildung als auch im Anschluss ein würdevolles Leben und gute Arbeit ermöglichen. Bei der letzten Bundesdelegiertenkonferenz in Münster haben wir als GRÜNE einen Beschluss zu unseren Forderungen an die duale Ausbildung gefasst. …

Weltwärts – Kritischer Blick auf ein Projekt

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Wir wollen doch nur helfen. Das war auch Aussage vieler Mitfreiwilliger auf meinem Seminar, bevor ich für ein Jahr nach Tansania ging. Doch können „weltwärts“ Freiwillige „helfen“? Oder stehen sie meist bloß sinnlos im Weg herum, um danach ihren Lebenslauf aufzuhübschen? Doch was ist überhaupt dieses „weltwärts“? Das Programm wurde 2007 vom Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ins Leben gerufen, um jungen Deutschen die Möglichkeit zu geben, einen 6-24 monatigen, sogenannten „entwicklungspolitischen Freiwilligendienst“ zu leisten. Seither reisen jährlich 3500 junge Deutsche, 97% davon Abiturient*innen, in Länder des Globalen Südens. Auch in der Ukraine oder Belarus kann man einen solchen Dienst leisten, die beliebtesten Länder sind jedoch Brasilien, Peru, Indien, Südafrika und Tansania. Geplant sind 10 000 Freiwilligenplätze jährlich, für die momentan 70 Millionen Euro im Jahr zur Verfügung gestellt werden. Die deutschen Entsendeorganisationen, welche monatlich 580€ vom BMZ pro Freiwilligem bekommen, arbeiten mit lokalen Organisationen in den Partnerländern zusammen. Kost, Logis, der Flug, die Versicherung sowie ein Taschengeld von 100€ monatlich wird den Freiwilligen aus Steuermitteln finanziert. Diese werden gebeten, einen Spenderkreis für ihren …

Alte Bogenbrücke über einem Fluss
Clare College Bridge, Cambridge - von Kosala Bandara - CC BY 2.0

Eliteuniversitäten – eine Selbstkritik

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Ich studiere Philosophie in Cambridge. Neben Ivy League Universitäten [1] in den USA und Oxford eines der Relikte vergangener Zeiten von Exklusivität und Elfenbeinturmabschottung. Studiere ich in einer toten Institution oder zumindest einer, die nicht in eine progressive, egalitäre Weltvorstellung passt? Die ZEIT schreibt über dubiose Zulassungsbestimmungen und unüberwindbare Bewerbungsgesprächhürden; der Guardian veröffentlicht Unirankings mit meiner Universität ganz oben; den Platz als Stipendiatin der Heinrich Böll Stiftung habe ich vielleicht auch nicht allein meinem Können zu verdanken; in meinem Schrank hängt eine dieser schicken, schwarzen Roben, die man sonst nur aus Harry Potter kennt; die entsprechenden Schühchen stehen in dem Regal daneben und warten auf das nächste formal Dinner. Das Wochenende in der Bibliothek zu verbringen, ist keine Seltenheit, sondern Normalität und wenn Wäschewaschen schon eine zu lange Essaypause vergönnt, ist es klar, dass ich die Stadt, in der ich lebe, fast nur aus Hörsaalfenstern kenne. Aber natürlich arbeite ich höchstens eine Stunde am Tag, denn alles andere würde die unangreifbare Voraussetzung angreifen, dass nur Genies hier studieren. Selbstzweifel in großem Ausmaß sind wohl auch …

Humorlose, kalte Zahlen…

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Es kommt nicht mehr darauf an, ob ich den Stoff verstanden habe, sondern welche Note ich bekommen habe. Aktuell wird nicht für das spätere Leben, sondern für die Note gelernt. In der Konsequenz haben wir auf der einen Seite Musterschüler, die in Tränen ausbrechen, weil sie eine Vier geschrieben haben und auf der anderen Seite Eltern, die wegen einer Drei ihr Kind zur Nachhilfe schicken.

Mein Leben als Azubi

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Wie ist es so als Azubi? Wie ist es, in einer Lehre zu sein, die zwei bis vier Jahre dauern kann? Die Eindrücke sind verschieden. Einige machen sehr gute Erfahrungen, einige weniger. Ich selbst habe eine Ausbildung absolviert und sowohl gute, als auch schlechte Erfahrungen gemacht. In diesem Artikel möchte ich meine Ausbildung beschreiben und die Problemstellungen, mit denen ich innerhalb der Ausbildung konfrontiert wurde.