Alle Artikel in: Globales

Korenaren - von jankie - CC BY-NC-ND 2.0

Landgrabbing – Es geht um mehr als nur um Boden

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Ausländische Konzerne pachten riesige Agrarflächen, zerstören damit die Existenzgrundlage vieler Millionen Kleinbauern, während nationale wie internationale Regierungen wohlwollend zusehen – wie kann das sein? „Du bist, was du isst.“ – Was aber, wenn die verfügbare Nahrung nicht zum Überleben und schon gar nicht zu einem menschenwürdigen Sein reicht? 95 Millionen Menschen leiden derzeit weltweit unter Hunger – 98 % davon leben in Ländern des Globalen Südens; in Afrika haben sie dabei mit 20% den höchsten Anteil an der Bevölkerung. Hunger stellt zudem das größte Gesundheitsrisiko dar – größer als das von Aids, Malaria und Tuberkulose zusammen. Gerade in den Ländern, die am meisten vom Hunger betroffen sind, haben oft ausländische Firmen gigantische Agrarflächen gepachtet – angeblich zum Bekämpfen des Welthungers, für die Produktion von Exportgütern, sogenannten Cash Crops (Kaffee, Kakao, Bananen etc.), zum Sichern der Ernährung durch den Anbau von Grundnahrungsmitteln oder zur Herstellung von Agrarbiosprit in investierenden Ländern wie den USA und den Industriestaaten Europas und der Golfregion. Betroffen sind vor allem Länder, deren Ernährungssituation laut der FAO (Food and Agricultural Organization, Teilorganisation der …

Weltwärts – Kritischer Blick auf ein Projekt

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Wir wollen doch nur helfen. Das war auch Aussage vieler Mitfreiwilliger auf meinem Seminar, bevor ich für ein Jahr nach Tansania ging. Doch können „weltwärts“ Freiwillige „helfen“? Oder stehen sie meist bloß sinnlos im Weg herum, um danach ihren Lebenslauf aufzuhübschen? Doch was ist überhaupt dieses „weltwärts“? Das Programm wurde 2007 vom Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ins Leben gerufen, um jungen Deutschen die Möglichkeit zu geben, einen 6-24 monatigen, sogenannten „entwicklungspolitischen Freiwilligendienst“ zu leisten. Seither reisen jährlich 3500 junge Deutsche, 97% davon Abiturient*innen, in Länder des Globalen Südens. Auch in der Ukraine oder Belarus kann man einen solchen Dienst leisten, die beliebtesten Länder sind jedoch Brasilien, Peru, Indien, Südafrika und Tansania. Geplant sind 10 000 Freiwilligenplätze jährlich, für die momentan 70 Millionen Euro im Jahr zur Verfügung gestellt werden. Die deutschen Entsendeorganisationen, welche monatlich 580€ vom BMZ pro Freiwilligem bekommen, arbeiten mit lokalen Organisationen in den Partnerländern zusammen. Kost, Logis, der Flug, die Versicherung sowie ein Taschengeld von 100€ monatlich wird den Freiwilligen aus Steuermitteln finanziert. Diese werden gebeten, einen Spenderkreis für ihren …

Neokolonialismus – Was habe ich eigentlich damit zu tun?

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Neokolonialismus, Neoliberalismus – was bedeutet das eigentlich? Und können wir uns davon abgrenzen? Nehmen wir teil, sind wir gar mitverantwortlich für die schlechten Lebensverhältnisse in den so genannten Entwicklungsländern? Und falls ja, was können wir eigentlich gegen Ausbeutung und Armut unternehmen? Neokolonialismus und Neoliberalismus – eine Begriffsannäherung Mit Neokolonialismus bezeichnet man die Ausbeutung bzw. die moderne Kolonialisierung vor allem von so genannten Entwicklungsländern. Dabei wird sich moderner Instrumente wie z.B. der Finanzwirtschaft oder rechtlicher Regelungen bedient. Die (globale) Wirtschaftsordnung, die diesen Neokolonialismus erst ermöglicht, wird grob als Neoliberalismus bezeichnet. Beide Begriffe sind eher schwammig – was eine Person damit genau bezeichnet, ist oft sehr unterschiedlich, deshalb sind sie oft nicht sachdienlich. Wichtig ist die erste Erkenntnis: Entwicklungsländer profitieren nicht von der Globalisierung: Weder von der wirtschaftlichen, noch von der ideologischen oder kulturellen. Die Ausgaben für Entwicklungshilfen sind nur ein Bruchteil verglichen mit dem Kapital, das wir aus den ärmsten Ländern der Welt ziehen und ihre Kulturen gehen oft im Hype der Westlichen unter. Kostenvorteile oder Merkantilismus Man hört oft in ökonomischen Debatten: „Jedes Land produziert, …