Alle Artikel in: Netzpolitik

WannaCry – Es ist einfach zum Heulen

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Über Sicherheit, Updates und „niemand will mich hacken“ Ein Frühjahrswochenende kommt und auf reddit und Twitter gibt es die ersten Fotos. Keine Screenshots, sondern tatsächlich abfotographierte Bildschirme. Irgendwelche öffentlichen Bildschirme, später Abfahrtsanzeigen bei der Bahn und eine ganze Menge PCs in britischen Krankenhäusern. Was zu sehen ist, ist vom Prinzip her nichts Neues. Schadsoftware, die auf infizierten Rechnern die Daten verschlüsselt, Lösegeld für die Entschlüsselung fordert und sich über das Netzwerk weiter verteilt. Das Prinzip heißt Ransomware und war schon öfter in der Weltgeschichte unterwegs. Festplatten verschlüsseln (und entschlüsseln) ist kein Hexenwerk. Ein halbes Jahr Programmierkurs kann da reichen. Auch Software, die sich aus dem Netz installiert, ist keine Zauberei. Der wirklich kritische Teil ist, dass die Installation selbst unbemerkt und auch ohne Zutun der Besitzer*innen der Maschinen passiert. Dafür braucht es eine Sicherheitslücke. Und hier wurde WannaCry dann spannend. Die verwendete Lücke befand sich im Netzwerkcode von Windows und da schon seit XP – in unserem Kontext eine kleine Ewigkeit. Offiziell wird XP auch tatsächlich nicht mehr unterstützt. Es hätte sich einen Platz in …

CGRB server room - von Shawn O'Neil - CC-BY

Big Data im Wahlkampf – Auch Grüne können das!?

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Wie konnte Trump diese Wahl gewinnen? Diese Frage stellen sich immer noch sehr viele Menschen. Zweifelsohne gibt es viele Gründe für seinen Sieg; und jeder für sich ist nicht einfach zu betrachten. Ein wichtiger Aspekt in der Kampagne von Trump war das Micro-Targeting. In einem Artikel, der von vielen Grünen geteilt wurde, wird nun ausgeführt, wie sich die Trump-Kampagne an dieser Methode bedient hat und wie sie funktioniert. Aber auch diese Erklärung ist nicht die einzige und vollumfängliche Erklärung für Trumps Sieg, wie schon andere Analysen festhalten. Der Artikel lässt sich aber auch nicht als „linke Verschwörungstheorie“ verharmlosen. Ein wichtiger Teil des Micro-Targetings ist die Datenanalyse und -auswertung. Als Student der Wirtschaftsinformatik spezialisierte ich mich auf Business Intelligence (BI), also der Wissenschaft zur Analyse von großen Datenmengen, eben „Big Data“. Dabei ist die Erkenntnisgewinnung und Entscheidungsunterstützung das Ziel bei der Analyse und Auswertung großer Datenmengen. Big Data ist aber auch nicht per se was schlimmes: Auch das Präferenzwahlsystem ist ein Bereich von Big Data Analysen. Ich entschied mich für diese Spezialisierung, weil mich die Kampagne …

VNX2QDGS0J - von Ibrahim Boran - CC0

Damit die nächsten Panama Papers ans Licht kommen: Ein Whistleblowerschutz für ganz Europa!

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Keine Demokratie ist perfekt. Es wäre die falsche Lehre aus den Panama Papers, dass man unethisches Verhalten komplett verhindern könnte. Der Wert unserer Demokratie misst sich vielmehr daran, wie wir mit den Menschen umgehen, die unangenehme Wahrheiten aussprechen, die Skandale ans Licht bringen, damit wir Fehler im System korrigieren können. Deshalb hat die Fraktion der Grünen/EFA im Europaparlament eine Richtlinie zum Schutz von Whistleblower*innen vorgelegt. So richtig überrascht war niemand, als ein internationales Bündnis investigativer Journalist*innen die Panama Papers ans Licht brachte: Steuervermeidung und Briefkastenfirmen sind kein neues Phänomen und der Skandal um die Anwaltskanzlei Mossack Fonseca zeigt nur die Spitze des Eisbergs – wer weiß, wie viele andere Firmen mit identischem Geschäftsmodell Milliardenschäden für die öffentliche Hand produzieren. Dennoch sind Enthüllungen wie die Panama Papers ein enorm wichtiges öffentliches Korrektiv. Sie erzeugen Druck für politische Reformen, um Steuervermeidung endlich wirkungsvoll zu bekämpfen. Das haben bereits die LuxLeaks vor einigen Jahren bewiesen, die dazu beigetragen haben, dass die Steuererleichterungen für Firmen wie Starbucks von der Europäischen Kommission als illegale Staatsbeihilfen eingestuft wurden. Starbucks allein musste …

nazi zombies - Jake or Dinos Chapman show at the White Cube Gallery in London - von Elias Gayles - CC BY 2.0

Nazis in Videospielen

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Spiele, in denen Nazis vorkommen gibt es viele. Kein Wunder, ist doch der zweite Weltkrieg ein Thema, das oft und gerne medial inszeniert wird. Nazis sind aus unserer Popkultur nicht wegzudenken, wie Zombies und Orcs. Nazis sind super. Wolfenstein ist der Prototyp eines Spiels, in dem Nazis als Gegner auftauchen. Das schöne daran ist, dass es keine weitere Motivation oder Erklärung braucht, warum es legitim ist Gewalt anzuwenden. Nazis sind böse, Gewalt ist legitimiert, Feuer frei. Das schöne daran ist, dass es keine weitere Motivation oder Erklärung braucht, warum es legitim ist, Gewalt anzuwenden. Nazis sind böse, Gewalt ist legitimiert, Feuer frei. Gleiches lässt sich natürlich für Zombies und Orcs sagen. Aus einem abstrakten, völlig austauschbaren “rot gegen blau”-Szenario wird sofort der heroische Kampf gegen das Böse und für die Rettung der Welt. Und all das ohne dass man eine spannende Geschichte erfinden oder tief ausgearbeitete Charaktere zeichnen müsste. Da ist es kein Wunder, dass Nazis beziehungsweise der zweite Weltkrieg ein beliebtes Szenario ist. Doch Moment, Nazis darzustellen ist in Deutschland nicht so einfach, zumindest …