Alle Artikel in: Ökologie

End Climate Injustice - von Jon Tyson - CC0

Wie sieht eine Zukunft aus, in der alle Forderungen von Ende Gelände gesetzt wurden?

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Als wir von der GRÜNEN JUGEND mit Ende Gelände letztes Jahr zweimal die Tagebaue und Kohlebahnen der rheinischen Reviere blockierten, fanden wir dort eine bunte Bewegung vor. Postwachstums- und Degrowth-Aktivist*innen beschäftigten sich mit Wirtschaft ohne Wachstum. Solidarische Landwirtschaft, Waldbesetzungen und antirassistische Kampagnen wurden vorgestellt. Queerfeministischer Alltag mit Quoten und FIT-Bereich war angesagt. Die „Pacific Climate Warriors“ von den Fidschis zeigten, dass die Klimakrise eine Frage der globalen Gerechtigkeit ist. Entscheidungen wurden im Konsens getroffen, nicht nach dem Mehrheitsprinzip. Das funktioniert mit gutem Willen und cleveren Verfahren. Wir arbeiteten zusammen. Und teilten die Früchte unserer Arbeit solidarisch. Beliebt war die Parole vom „Guten Leben für alle“, dem „Buen Vivir“. Und auch davon war eine Menge zu spüren beim morgendlichem Yoga, wenn die beste vegane Aktionsküche aller Zeiten die Spenden regionaler Bauern verkochte oder beim Socken-Zocken-Catchen. Ungefähr so sähe wohl unsere Wunschvorstellung einer besseren Welt aus. Wir wollten Utopien träumen, Zukunftsbilder malen, Visionen leben. Bei Ende Gelände fällt das leicht. 4000 Idealist*innen mit einer Aufgabe: die Kohleverbrennung lahmlegen – meist in der freien Natur, monatelang vorbereitet, spendenfinanziert. …

Und täglich grüßt das Murmeltier

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Es ist Donnerstag, 7 Uhr. Es ist der Tag, an dem schon ein paar Stunden später der TagX ausgerufen werden soll. Und es ist einer von vielen Tagen, an denen zur immer gleichen Uhrzeit gilt: täglich grüßt das Murmeltier. Oder in dem Fall: die Polizei. Es ist schier wahnsinnig, was sich im Hambacher Forst abspielt. Was täglich grüßt wenn die Hundertschaften anrücken, ist willkürliche Polizeigewalt und Zerstörungswut. Dieser Erfahrungsbericht soll einen Einblick bieten, in eine der ereignisreichsten Wochen der letzten Zeit – und einen Einstieg bieten, in eine Artikelreihe zum Hambacher Forst, zu Widerstand gegen fossile Energien und die Zerstörung unserer Lebensgrundlage – der Umwelt. Während Presseberichte von geworfenen Fäkalien, von Gewalt gegen die Polizei, von ‘autonomen Waldbesetzer*innen’ oder von den ‘Waffen der Aktivist*innen’ Bildzeitung und Welt am Sonntag durchlaufen,  spielt sich im Wald Normalität gewordener Alltag ab, der der Öffentlichkeit vorenthalten wird. Der Konflikt um das letzte Stück des historischen und wichtigen Waldes ist in aller Munde, die Aufmerksamkeit für den Widerstand vor Ort erhöht sich stetig. Was als Kontroverse in der Öffentlichkeit bleibt, …

Photo by Jilbert Ebrahimi on Unsplash

“Als ich von ‘Zero Waste’ erfuhr, fand ich das absolut faszinierend”

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Shia Su hat sich vor einigen Jahr dazu entschieden ihren Plastikmüll zu verringern und produziert nur ca. ein großes Glas Verpackungsmüll pro Jahr. Sie erzählt uns in einem Interview wie sie mit diesem Lebensstil zurechtkommt. Warum hast du dich für deinen Lebensstil entschieden? Tatsächlich habe ich mich nie für diesen Lebensstil entschieden, sondern bin da nur mit der Zeit reingerutscht. Im Gegenteil, das erste Mal, als ich von “Zero Waste” erfuhr fand ich das zwar absolut faszinierend, jedoch für uns und unser Leben einfach unrealistisch. Trotzdem wollte ich gerne Müll zumindest ein bisschen konsequenter vermeiden und entdeckte einfach mit der Zeit immer mehr Möglichkeiten – auch ohne Unverpackt-Laden in der Nähe! Hanno, mein Partner, und ich waren selbst ziemlich geschockt, als unser Müll dann wirklich in ein Einmachglas passte… Wie kannst du deinen Lebensstil mit deinem Alltag vereinbaren? Für mich fühlt sich das vollkommen normal an… Irgendwann ist das einfach alles Gewohnheit und passiert automatisch. Wenn ich auf Autopilot fahre, was ehrlich gesagt meistens der Fall ist, dann mach ich halt keinen Müll. Ich hab halt nicht …

Ende Gelände - von Tim Wagner - CC BY-NC

Utopie bleibt Handarbeit

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Mit Ende Gelände Zukunft erkämpfen Dieser Artikel wurde ursprünglich veröffentlicht im gedruckten SPUNK 01/2018. Die alten Gewissheiten gelten nicht mehr. Das Klima ändert sich sehr viel schneller und die Auswirkungen sind sehr viel heftiger, als es noch vor wenigen Jahren überhaupt für möglich gehalten wurde. Das Erreichen des als Grenze zum Chaos angesehenen 2-Grad-Ziels rückt in immer weitere Ferne; gleichzeitig wird klar, dass schon eine Erwärmung um weniger als 2 Grad katastrophale Folgen nach sich ziehen wird. Selbst Klimawissenschaftler*innen haben das Ausmaß und die Geschwindigkeit unterschätzt, mit der die Bedrohung auf uns zukommt. Der Kampf gegen die Klimakrise ist die große Aufgabe unserer Zeit, doch noch immer verweigern sich weite Teile von Politik und Gesellschaft diesem Kampf. Um das zu ändern, braucht es neue Protestformen, die aufrütteln und ein weiteres Ignorieren der bevorstehenden Katastrophe unmöglich machen. Ziviler Ungehorsam ist ein solches Mittel. Und so hat sich die GRÜNE JUGEND dem Aktionsbündnis Ende Gelände angeschlossen, mit dem wir seit 2015 friedlich, aber bestimmt mit koordinierten Massenaktionen die Kohleverbrennung stören und blockieren. Ende Gelände ist ein inklusiver …

Kapstadt - von Andreas Tusche - CC BY-SA

Wem gehört das Wasser?

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Die Trinkwasserversorgung in Kapstadt steht kurz vor dem Zusammenbruch. Eine lange Dürre hat die Metropole buchstäblich ausgetrocknet. Schon jetzt müssen alle Menschen in der Stadt, egal ob reich oder arm, mit 40 Liter Wasser am Tag auskommen. Zum Vergleich: In Deutschland verbraucht der Durchschnittsmensch das dreifache am Tag. Dieser rationierte Verbrauch trifft vor allem die Reichen Einwohner hart: Sie erfahren nun, was in den Townships der Stadt Alltag ist. Regnet es nicht bald, kommt Ende April der „Day Zero“. An diesem Tag, vor dem sich die Behörden schon länger fürchten, müssten die Wasserhähne abgestellt werden. Menschen könnten nur noch an öffentlichen Sammelstellen Wasser holen. Hauptverursacher der Krise ist der Klimawandel: Die ganze Region im südlichen Afrika wird immer trockener. Gleichzeitig gibt es kaum nachhaltige Ideen zur Lösung des Problems: Südafrika verbraucht jährlich mehrere Milliarden Kubikmeter Wasser mehr als eigentlich verfügbar ist, verbraucht also seine Reserven. Neben dem hohen Verbrauch von Privathaushalten durch die wachsende Bevölkerungszahl ist der Verbrauch der Landwirtschaft, der rund die Hälfte ausmacht, ein weiteres großes Problem. Es gibt kaum ökologische und nachhaltige …

Photo by IISD/ENB | Kiara Worth

Never trust a COP

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Vor einigen Tagen endete in Klimakonferenz in Bonn. Die diesjährige Klimakonferenz stach aus einem Grund besonders hervor: Es war die erste Klimakonferenz, die unter der Leitung eines Inselstaates stattfand, genauer gesagt Fiji. Fiji ist einer der Staaten, die durch die Klimakrise schlichtweg verschwinden werden.   Es war die vorletzte, bevor die Richtlinien des Pariser Klimaabkommens stehen sollten. Diese Klimakonferenz war aus diesem Grund eine “technische” Klimaverhandlung. Es standen also keine großen Entscheidungen wie in Paris oder Kopenhagen auf der Tagesordnung. Es ging darum, wie die Absichtserklärungen des Pariser Abkommens in ein funktionierendes Regelwerk übersetzt werden können. Die Ergebnisse der Konferenz sind kleinstmögliche Schritte. Für Klimakonferenz-Verhältnisse ging es moderat-langsam mit vergleichsweise geringem Konfliktpotential voran, es hätte mehr passieren müssen. Das bedeutet, wie auch in den Jahren zuvor: Klimaverhandlungen erreichen nicht ansatzweise genug. Sie besitzen aber Legitimität in internationalen Entscheidungsfindungsprozessen und dürfen deshalb nicht Akteur*innen wie der fossilen Industrie überlassen werden. Oder, wie es eine indigene Aktivistin auf einer Veranstaltung ausdrückte: “Wenn du nicht am Essenstisch sitzt, dann bist du auf der Speisekarte!” Viel wurde darüber gerätselt, …

Auf geht’s, ab geht’s… – Bericht von den Kohleprotesten

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Vom 24.-29. August beteiligte sich die GRÜNE JUGEND an den Aktionstagen rund um die Kohleproteste im Rheinischen Braunkohlerevier. Das Klimacamp, das schon von der Degrowth Summer School mit aufgebaut worden war, war auch in diesem Jahr wieder zentraler Punkt für eine Klima-Bewegung, die 6000 Aktivist*innen vor Ort umfasste. Es waren die größten Klimaproteste die das Rheinland je erlebt hat und ein riesiger Erfolg für die Klimagerechtigkeitsbewegung. Das Rheinische Braunkohlerevier sorgt lokal (wir berichteten) und global für massive Umwelt- und Sozialschäden. Etliche Dörfer wurden im Rheinland bereits abgebaggert und vollkommen zerstört, Ökosysteme wie der Hambacher Forst fallen der Kohle zum Opfer und die ökologischen Langzeitfolgen, bspw. für das Trinkwasser, sind teilweise nicht abzusehen. Und auch global befördert die Braunkohleverstromung in massivem Maße den Klimawandel. Wenn es um die Begrenzung der Klimakrise geht, dann geht es auch immer um Gerechtigkeit und darum Antworten auf gesellschaftspolitische Fragen zu finden. An den Tagen haben wir klar gemacht, dass die Klimagerechtigkeitsbewegung von Solidarität, Demokratie und radikalen Umweltschutz lebt.  Das reicht von der basisdemokratischen Organisation der  Proteste selber bis zum solidarischen Camp-Finger, der dafür sorgte, …

Regionale Auswirkungen von Braunkohle im Rheinischen Revier

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Die Kraftwerke im Rheinischen Braunkohlerevier heizen mit ihren exzessiven CO2 Emissionen den globalen Klimawandel ein. Doch auch die lokalen Folgen von Braunkohleabbau sind verheerend. Im Rheinischen Revier gibt es drei riesige Tagebaue: Hambach, Inden und Garzweiler. Für deren Ausbau sind seit den 1950ern fast 40.000 Menschen umgesiedelt worden. Gewachsene Gemeinschaften wurden dafür auseinandergerissen, komplette historische Dörfer wurden abgerissen. Zwölf weitere Ortschaften sollen noch abgebaggert werden, darunter Immerath mit seinem unter Denkmalschutz stehendem “Dom”. Tagebaue ist gravierender Eingriffe in Kulturlandschaften und Ökosysteme. Fruchtbares Ackerland wird abgegraben, der uralte, artenreiche Hambacher Forst wird abgeholzt. Damit die Tagebaue nicht vollaufen, werden sie „gesümpft“, d.h. das Grundwasser wird bis in eine Tiefe von 500 Metern abgepumpt. Der sinkende Grundwasserspiegel beeinträchtigt die Vegetation bis in die Niederlande hinein.  Nach Beendigung der Tagebaue wird es Jahrhunderte dauern, bis die Wasserreserven sich erholen. Mit der Bewältigung der Folgen des Braunkohlenbergbaus werden die nachfolgenden Generationen noch lange zu tun haben („Ewigkeitskosten“).  Doch RWE Power hat dafür kaum Rücklagen gebildet. Alleine um die durch die Sümpfung betroffene Feuchtgebiete an Schwalm und Nette künstlich zu …

Ende Gelände 2016 - von Ende Gelände - CC BY-NC 2.0

Ungehorsam Geschichte schreiben

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Für die Klimagerechtigkeit im August Kohleinfrastruktur im Rheinland blockieren – Artikel der Presse-AG von Ende Gelände. Wenn Ende August tausende Menschen die monströse Kohlemaschinerie im Rheinland vorübergehend zum Stillstand bringen, dann wird auch die GRÜNE JUGEND wieder dabei sein. Es ist wichtig, dass gerade wir junge Menschen ein Zeichen setzen gegen die Zerstörung von Lebensgrundlagen. Die Bagger in den Braunkohle-Tagebauen, die Schienen und die Kraftwerke sind Punkte, an denen die globale Ungerechtigkeit greifbar wird. In Deutschland, wo weltweit die meiste Braunkohle gefördert wird, ist es höchste Zeit, diese vor-moderne Form der Energiegewinnung zu beenden. Gesicht zeigen für die Weltrettung! Ich bin im Jahr 2015 selber von der Polizei im Tagebau Garzweiler gekesselt worden. Auch wenn ich solidarisch mit den vielen bin, die keine Personalausweise dabeihaben wollten, hatte ich meinen mit. Denn für diesen Protest stehe ich aus voller Überzeugung. Die wissenschaftlichen Fakten sind klar: Weil wir Strom aus Braunkohle bekommen, sterben Menschen: In den Fluten von Bangladesch, in den Dürren der Sahel-Zone oder an Asthma im Ruhrgebiet. Dagegen lohnt es sich, Gesicht zu zeigen! Und …