Alle Artikel in: Soziales

Contra GDL-Streik

von

Stefanie von den Jusos findet, dass es sich lohnt, für bessere Arbeitsbedingungen zu streiken. Sie möchte in der GDL-Debatte den Machtkampf der Spartengewerkschaft kritisieren. Die Solidarität der GDL mit dem „gesamten Zugpersonal“ wäre ihrer Meinung nach besser eingesetzt, wenn sie im Interesse der gesamten Beschäftigten ihre Kampfkraft gemeinsam in die Tarifauseinandersetzungen einbringen würde.

Pro GDL-Streik

von

Statt gegen die GdL zu hetzen, sollte Solidarität bekundet werden, findet Clemens und statt über die Zugausfälle zu murren, sollte über die Hintergründe des Streiks aufgeklärt werden und statt ein baldiges Ende des Streiks herbeizuwünschen, sollte darauf gehofft werden, dass die Bahn bald nachgibt.
Er plädiert für mehr Akzeptanz für streikende Lokführer*innen und Zugbegleiter*innen.

Arbeit im Autopilot

von

Ich mag technologischen Fortschritt. Er macht uns das Leben so viel einfacher, angenehmer, bequemer, unterhaltsamer, einfach besser. Er erlöst uns von körperlich schwerer Arbeit. „Das zerstört Arbeitsplätze“ sagen sie. Recht haben sie. Und das ist großartig. Technologischer Fortschritt ist nicht aufzuhalten, unabhängig von Wirtschaftssystem und Regierungsform, der Mensch strebt danach mehr zu wissen, mehr zu können, besser zu sein. Auch besser zu automatisieren. Selbstfahrende Autos sind keine Zukunftsvision, sie sind real. Sie fahren seit Jahren auf den Straßen Kaliforniens, die Küste hoch und runter, immer und immer wieder. „Aber das ist doch gefährlich!“ Nun, wie gefährlich sind Menschen am Steuer? Menschen sind furchtbar schlecht darin, Routinetätigkeiten auszuüben. Sie werden gelangweilt, müde, versinken in Gedanken, kramen im Handschuhfach, schreiben Kurznachrichten, kurz: Sie töten am Steuer. Es ist nicht so schwer, autonom fahrende Autos zu bauen die weniger Fehler machen als Menschen. Sie werden Fehler machen, natürlich. Fehlerfreie Technik gibt es nicht. Was zu einem guten Teil auch daran liegt, dass sie von Menschen gemacht wird. Und die werden gelangweilt, müde, versinken in Gedanken, … Ihr kennt …

Doping, Drogen & der Kapitalismus

von

In unserer Pro-Contra-Debatte über die Freigabe von Doping im Sport vertritt Marcel aus der SPUNK-Redaktion die Contra-Position. Er meint, so sehr Florian auch recht haben möge, dass die populären Argumente gegen Doping scheinheilig seien, verfehle seine Rhetorik den Kern der Sache: Doping sei Ausdruck des destruktiven Verdrängungswettbewerbs, wie wir ihn im Kapitalismus alltäglich erleben würden.

Legalize it!

von

Ich trete dafür ein, das immer wiederkehrende Schauspiel rund um zu Tränen gerührten Athlet_innen, lange Debatten über A- und B-Probe und die Frage, ob es „sauberen“ Sport geben kann, zu beenden. Wer an den „sauberen“ Sport glaubt, an „ritterliche“ Duelle, Mensch gegen Mensch, Pferd gegen Pferd, Lanze gegen Lanze glaubt, der_die lebt in einer Phantasiewelt. Ich möchte in diesem Artikel auf verschiedene Argumentationen eingehen, die gegen die Legalisierung von Doping sprechen und sie aus meiner Sicht widerlegen. 1. „Doping zerstört die Gesundheit. Das darf nicht erlaubt sein.“ Ja, für viele Drogen ist diese Aussage mit Sicherheit nicht von der Hand zu weisen. Aber mir kann niemand erzählen, dass Leistungssport die beste Methode ist, ein gesundes Leben zu führen. Zu viele Kreuzbandrisse und Knöchelbrüche legen regelmäßig Bundesligaprofis lahm, zu häufig legt sich ein_e Athlet_in bei der Tour de France mit einem Affenzahn auf den Beton, zu häufig brechen sich Skispringer_innen Hals und Bein. Ganz abgesehen davon ist „Das kann krank machen.“ kein Argument etwas zu verbieten, oder warum dürfen Cola, Kartoffelchips, Zigaretten und Alkohol weiterhin verkauft …

Freiheit & Markt

von

Adam Smith, Friedrich A. von Hayek, Milton Friedman, Robert Nozick und all die übrigen Verteidiger_innen des freien Marktes finden, Freiheit sei das höchste Gut, das unsere Gesellschaft hervorbringen kann. Diese Freiheit müsse jedem Individuum in möglichst hohem Maß zugestanden werden und dürfe nur in Ausnahmefällen, bspw. Kriminalität, eingeschränkt werden. Freiheit vor fremden Eingriffen in das eigene Leben gilt in der liberalen Theorie stärker und weiter als in anderen Theorien als fundamentales Recht prima facie, also unter Vorbehalt, aller Individuen. Beziehen wir Freiheit in diesem Sinn nun auf Steuern und damit auf die Beziehung zwischen Staat und Individuum, benötigen wir ein paar Prämissen, um die liberale These zu verstehen, dass Staat und speziell Steuern möglichst eng der Leine geführt werden sollten, um nicht gegen die Freiheitsrechte der Individuen zu verstoßen. Die erste Prämisse besagt ganz einfach, dass wir uns und unsere Talente gänzlich selbst besitzen. Die zweite Prämisse beschreibt uns als mündig, also autonom in unserer Willensbildung und Entscheidungsfindung. Wenn wir nun in einem System, das den Freiheitsrechten gewissermaßen nachkommt, indem es möglichst wenig Einfluss auf …

Demokratie in der Krise?!

von

Jede*r kennt sie – diese Regierungsform namens “Demokratie”. Jede*r schätzt sie – mal mehr, mal weniger, aber allen ist bewusst, dass sich hinter dem einfachen Wort „Demokratie“ mehr versteckt, nämlich die „Herrschaft des Volkes“. Gelegentlich kommt die Leidenschaft für sie auf, wenn wir von dem „Arabischen Frühling“, dem „Taksim-Platz“ oder dem „Euromaidan“ hören. Dann ist diese – unsere – Regierungsform wieder richtig und wichtig. Dass Gleichheit und Freiheit aller Bürger_innen die Substanz der Demokratie ist, scheint den Menschen wieder klar zu werden. Doch wir leben in Krisenzeiten, Alternativlosigkeiten und Wachstumszwängen und da scheint das Ideal, jede Stimme habe den gleichen Wert, scheinbar marginal. Statt mehr Zusammenhalt und mehr Beteiligung nehmen wir eine zunehmende Individualisierung, die Erosion des sozialen Zusammenhalts und den Vertrauensverlust in das Funktionieren unserer repräsentativen Demokratie wahr. Der Zweifel an den Institutionen der Demokratie wächst. Immer mehr Menschen stellen sich die Frage, ob diese überhaupt noch demokratisch sind, den Willen des „Volkes“ repräsentieren oder ob sie von großen Lobbyverbänden und den Märkten politische Entscheidungen diktiert bekommen. Die Macht schwindet in einen kleinen Kreis …