Alle Artikel in: SPUNK

Die Green Wave reicht bis nach Madrid

von

Hast du dich jemals gefragt, wie viele junggrüne europäische Aktivist*innen es gibt? Nach aktuellen Schätzungen der Federation of Young European Greens (FYEG) sind es 50.000! Um diese Menschen zusammenzubringen und gemeinsam auf den vor der Tür stehenden Europawahlkampf vorzubereiten veranstaltete FYEG am letzten Märzwochenende ein Kampagnen Kick-off in Madrid. Insgesamt 80 Aktivist*innen aus Serbien, Frankreich, Tschechien, Deutschland, Griechenland, der Türkei, und vielen weiteren Ländern reisten somit über 24 Stunden lang in einem gemeinsam gecharterten Bus bis nach Madrid, um die Reise mit möglichst geringen Emissionen zu gestalten. Schon im Bus erwartete uns eine bewegende Begrüßungsrede von Zuzana, der Co-Sprecherin von FYEG. Ihre Botschaft an uns: Seid mutig, nur so können wir Europa gemeinsam grüner machen. Oder kurz und knackig: Be brave – green Europe! Mina, eine LGTBQ+-Aktivistin aus Malta, die für das Europaparlament kandidiert und auch Teil des FYEG-Kampagnenteams ist, stellte uns die Inhalte für den bevorstehenden Wahlkampf vor. Dabei wollen wir vor allem eine positive, an Werten orientierte Kampagne führen, bei dem wir als Junggrüne die Debatte eigenständig lenken. Wir bauen uns, mit großen …

moerschy via pixabay (CC0)

Das Gesetz gegen den Hass — Ein Jahr NetzDG

von

Beleidigungen, Hasskommentare und gar Gewaltandrohungen sind auf Facebook und in YouTube-Kommentaren noch immer an der Tagesordnung. Daran hat das 2017 beschlossene Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) wenig geändert. Gleichzeitig stellen automatisierte Prüfverfahren eine Gefahr für die Meinungsfreiheit dar. Eine Reform muss her. Das NetzDG soll die Anbieter von Social Media dazu bringen, Hass- und Hetzkommentare schneller und effektiver zu löschen. Die Firmen reagierten auf das Gesetz, indem sie neue Meldeformulare in ihre Apps und Websites einbauten. Auch personell wurde aufgestockt: Facebook errichtete ein neues „Löschzentrum“ in Essen. 500 Mitarbeiter*innen durchsuchen von dort das Netzwerk nach Hasspostings, um diese zu entfernen. Der digitale Putztrupp ist nicht nur hohen psychische Belastungen durch die unangenehmen Beiträge ausgesetzt — er muss seine Urteile über die Auslegung der Regeln in kürzester Zeit fällen. Aus den im Gesetz vorgeschriebenen Halbjahresberichten der Netzwerke geht hervor, welche Massen von beanstandeten Beiträgen die Mitarbeiter durchsehen müssen: YouTube meldete 213.330 beanstandete Inhalte, Twitter 264.818 Beschwerden. Bei Facebook waren es hingegen nur 1704 Meldungen nach NetzDG. Vermutlich liegt dies daran, dass der Konzern anders als seine Konkurrenten die Umsetzung …

Klimastreik am 25.01.2019 in Berlin. Foto: RubyImages/Florian Boillot

Fridays for future: Es geht nicht ums Schuleschwänzen

von

Seit Ende 2018 gehen Schüler*innen und Studierende jeden Freitag, statt in die Schule oder in die Uni auf die Straße – und das inzwischen weltweit. Auslöserin der Fridays for Future-Protestwelle war die 16-jährige Schwedin Greta Thunberg. Heute, nach einem monatelangen Schulstreik vor dem schwedischen Parlament, ist sie zu einer Ikone der Klimagerechtigkeitsbewegung geworden. Im Dezember 2018 erreichte ihre Rede über die absolute Notwendigkeit für sofortiges und konsequentes Vorgehen gegen den Klimawandel hunderttausende Menschen, unter anderem die über 25.000 Schüler*innen und Studierenden, die seit mehreren Monaten in ganz Deutschland während der freitäglichen Schulzeit für eine dringend nötige Änderung in der aktuellen Klimapolitik demonstrieren. Die Frage nach der Legitimität In München stieg die Anzahl der Demonstrant*innen von 750 auf bis zu 3500 und liegt im Moment zwischen 2000 und 1000. Während in ganz Bayern Schüler*innen und Student*innen demonstrieren, müssen sie sich anhören, wie Albert Rupprecht (CSU), der bildungspolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag ihren Protest als „eine politische Radikalisierung von Jugendlichen“ bezeichnet. An diesem Punkt gebe ich jeden Versuch auf, neutral zu bleiben, denn inwiefern sind die …

Pexels via pixabay (CC0)

Big Data – Ein Stück Technokratie in der Demokratie

von

Big Data – Ein Stück Technokratie in der Demokratie Der Skandal um Cambridge Analytica hat gezeigt welche neuen Möglichkeiten sich durch den Einsatz großer Datenmengen und algorithmischer Systeme in der Politik auftun. Doch die Beeinflussung von politischen Einstellungen und Wahlen sind nur ein Aspekt der Politik, in welchem mit Big Data-Anwendungen die Regeln neu geschrieben werden. Auch die Formulierung von Inhalten und die Entscheidung  über diese könnten mit smarte Algorithmen umgekrempelt werden. Im Dezember 2016 sorgte ein Artikel im Schweizer „Magazin“ weltweit für Aufruhr. Es war ein Monat seit der Wahl von US-Präsident Donald Trump vergangen und auf der Suche nach Erklärungen für dieses Wahlergebnis hat der Bericht einen Nerv getroffen. So wurde der Öffentlichkeit eine neue Gefahr präsentiert: Big Data. Konkret ging es um die illegale Entwendung personenbezogener Daten und ihrer Verwendung für gezielte Wahlwerbung. Die Daten von 87 Millionen Facebook-Nutzer*innen wurden mit komplexen Algorithmen ausgewertet, um dann personalisierte Werbung für bestimmte Wähler*innengruppen zu schalten. Auf diese Weise habe Donald Trump seine Werbemittel gezielt einsetzen können, um genau jene Bürger*innen zu beeinflussen, die für …

Photo by Sharosh Rajasekher on Unsplash

Venezuela befreit sich aus der Unterdrückung

von

Heute verfasse ich die Worte, die ich immer schreiben wollte: Bei deiner Geburt und in deiner Kindheit hast du vielleicht noch keine Ahnung von Politik, aber im Laufe der Jahre verstehst du, dass die Politik eng mit der Gesellschaft verwoben ist und die Demokratie erst durch diese enge Verbindung ermöglicht wird und aus ihr hervorgeht. Durch mein junges Alter habe ich nie eine andere Regierung erlebt als dieses Regime, heute sehe ich, wie wir aus diesem Tunnel ausbrechen. Ein Tunnel, der uns, der jungen Generation, unsere Jugend und damit unsere wertvollsten Lebensjahre raubte. Wir junge Venezolaner*innen wurden in eine Tyrannei hineingeboren, die uns nur ein- statt dreimal täglich essen ließ, die uns zwang, kilometerweit zu laufen, um an unser Ziel zu kommen. Ich weiß nicht, ob ich meiner Elterngeneration Vorwürfe machen sollte, aber von der kommenden Generation werde ich auf jeden Fall sehr viel verlangen. Wer unsere Geschichte nicht kennt, muss sie erfahren, und deshalb richte ich diese Erklärung an alle jungen Menschen dieser Welt, die sie lesen: Venezuela kämpft für die Freiheit, die Freiheit …

geralt via pixabay CC0

Digitale Infrastruktur

von

Netzneutralität: Machtausbau von Konzernen statt Verbindungen zwischen Menschen? Buche ich die Zusatzoption „StreamOn„im Mobilfunktarif „MagentaMobil“ der Deutschen Telekom, kann ich Audios und Videos von bestimmten Partner-Anbietern abspielen, ohne dass mir diese Internetbenutzung auf meinenDatenverbrauch angerechnet wird. So weit, so banal? Nein, denn dieseAusnahme hat heftige politische Debatten um die Freiheit und Grundzüge des Internets ausgelöst. 2017 klagte dieVerbraucherschutzbehörde gegen StreamOn, genau wie im vergleichbaren Fall des „Vodafone GigaPass“. Die Bundesnetzagentur verbot der Telekom daraufhin nicht das Gratis-Surfing-Angebot StreamOn an sich, aber dieabsichtliche Drosselung von Video-Streaming (Reduzierung der Datenübertragungsrate ohne technischen Grund, um möglichst wenig kostenlosen Datenverbrauch zu erzeugen). Die Vodafone-Tarifoption wird derzeit noch geprüft. Aus dem Grund, dass diesogenannten Zero-Rating-Angebote einen wichtigen Grundsatz des Internetsunterwandern: Den der Netzneutralität. Das heißt, dass technisch gesehen alle Datenpakete vom Internet-Anbieter gleich (schnell) übertragen werden. Es lässt sichmit einer Autobahn vergleichen, auf der private Firmen ohne Netzneutralität gegen eine Gebühr die Geschwindigkeitsbeschränkung für zahlungskräftige Kunden aufhebenwürden. Während Telekommunikationsdienstleister bislang die physische Infrastruktur bereitstelltenund wertneutral übertrugen, nehmen sie nun zunehmend Einfluss auf das Wie und Was der Datenvermittlung. Unfaire Bedingungen …

Widerspruch von Kapitalismus und Nachhaltigkeit

von

Wer vom Kapitalismus nicht reden will, sollte von Nachhaltigkeit schweigen! Alle sind für Umweltschutz, soziale Gerechtigkeit und mehr Zeit für Wichtiges. Entsprechende Initiativen, die daran was verbessern wollen kommen jedoch an scheinbar unüberwindbare Grenzen. Das liegt an einem Wirtschaftssystem, das nur funktioniert, wenn alles dem Wachstum, der Arbeit und dem Profit unterworfen ist. Diese Logik steht der Realisierung einer ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltigen Gesellschaft im Weg. Aus einer grün-linken Perspektive sollte demnach kein Zweifel daran bestehen, dass die Forderung nach Nachhaltigkeit mit einer Kapitalismuskritik einher gehen sollte. Das Problem liegt beim Wirtschaftswachstum Ein wesentliches Merkmal, welches das gegenwertige Wirtschaftssystem bestimmt, ist der Zwang zum Wachstum. Gemeint ist nicht das Wachstum von Wohlstand oder Qualität, sondern die in Geld gemessen Wirtschaftsleistung (BIP). Schon 1972 kommt Club of Rome zu dem Schluss, dass das Wachstum an die Grenzen kommen wird. Jede Warenproduktion verbraucht Stoffe und Energie und deshalb bedeutet eine steigende Wirtschaftsleistung zwangsläufig auch einen wachsenden Ressourcenverbrauch. Jedoch ist unendliches Wachstum auf einem endlichen Planeten nicht möglich. Die Ressourcen werden knapper. Zudem ist das Wachstum auch …

distel2610 via pixabay (CC0)

Ein kalter Wintertag 1989

von

Da es trotz der Kälte ein sonniger Tag war, wollte ich draußen etwas Fußball spielen. Nachdem ich die Wohnung verlassen hatte, ging ich auf das kleine Rasenstück hinter dem Haus. Ich nahm den Ball und schoss ihn zwischen die Pfosten unserer Wäscheleine, die mir als Tor dienten. So schoss ich mehrmals auf mein Tor. Nach einigen Schüssen wurde ich kühner und trat den Ball mit mehr Kraft. So schoss er schließlich über das Ziel hinaus und verschwand irgendwo in Nachbars Garten. Dieser Nachbar war Heino Kretschmann. Er war nicht gerade mein bester Freund, denn er hatte immer irgendetwas zu meckern und schaute oft mit einem feindseligen Blick zu uns herüber. Als ob es ihm nicht passte, dass ich dort wohnte, obwohl es für ihn keinen offensichtlichen Anlass gab, schlecht über mich zu denken. Ich versuchte, einen Blick auf das andere Grundstück zu erhaschen, das von einem Zaun und einer Hecke umgeben war. Für mich als Kind war diese fast mannshohe Hecke wie eine unbezwingbare Palisade. Meinen Ball konnte ich nicht entdecken, aber ich hörte eine …

meineresterampe via pixabay (CC0)

Raketen und Böller an Silvester – wenn das Himmelsspektakel zum Verhängnis wird

von

Jedes Jahr an Silvester werden Unmengen an Raketen in die Luft geschossen, was natürlich ein schönes Spektakel am Nachthimmel darstellt und das neue Jahr symbolisch begrüßen soll. Leider gibt es einige negative Aspekte diesbezüglich, wie ihr sicherlich alle wisst. Die Feinstaubbelastung in der Luft ist an diesem Abend enorm hoch. Außerdem werden die Reste der Raketen und Böller meistens nicht vom „Verbraucher“ entsorgt, weshalb die Straßen am Tag danach erstmal komplett verschmutzt sind. Da ist dann natürlich nicht ausgeschlossen, dass Tiere diesen Müll aus Versehen mit ihrer Nahrung aufnehmen auf welchem Wege auch immer. Des Weiteren sind nicht nur frei lebende Lebewesen von Silvesterraketen negativ betroffen, sondern auch Haustiere, vor allem Katzen und Hunde. Diese sind nämlich nicht an einen solch ungewohnten und lauten Lärmpegel gewöhnt, weshalb sie sich letztlich in einem sehr kritischen Zustand befinden, hysterisch auf und ab laufen sowie große Angsterscheinungen aufweisen! Traumas sind bei ihnen somit nicht ausgeschlossen, besonders bei empfindlicheren, ängstlichen Tierchen. Abgesehen davon dass Raketen und Böller die Natur sowie Lebewesen, unter anderem unsere Haustiere gefährden, können diese auch …

Foto: 995645 via pixabay (CC0)

Vorfahrt für den Gesundheitsschutz: Fahrverbote unausweichlich?

von

Was spricht für Fahrverbote und was dagegen? Gibt es Alternativen? Nun ist es also soweit: Nach der Sommerpause haben selbst die Autofraktionen im Gemeinderat Stuttgarts eingesehen: Fahrverbote für Euro4-Diesel sind nicht mehr vermeidbar. Bereits seit Jahren werden in Stuttgart die Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxide überschritten. Nun müssen Fahrverbote her! Warum eigentlich? Viele Städte in Deutschland kämpfen mit schlechter Luft. Das hängt vorrangig mit dem Autoverkehr zusammen. Sei es durch den Abrieb und die Aufwirbelung des Feinstaubs auf der Fahrbahn oder direkt durch die Abgase. Dieselfahrzeuge ohne oder mit unzureichender Abgasnachbehandlung mittels AdBlue stoßen zusätzlich zu Feinstaub Stickoxide aus. Daher werden zuerst Fahrverbote für alte Diesel mit der Schadstoffklassifizierung Euro4 verhängt. Damit erreicht man eine Verbesserung der Luftqualität durch die Senkung der Stickoxidwerte. Allerdings tritt eine signifikante Senkung der Schadstoffwerte nur dann ein, wenn die Fahrzeughalter*innen der verbannten Diesel künftig ihr Auto stehen lassen und mit einem umweltfreundlichen Verkehrsmittel in die Städte fahren. Nachteile: Das bringt uns zu den Nachteilen von Fahrverboten: Für viele aus der Generation unserer Eltern oder Großeltern gibt es schlichtweg keine …