Alle Artikel in: SPUNK

Übernommen aus der Originalbroschüre

Gender As Told By Science

von

Dieser Text ist die Übersetzung einer Broschüre von CV Vitolo-Hadded von der University of Wisconsin-Madison. Xier forscht dort zu Genetik, zu Gesundheitspolitik und zur Gesundheit von trans Personen. In diesem Text werden Genitalien erwähnt und abgebildet. Das hier ist eine Broschüre zu Transgenderidentitäten, wie sie von der Wissenschaft gesehen werden. In der Schule wird den meisten von uns ein sehr grundsätzliches Verständnis von sozialem und anatomischen Geschlecht beigebracht. Diese Verallgemeinerung ist grundsätzlich okay, aber Biolog*innen werden dir erzählen, dass sie sündhaft unvollständig ist. Also Freund*innen der Wissenschaft – Bevor es los geht: Es gibt ein paar Ausdrücke, die wir besser erst definieren sollten. Insbesondere nutze ich „Geschlecht“ hier anders als einige Leser*innen das gewohnt sind. Manche Menschen trennen das anatomische und das soziale Geschlecht (im englischen Gender und Sex). Die Argumentation sieht so aus: SEX beschreibt Anatomie – Reproduktivorgane, Chromosomen and sekundäre Geschlechtsmerkmale. Männlich, weiblich und intersex (also weder männlich noch weiblich) wären Beispiele für (anatomische) Geschlechter. GENDER beschreibt die Selbstdefinition innerhalb sozialer Rollen – das ist ein kognitiver Prozess. Beispiele für Gender beinhalten Mann, …

Visible Text: Photo by IISD/ENB | Kiara Worth Hyperlinked to: http://enb.iisd.org/climate/cop23/enb/6nov.html Resulting in: Photo by IISD/ENB | Kiara Worth

Never trust a COP

von

Vor einigen Tagen endete in Klimakonferenz in Bonn.Die diesjährige Klimakonferenz stach aus einem Grund besonders hervor: Es war die erste Klimakonferenz, die unter der Leitung eines Inselstaates stattfand, genauer gesagt Fiji. Fiji ist einer der Staaten, die durch die Klimakrise schlichtweg verschwinden werden.   Es war die vorletzte, bevor die Richtlinien des Pariser Klimaabkommens stehen sollten. Diese Klimakonferenz war aus diesem Grund eine “technische” Klimaverhandlung. Es standen also keine großen Entscheidungen wie in Paris oder Kopenhagen auf der Tagesordnung. Es ging darum, wie die Absichtserklärungen des Pariser Abkommens in ein funktionierendes Regelwerk übersetzt werden können. Die Ergebnisse der Konferenz sind kleinstmögliche Schritte. Für Klimakonferenz-Verhältnisse ging es moderat-langsam mit vergleichsweise geringem Konfliktpotential voran, es hätte mehr passieren müssen. Das bedeutet, wie auch in den Jahren zuvor: Klimaverhandlungen erreichen nicht ansatzweise genug. Sie besitzen aber Legitimität in internationalen Entscheidungsfindungsprozessen und dürfen deshalb nicht Akteur*innen wie der fossilen Industrie überlassen werden. Oder, wie es eine indigene Aktivistin auf einer Veranstaltung ausdrückte: “Wenn du nicht am Essenstisch sitzt, dann bist du auf der Speisekarte!” Viel wurde darüber gerätselt, was …

Auf zum Buko!

von

Morgen ist es soweit: Zum 49. Mal kommt die Grüne Jugend zum Bundeskongress zusammen, diesmal in der Rudolf-Steiner-Schule in Dortmund. Drei Tage lang werden wir diskutieren, Anträge beschließen und in Wahlen mehrere Posten neu besetzen. Auch die SPUNK-Redaktion wird natürlich vor Ort sein und für euch berichten. Wie gewohnt starten wir am Freitag um 14 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz an der Katharinentreppe mit einer BuKo-Aktion. Dabei machen wir deutlich: Es ist unsere Stadt! Der Bundeskongress selbst steht unter dem Motto „Aufbruch wagen!“ Ein wichtiges Thema wird natürlich die mögliche Koalition unserer Mutterpartei Bündis 90/Die Grünen mit der FDP und CDU/CSU sein. Hier wollen wir klar Stellung beziehen, was wir von dieser Koalition erwarten. Außerdem wird es selbstverständlich wieder inhaltliche Workshops geben. Und wenn du noch etwas unsicher bist, was das Reden vor versammeltem Plenum angeht, schau doch einfach am Freitag beim Rhetoriktraining vorbei! Im Lichte der Datenspeicherungsskandale der letzten Zeit gibt es auf diesem Bundeskongress außerdem die Möglichkeit, eine Anfrage ans BKA (Bundeskriminalamt) zu stellen, welche Daten es über euch gespeichert hat. Die Grüne Jugend …

Lieber Horst – danke!

von

Lieber Horst, ich schreibe dir, um dir von Herzen für deine Arbeit und deine Hartnäckigkeit zu danken. Die letzten Wochen und Monate haben du und deine Parteikollegen jede sich bietende Gelegenheit genutzt, in Zeitung, Rundfunk und Fernsehen die Forderungen der CSU einzubringen, ganz egal, wie viel Gegenwind ihr dafür einstecken musstet. Speziell jetzt nach der Bundestagswahl hast du da noch einmal einen starken Spurt hingelegt: Jedes hingehaltene Mikrofon, jede laufende Kamera, jede eifrig mitschreibende Journalistin bekam von dir täglich, beinahe stündlich geliefert. Und der Plan ging auf. Spätestens am Tag nach der Wahl warst du die Nummer 1. in den Nachrichten. Du und niemand Anderes hat die Schlagzeilen und Titelseiten erobert. Und dafür danke ich dir. Warum? Du hast es geschafft, dass ich nach der Wahl schon wieder fast vergessen habe, dass die AfD ins Parlament gewählt wurde. Sich endlich mal ernsthaft mit dem Nazi-Problem auseinander zu setzen, das diese Gesellschaft offenbar hat, wäre schließlich nur anstrengend und würde am Ende noch zu einer tatsächlichen Verbesserung führen. Du hast alle Mikrofone mit deinen oft fragwürdigen, …

Wahlen in Großbritannien – die politische Ausgangssituation

von

Während ich durch England reise, um die Wahlen nächsten Donnerstag besser verfolgen zu können, gibt es wenig Sicherheit darüber, was passieren wird. Seit die Tories diese vorgezogenen Wahlen ankündigten, ist die Zustimmung zu den Sozialdemokraten in einem der beeindruckendsten Comeback der jüngeren Geschichte angewachsen. Gewannen die Konservativen anfangs auch noch durch UKIP Wähler*innen, die zu den Brexit-Befürwortenden Konservativen überliefen, ist ihre Unterstützung mittlerweile gesunken, nach dem ihre Pläne um den Brexit, die NHS (nationaler Gesundheitsdienst) und die Wirtschaft bei den Brit*innen schlecht ankamen. Dazu kommt noch der Einfluss der beiden Terrorangriffe in Manchester und London, die die letzten Jahre von Theresa Mays Führung im Innenministerium und als Premierministerin in Frage stellten. Einer der beeindruckendsten Fakten zu dieser Wahl, insbesondere für diejenigen, die die Politik im vereinigten Königreich die letzten zwei Jahre verfolgten, war die Geschlossenheit der Labour-Partei um Jeremy Corbyn, einem Parteichef, der es nach ständigen Rangkämpfen jetzt geschafft hat, sich als ein guter Wahlkämpfer unter Beweis zu stellen. Auch seine Standpunkte kamen bei den Wähler*innen sehr gut an. Das ist gerade mit dem Vorwissen, …

Die Workshopleiterinnen begrüßten uns mit einem Zitat, das wieder traurige Aktualität hat. (Foto: Louisa Hattendorff)

Mehr Stammtischkämpfer*innen – jetzt!

von

Das Bündnis “Aufstehen gegen Rassismus” bildete im Juli Stammtischkämpfer*innen bei der Grünen Jugend Berlin aus. Wir brauchen mehr davon! Ein grauer Dienstagnachmittag in einer Berliner U-Bahn: Viele Leute sind müde, wollen nach Hause, dösen vor sich hin, hören Musik, lesen, unterhalten sich. Als die “Zurückblei’m, bitte!”-Stimme ertönt, steigen zwei ältere Männer ein, die sich lautstark über den Wedding und Neukölln als “Ausländerbezirke” beschweren, in denen zu viele Moschees gebaut werden, und “ohnehin sind doch die muslimischen Männer alle kriminell!”. So weit die Szene. Sie ist fiktiv und Seminarteilnehmende spielen sie als Übungsmaterial auf der Wiese vor dem Büro der Grünen Jugend Berlin (GJB) nach. Die Frage ist: Wie kann ich mit so einer oder einer ähnlichen Situation umgehen – mit Rassismus, Sexismus, rechter Hetze und Stammtischparolen im Alltag? Damit beschäftigten wir uns diesen Sommer in der Landesgeschäftsstelle der Grünen Jugend Berlin, als zwei Teamerinnen des Berliner Bündnisses „Aufstehen gehen Rassismus“ das ganztägige Training mit rund 15 GJB-Mitgliedern durchführten. Ziel des Bündnisses ist, bis zur Bundestagswahl durch ihre Workshops und Seminare 10.000 Stammtischkämpfer*innen ausgebildet zu haben. …

Regionale Auswirkungen von Braunkohle im Rheinischen Revier

von

Die Kraftwerke im Rheinischen Braunkohlerevier heizen mit ihren exzessiven CO2 Emissionen den globalen Klimawandel ein. Doch auch die lokalen Folgen von Braunkohleabbau sind verheerend. Im Rheinischen Revier gibt es drei riesige Tagebaue: Hambach, Inden und Garzweiler. Für deren Ausbau sind seit den 1950ern fast 40.000 Menschen umgesiedelt worden. Gewachsene Gemeinschaften wurden dafür auseinandergerissen, komplette historische Dörfer wurden abgerissen. Zwölf weitere Ortschaften sollen noch abgebaggert werden, darunter Immerath mit seinem unter Denkmalschutz stehendem “Dom”. Tagebaue ist gravierender Eingriffe in Kulturlandschaften und Ökosysteme. Fruchtbares Ackerland wird abgegraben, der uralte, artenreiche Hambacher Forst wird abgeholzt. Damit die Tagebaue nicht vollaufen, werden sie „gesümpft“, d.h. das Grundwasser wird bis in eine Tiefe von 500 Metern abgepumpt. Der sinkende Grundwasserspiegel beeinträchtigt die Vegetation bis in die Niederlande hinein.  Nach Beendigung der Tagebaue wird es Jahrhunderte dauern, bis die Wasserreserven sich erholen. Mit der Bewältigung der Folgen des Braunkohlenbergbaus werden die nachfolgenden Generationen noch lange zu tun haben („Ewigkeitskosten“).  Doch RWE Power hat dafür kaum Rücklagen gebildet. Alleine um die durch die Sümpfung betroffene Feuchtgebiete an Schwalm und Nette künstlich zu …