Satire
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#DankePolizei

Schriftzug Polizei - von Marco - CC BY
Schriftzug Polizei - von Marco - CC BY

Manchmal wird es Zeit, alten Zwist beizulegen, alte Zöpfe abzuschneiden, sich von altem freizumachen und neu zu denken. Die Redaktion des SPUNK, ja auch die GRÜNE JUGEND, hat die Polizei immer wieder heftig und deutlich kritisiert, sich über deren Einsatzplanungen, über ihre Kommunikation, ihre Rechtfertigung im Nachhinein beschwert.

Doch. Zeiten ändern sich. Wir wagen einen Neuanfang. Ist ja nicht so wild, dass auch letztes Jahr noch bei den G20-Protesten gepfeffert und eskaliert wurde. Schwamm drüber, dass Demosanniausrüstung jetzt gerichtlich bestätigt als Passivbewaffnung zählt. Und wer braucht schon Dienstnummern, auf die sich Polizist*innen eindeutig zurückverfolgen lassen. Und dazu noch unabhängige Beschwerdestellen. Wo kämen wir denn in einem solchem Klima des Generalverdachtes hin? Da wäre es ja quasi unmöglich, dass die Polizei noch irgendwie agiert, ohne von Beschwerden überrollt zu werden. Gerade in Zeiten wie diesen müssen wir dringend wachsam bleiben, um in diesem schönen Land nicht von linkem Terror geradezu übermannt zu werden.

Auch die Polizei zeigt sich bemüht. Während in der Vergangenheit öffentliche getätigte Aussagen, die nahe an der Volksverhetzung sind, oft gar nicht verfolgt wurden und Anzeigen wegen mangelndem öffentlichem Interesse gerne mal fallen gelassen wurden, ereilte uns die frohe Kunde: die Polizei in Köln hat Strafanzeige gestellt. Hatte irgendwer etwa “Deutschland abreißen” oder “meine Leckmuschel ist wichtiger als Deutschland” gesprüht? Ne. Die Anzeige ging nach rechts. Die Kölner Polizei hat tatsächlich Frau von Storch wegen Volksverhetzung angezeigt.

Wir werten das als ein Statement des guten Willens. Eine Demonstration (aber nur angemeldet und bitte ohne Vermummung!) – dass der Neuanfang auch von Seiten der Polizei gewünscht ist. Eine ausgestreckte Hand (nein, nicht 45 Grad nach oben) – die sagt hier schlag ein, wir wuppen das. Wir halten die Rechten jetzt nicht mehr in halblegalen Sitzblockaden auf, sondern wir nutzen den Rechtsstaat. Wir greifen durch. Wir haben Gesetze, dass eben manches nicht noch mal gesagt werden darf.

Und dafür: Danke, Polizei. Wir sehen das. Wir nehmen das war. Wir freuen uns. Zusammen schaffen wir das, den rechtspopulistischen und -extremen Backlash zurückzudrängen.

#dankePolizei

Kurz vor Redaktionsschluss erreichte uns dann noch ein Hinweis. Nicht nur der Polizei in Köln, auch deren Kolleg*innen im Freistaat Sachen gebührt unser Dank. Auf der Autobahn diesseits von Görlitz stemmte sich der Rechtstaat mit aller Macht einem Lastwagenkonvoi entgegen. Die Armee eines Drittlandes hatte tatsächlich versucht Panzerhaubitzen ins Land zu holen. Was in einem sehr bedenklichen militärischen Zwischenfall hätte enden können, wurde geistesgegenwärtig von den Beamten vor Ort entschärft. Kein Eingreifen der Bundeswehr wurde notwendig. Der Hergang: streng nach Lehrbuch. Die auffällige Kolonne wurde an einem Parkplatz aus dem fließenden Verkehr gelotst. Bei der Kontrolle der Papiere fiel dann auch unmittelbar auf, dass keine Einfuhrgenehmigungen für die mitgeführten Kriegswaffen vorgelegt werden konnten. So endete die Invasion in dieser Nacht auf einem Rastplatz irgendwo im sächsischem Nirgendwo.

Eine verdachtsunabhängige, stichprobenartige Kontrolle ließ die List auffliegen. Wir sind froh und dankbar, wie die Polizei in dieser Verkehrskontrolle Dienst nach Vorschrift abwickelte und so garantieren konnte, dass es nicht ohne Genehmigung zur Einführung von Gegenständen, die unters Kriegswaffenkontrollgesetz fallen, kam.

Auch dafür: Danke, Polizei. Wir freuen uns, wie ihr Tag für Tag und Nacht für Nacht im Dienst, auch bei spontanen zufälligen, spontanen Kontrollen immer dafür kämpft, dass wir in diesem Land alle gut und gerne leben wollen.

#dankePolizei

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