Netzpolitik
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Das Prinzip der Netzneutralität

Wir alle nutzen das Internet. Wir klicken uns durch Facebook, Twitter und Youtube. Wir informieren uns auf den Onlineportalen der Zeitungen oder hören den Radiolivestream. Das Internet ist zu einem grundlegenden Informationskanal unserer heutigen Zeit geworden.

Das Prinzip der Netzneutralität

Das Internet ist das Universum des Wissens. Wer sucht, der findet. Und das momentan noch relativ uneingeschränkt. Doch welche Informationen sind uns eigentlich zugänglich? Im Grund alle. Informationen sind im Überfluss vorhanden und uns allen zugänglich. Auf Grundlage des „End-to-End “-Prinzips, kommen alle Daten, die auf der einen Seite vom Anbieter eingespeist werden, auch bei den Verbraucher*innen an. Dabei wird nicht zwischen den Daten priorisiert. Was jede*r für wichtig hält, ist immer noch einer*m selbst überlassen. Das Internet stellt damit ein neutrales Netzwerk dar, das keine Daten bevorzugt und alle Datenpakete gleich behandelt. Dieser Zustand nennt sich „Netzneutralität“.

Wer zahlt, der strahlt

Einige neue Technologien ermöglichen es uns allerdings mittlerweile Daten zu priorisieren. Durch sogenannte „packet inspection (( (deep) packet inspection steht für ein Verfahren, das Datenpakete überwachen und filtern kann. Datenpakete werden dabei auf bestimmte Merkmale untersucht und Datenströme dadurch reguliert werden. Weitere Infos: https://netzpolitik.org/2012/deep-paket-inspection-und-gute-software-schlechte-software/ ))“ haben wir die Möglichkeit Unterscheidungen im Netz zu treffen. Bei diesen neuen Möglichkeiten hören vor allem große Konzerne auf. Sie haben Geld und könnten diese Unterscheidungsmöglichkeit gut für sich nutzen. Große Streits sind schon darüber ausgebrochen. Nicht nur US-Breitbandanbieter, sondern auch europäische Carrier fordern den Aufbau von sogenannten Hochgeschwindigkeitsnetzen. Der Datenverkehr von besser zahlenden Anbieter*innen würde dann besser behandelt werden. Was heißt das?

Ein Beispiel

Stellen wir uns vor es gibt nur zwei Online Video-Portale: Youtube und Xtube. Youtube möchte sich von seinen Konkurrent*innen hat bedeutend mehr Geld zur Verfügung und will sich natürlich von seiner Konkurrenz absetzen. Also zahlt Youtube den Netzanbieter Geld dafür, dass die Videos auf der eigenen Website in besserer Qualität angezeigt wird, als auf der Website von Xtube. Als Verbraucher*innen haben wir jetzt die Möglichkeit entweder diese Situation hinzunehmen und Xtube in schlechter Qualität zu genießen (wir würden wahrscheinlich dann lieber Youtube schauen) oder zu zahlen. Was passiert? Youtube erhält einen Wettbewerbsvorteil und kann Wissen und Informationsweitergabe nach Belieben steuern. Eigentlich ein Unding. Meinungs- und Informationsfreiheit ade. Das Internet ist damit nämlich nicht mehr das Universum des Wissens, sondern das Universum der Manipulation.

Freie Willkür oder freies Netz?

Wer ein Zwei-Klassen-Internet will, trägt zur Verdummung der Gesellschaft bei. Informations- und Meinungsbereitstellung wird von Konzernen gesteuert. Wer Geld hat, kann sich freikaufen. Wo kommen wir hin, wenn sogar eins unserer höchsten Güter „das Wissen“ kapitalistischen Logiken – sprich: Profitmaximierung – unterworfen wird?

Mir ist es wichtig, dass alle Menschen die Möglichkeit haben sich unabhängig von Konzerninteressen zu informieren. Alle Traffics, also alle Datenpakete, sollten deswegen gleichbehandelt werden – egal welcher Ausgangspunkt und welchen Inhalt das Datenpaket hat. Der Zugang zu Wissen darf nicht vom Geld abhängig sein. Was gut oder schlecht ist, sollten immer noch jede*r für sich selbst entscheiden dürfen und nicht die Unternehmen. Aus diesen Gründen gehört die Garantie der Netzneutralität für mich ins Grundgesetz.

Weitere spannende Infos zu dem Thema findet ihr unter anderem hier:

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