Soziales
Schreibe einen Kommentar

Demokratie in der Krise?!

Jede*r kennt sie – diese Regierungsform namens “Demokratie”. Jede*r schätzt sie – mal mehr, mal weniger, aber allen ist bewusst, dass sich hinter dem einfachen Wort „Demokratie“ mehr versteckt, nämlich die „Herrschaft des Volkes“. Gelegentlich kommt die Leidenschaft für sie auf, wenn wir von dem „Arabischen Frühling“, dem „Taksim-Platz“ oder dem „Euromaidan“ hören. Dann ist diese – unsere – Regierungsform wieder richtig und wichtig. Dass Gleichheit und Freiheit aller Bürger_innen die Substanz der Demokratie ist, scheint den Menschen wieder klar zu werden. Doch wir leben in Krisenzeiten, Alternativlosigkeiten und Wachstumszwängen und da scheint das Ideal, jede Stimme habe den gleichen Wert, scheinbar marginal. Statt mehr Zusammenhalt und mehr Beteiligung nehmen wir eine zunehmende Individualisierung, die Erosion des sozialen Zusammenhalts und den Vertrauensverlust in das Funktionieren unserer repräsentativen Demokratie wahr.

Der Zweifel an den Institutionen der Demokratie wächst. Immer mehr Menschen stellen sich die Frage, ob diese überhaupt noch demokratisch sind, den Willen des „Volkes“ repräsentieren oder ob sie von großen Lobbyverbänden und den Märkten politische Entscheidungen diktiert bekommen.

Die Macht schwindet in einen kleinen Kreis von Eliten, die ihre Anliegen aufdrängen und zwischen die Politiker*innen und Bürger*innen treten. Der Austausch findet in keinem ausreichenden Maße statt und so fühlen sich die Bürger*innen nicht ausreichend repräsentiert.

Ein weiterer Faktor spielt die Globalisierung, da wichtige Entscheidungen nicht mehr auf nationaler Ebenen stattfinden. Die Politik hat es bisher jedoch nicht geschafft den Menschen hier Einflussmöglichkeiten zu verschaffen. Stattdessen agieren mächtige Gruppierungen primär der Wirtschaft. Die am Allgemeinwohl Interessierten sind hingegen unterrepräsentiert.

Im Kapitalismus beschleunigt sich stets alles. Der Kapitalismus und die Demokratie scheinen untrennbar miteinander verbunden zu sein und so müssen auch Entscheidungen zunehmend rapider getroffen werden. Um gute Entscheidungen treffen zu können, braucht der Mensch jedoch Zeit und um bessere Entscheidungen treffen zu können noch mehr an Zeit. Die Märkte der globalisierten Welt brauchen jedoch schnelle Entschlüsse.

Mehrere kleiner Krisen summieren sich in eine große Legitimationskrise. Was bleibt sind die Merkmale der Demokratie, wie freie, gleiche, geheime Wahlen, das Mehrheitsprinzip, der Schutz der Grundrechte und Menschenrechte. Und es bleibt das Bewusstsein, dass jede Krise begrenzt ist, einen Wendepunkt darstellt. Also begreifen wir die Probleme als Chance um die Demokratie in kleinen Schritten voranzubringen.

Vielfalt statt Einfalt, unsere Unterschiede, die verschiedenen Meinungen und neu entdeckte Leidenschaften werden uns weiterhelfen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.