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Die Schatzmeisterin

Grün für ein besseres Europa – cc by Jan Schnorenberg

SPUNK: Alex, du bist jetzt zweieinhalb Jahre im Bundesvorstand der GRÜNEN JUGEND. Was hast du in dieser Zeit alles gemacht? Erzähl doch mal!

Eine Menge – Also wirklich so einiges. Am Anfang war ich noch für den BuVo im Bundesausschuss Präsidium und durfte immer mit dem*der Politischen Geschäftsführung den Bundesausschuss (BA) organisieren. Das habe ich dann auch bis letztes Jahr im Dezember gemacht, dann wurde der Bundesausschuss abgeschafft.

Generell ist man als BuVo immer viel auf GJ Veranstaltungen unterwegs, und die meisten hat man dann natürlich auch irgendwie mit organisiert oder war involviert. So habe ich auch die erst Bundesfrauenkonferenz der GJ mit organisieren dürfen. Und letztes Jahr war ich dann auch bei der zweiten mit dabei. Darüber hinaus war ich im letzten Jahr dann natürlich auch in den Bundestagswahlkampf involviert, was wirklich sehr anstrengend, aber auch sehr schön war. Letztlich bin ich dann auch 10 Tage als Busmutti mit auf der Nordtour mitgefahren.

Und dann noch die Bundeskongresse. Die haben immer sehr viel Zeit in Anspruch genommen. Letztes Jahr bin ich dann als Schatzmeisterin angetreten und spät in der Nacht gewählt worden. Als Schatzmeisterin und somit auch als Teil der Geschäftsführenden Bundesvorstandes sind dann noch viele neue & andere Aufgaben auf mich zu gekommen.

SPUNK: Und neben all diesen Aufgaben hast du noch dein eigenes Leben gelebt. Was hast du in dieser Zeit noch alles neben der GRÜNEN JUGEND gemacht?

Als ich im April 2012 in den Bundesvorstand gewählt wurde, war ich gerade in meiner Prüfungsphase des Abis. Nach meinem Abi habe ich mir dann erst mal einige Zeit frei genommen, um im BuVo auch so richtig anzukommen. Da war ich sehr viel auf Landesmitgliederversammlungen und habe viel der Veranstaltungen organisiert, von denen ich ja schon erzählt hatte.

Im Herbst habe ich dann mein freiwilliges ökologisches Jahr beim BUND anzufangen. In dem darauf folgenden Jahr habe ich unter der Woche also für den BUND gearbeitet und am Wochenenden war ich für die GRÜNEN JUGEND unterwegs. Ich glaube ich hatte so zehn freie Wochenenden in einem Jahr, dass war schon sehr wenig, aber es hat auch sehr viel Spaß gemacht! Und ich habe so viel gelernt. Mittlerweile studiere ich, sogar jetzt im dritten Semester, Soziologie an der Uni Bremen.

SPUNK: Wenn du dich Heute an deine erste Bewerbungsrede für den BuVo erinnerst, wie nervös warst du damals?

Ich glaube ich war wirklich sehr nervös. Aber der Adrenalinkick, wenn man eine Rede hält, macht auch wirklich sehr viel Spaß. Und natürlich auch der Zuspruch von vielen Leuten. Mit der Zeit wird man im Reden halten aber auch sicherer, das habe ich bei meiner ersten Rede auf dem grünen Bundesparteitag gemerkt.

SPUNK: Und deine erste BDK- Rede war dann wann?

Meine erste BDK Rede war diesen Februar bei der Europa-BDK in Dresden, wo ich ein typisches GRÜNE JUGEND Thema eingebracht habe, nämlich das Wahlrecht für Alle, wozu es dann letztlich auch eine Abstimmung gab, die wir dann leider verloren haben.

SUNNK: Du bist dann nach eineinhalb Jahren als Beisitzerin um BuVo dann auch als Schatzmeisterin angetreten. Was hat dich motiviert, dieses Amt auf dich zu nehmen und die finanzellen Strippen der Grünen Jugend zu ziehen?

IM GELD LIEGT DIE MACHT – nein, das hat mich natürlich nicht dazu bewegt. Die Zeit als Beisitzerin war sehr interessant um in die BuVo-Arbeit rein zu kommen und coole Projekte zu begleiten. Aber ich habe mir dann auch irgendwann eine persönliche Weiterentwicklung gewünscht. Außerdem war ich bereit ein Amt auszufüllen, in dem man auch mehr Verantwortung trägt, aber auch andere Gestaltungsmöglichkeiten hat, eben finanzielle & strukturelle Gestaltungsmöglichkeiten. Und an dieser Stelle auch noch mal eine großes Dank an Zora, die mich immer ermutigt hat zu kandidieren und mir mit viel Geduld alles erklärt hat. Dadurch bekam ich dann richtig Lust die Verbandsfinanzen zu verwalten.

SPUNK: Und was sind dann genau deine Aufgaben als Schatzmeisterin?

Als Schatzmeisterin kommen natürlich ganz andere Aufgaben auf einen zu, als das als Beisitzerin der Fall gewesen ist. Von der Finanzverwaltung, Haushaltscontrolling, Zusammen mit dem Personal über die aktuellen Entwicklungen der Finanzen zu sprechen bis hin zu Finanzpläne aufstellen, für 20 Jahresfeiern, Sommerakademien oder die BF*ITK zum Beispiel, aber auch das Ganze in den BuVo hineinzutragen.

SPUNK: Du hast auch zwei Wahlkämpfe in deine BuVo Zeit miterlebt: Den Bundestagswahlkampf und den Europawahlkampf, aber beiden aus verschieden Positionen im BuVo. Wie hast du die Wahlkämpfe wahrgenommen und was ist anders wann man als Bundesschatzmeisterin den Wahlkampf betreut?

Im Bundestagswahlkampf konnte ich sehr kreativ sein und musste mir um Finanzen nicht so viele Gedanken machen. Und von den Wahlkampfteamtreffen, bei denen es viel darum ging wie wir eigentlich einen Wahlkampf gestalten, bis zur Hochtour und dem eigentlich Wahlkampf, habe ich alles mal mitgemacht.

Im Europawahlkampf war das anders. Ich habe mich sehr viel um unseren Haushalt gekümmert und auch das wir mit dem hinkommen was wir haben, denn man kann jeden Euro nur einmal ausgeben. Im Vorfeld habe ich auch mit den Grünen darüber verhandelt, wie viel wir als Zuschuss bekommen – denn ganz ohne Geld geht es ja auch nicht. Die Europa-Wahlkampfzeit habe ich viel im Büro verbracht, um unseren Wahlkampfhaushalt zusammen mit unserer Wahlkampfmanagerin & unserem PolGF zu managen. Da musste dann auch leider manchmal Nein zu Dingen gesagt werden. Aber letztlich hat alles funktioniert. Und Zeit fürs auf der Straße wahlkämpfen war auch.

SPUNK: Und dann bist du als Schatzmeisterin auch noch Berlin gezogen, um hier mehr in der BGS zu arbeiten. Wie sehr liebst du die Arbeit in der BGS?

Ich liebe die BGS! Das ist einer der schönsten Orte um gut Arbeiten zu können. Manchmal auch ein bisschen arg unordentlich. Es ist schön, vieles mit zu bekommen, was alles in dem Verband passiert, und zu sehen wo es grade brennt & Hilfe benötigt wird. Außerdem hat es mir auch sehr viel Spaß gemacht die Personalverantwortlichkeit mit zu übernehmen, denn als BuVo muss man sich auch um seine Angestellten kümmern. Die BGS arbeitet nämlich immer auf Hochtouren. In den wöchentlichen Bürobesprechungen kann man die Arbeitsabläufe auch immer gut absprechen. Somit hat man eine gut vertraute Umgebung, aber man trifft immer auch wieder neue nette Menschen in der BGS. Wir haben ja auch alle drei Monate eine*n neue*n Paktikant*in.

SPUNK: Was würdest du Menschen, die sich jetzt neu auf den BuVo bewerben, sei es als Beisitzerin oder auch als Schatzmeister_in, mitgeben wollen?

Man sollte sich auf das Jahr als Mitglied eines Bundesvorstandes einfach einlassen. Wie in jeder guten Familie gibt es auch manchmal Streit und das ist auch total wichtig, aber es ist auch genau so wichtig, dass man das irgendwie nicht zu ernst nimmt und am Ende des Tages auch noch ein Bier miteinander trinken kann. Außerdem sollte der Spaß an der Arbeit auch auf keinen Fall verloren gehen und man sollte nicht aus den Augen verlieren, dass man ja etwas bewegen will. Natürlich braucht es dann auch noch viel Einsatz etwas zu schaffen, aber das Gefühl wenn man die Früchte dafür erntet ist einfach unbeschreiblich schön und auch wieder unglaublich motivierend.

SPUNK: Über deine Zeit um BuVo hast du dir auch einen gewissen Ruf erarbeitet. Du bist die allmächtige Strippenzieherin mit Katzen im Arm, die den restlichen BuVo unter Kontrolle hältst – mit MDMA und so. Was dann auch in einer legendären Pressemitteilung im Frühling gipfelte. Wie hast du das geschafft? Und magst du diesen Ruf eigentlich?

Wie ich das geschafft haben? Jan hat irgendwann einmal ein komisches Bild von mir auf der Sommerakademie in Bröllin geschossen. Da habe ich ganz komisch geschaut. Dann hat er darauf eine Fotomontage gemacht und dann ist das Ganze irgendwie zu so einem Selbstläufer & Running Gag geworden.

Natürlich ist die Schatzmeister*innen Funktion auch irgendwie eine strukturell machtvolle Position, aber mir ging es auch immer darum den andern BuVo-Mitgliedern klar zu machen, dass jeder Euro nur einmal ausgegeben werden kann – vor allem bei der GRÜNEN JUGEND. Und auch darum irgendwie transparent zu agieren. Natürlich haben ich so einige Einflussmöglichkeiten, aber in Wirklichkeit war das gar nicht so Strippenzieherinnen mässig, wie dass immer alle sagen.

SPUNK: Alex vielen vielen Dank für das Interview und tausend Dank für deine tolle Arbeit!

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