Soziales, Wirtschaft
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Freie Sonntage sind gut für das familiäre Zusammenleben

Das Bundesverwaltungsgericht schränkt die Sonntagsarbeit ein. Finde ich super!

Natürlich denke ich mir als Studi auch: warum soll ich nicht auch sonntags arbeiten dürfen? Da hätte ich die meiste Zeit dafür. Aber genau das ist der Punkt. Warum hat man am Sonntag die meiste Ruhe? Genau, weil es kein allgemeiner Arbeitstag ist, sondern nur bestimmte Berufsgruppen arbeiten dürfen oder auch müssen.

Wenn man die Idee von frei wählbaren freien Tagen statt gesetzlicher (meist dem christlichen Kirchenjahr entsprungener) Feiertage auf die Wochenarbeitstage überträgt, klingt das im ersten Moment durchaus nach einer charmanten Idee. Jede*r darf selbst entscheiden, wann sie*er ihren*seinen freien Tag in Anspruch nehmen möchte. Auf den zweiten Blick erscheint diese Idee aber auch meiner Vorstellung von freier Lebensgestaltung nicht mehr so zuträglich.

Davon abgesehen, dass es keinen stichhaltigen Grund (mehr) gibt, warum es der Sonntag sein muss, scheint mir ein fester Tag aber gesellschaftlich sehr sinnvoll. Schon aus familienpolitischer Sicht ist ein gemeinsamer freier Tag ein sehr hohes Gut!

Ein Tag, an dem alle Familienmitglieder – sei es die klassische, die Patchwork-, die Regenbogen- oder auch die „nur“ aus Freund*innen bestehende Familie – frei haben, fördert das Zusammenleben enorm und macht ein Familienleben in vielen Fällen erst wirklich möglich.

Vor allem für Kinder ist ein solcher fester Punkt wichtig. Wir wissen, dass die Organisation eines gemeinsamen Familienelebens und auch die ganz persönliche Lebensführung durch verschiedene Faktoren wie ständige Erreichbarkeit oder allgemein höherer Druck in Schule, Studium, am Arbeitsplatz so oder so schon immer schwieriger wird.

Ich befürchte, dass die Freigabe der Sonntagsarbeit ein Schritt in noch größere Unsicherheit wäre.

Die Bedürfnisse des gesellschaftlichen Zusammenlebens und die Wahrung der Arbeitnehmer*innenrechte vor der Willkür der Arbeitgeber*innen sollten hier deutlichen Vorrang vor der Idee der Liberalisierung der persönlichen Lebensgestaltung erhalten.

 

Den Contra-Artikel von Gustav zur Debatte über das Urteil des BVerwG findet ihr hier.

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