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Über Bündnisarbeit und Schatzmeisterei – Interview mit Jennifer Werthwein

Jennifer - CC BY GRÜNE JUGEND

Jennifer Werthwein (23) war ein halbes Jahr Beisitzerin im Bundesvorstand und ein halbes Jahr Bundesschatzmeisterin der GRÜNEN JUGEND. Seit Anfang des Oktober ist sie Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Rheinland-Pfalz. Wir haben mit ihr über ihre BuVo-Zeit und ihr Tipps für neue Bewerber_innen gesprochen.

SPUNK: Jennifer, du warst jetzt ein Jahr lang im Bundesvorstand. Was hast du denn alles so gemacht?

Jennifer: Mein Jahr im Bundesvorstand war zweigeteilt. Ende 2014 wurde ich als Beisitzerin in den BuVo gewählt und konnte in dieser Zeit sehr viele eigene Projekte starten. Am meisten Zeit habe ich in die beiden Bündnisse, das TTIPunFairhandelbar-Bündnis und das Blockupy-Bündnis gesteckt, weil ich der Überzeugung bin, dass wir einen gesellschaftlichen Wandel nur durch zivilgesellschaftlichen Druck erreichen können und sich die GRÜNE Partei und die GRÜNE JUGEND wieder stärker in Bewegungen einbringen müssen. Als Beisitzerin des Bundesvorstandes fallen aber auch noch viele andere kleinere und größere Aufgaben an. So habe ich beispielsweise versucht Fachforen zu unterstützen und GJ-Landesverbände betreut. Außerdem habe ich den Kontakt zu Parteiuntergliederungen gesucht und mich so für die GRÜNE JUGEND mit UnternehmensGrün, GewerkschaftsGrün und den GRÜNEN Alten vernetzt.
Im April 2015 wurde ich dann zur Bundesschatzmeisterin gewählt und habe mich erst einmal in das neue Amt einarbeiten müssen. Die Arbeit als Bundesschatzmeisterin ist sehr viel festgelegter. Viele der Aufgaben stehen schon von Vorhinein fest und müssen abgearbeitet werden, so dass man sich hier die Arbeitszeit auch weniger frei einteilen kann. Trotzdem hat mir auch diese Arbeit sehr gut gefallen und in dem halben Jahr als Bundesschatzmeisterin habe ich einen unglaublich großen Einblick in die Strukturen und die Zusammenhänge der GRÜNEN JUGEND bekommen.

SPUNK: Was hat dir denn besser gefallen? Die Arbeit als Beisitzerin oder als Schatzmeisterin?

Jennifer: Das kann ich so pauschal nicht sagen. In beiden Ämter konnte ich sehr viel Neues dazulernen. In beiden Ämter habe ich viele Erfahrungen sammeln können und in aus beiden habe ich unterschiedliches mitgenommen. An der Arbeit als Beisitzerin hat mir besser gefallen, dass ich sehr viel mehr Entscheidungsmöglichkeiten über meine eigenen Aufgaben hatte. Dafür war ich als Bundesschatzmeisterin noch viel stärker in den Verband eingebunden und konnte so einen noch tieferen Einblick in unsere Strukturen gewinnen.

SPUNK: Du hast als Beisitzerin ja sehr viel Bündnisarbeit gemacht. Warum hältst du das für wichtig?

Jennifer: Der Ursprung der GRÜNEN Partei liegt in zivilgesellschaftlichen Bewegungen. In den Achtziger Jahren schlossen sich Anti-Atomkraft- und Umweltbewegungen, die Neuen Sozialen Bewegungen und die Friedensbewegung zusammen. Ihre Ideen haben bis heute die GRÜNE Partei geprägt und formen unseren Kern einer ökologischen, ökonomischen und sozialen Nachhaltigkeit. Mein Eindruck von der GRÜNEN Partei ist jedoch, dass sie sich zunehmend von diesen ursprünglichen Bewegungen abwenden und meinen die Gesellschaft allein durch Parteipolitik verändern zu können. Ich halte diese Annahme für falsch und fatal. Exemplarisch hierfür ist die Politische Herangehensweise der GRÜNEN beim Asylkompromiss. Viele Vereine und Verbände haben sich dagegen ausgesprochen. GRÜNE hingegen haben – verkürzt gesagt – darauf geachtet, dass Koalitionen nicht zerbrechen und mit wem man in Zukunft Koalitionen eingehen will.
Auch wenn Bündnissarbeit oftmals kein Zuckerschlecken ist, so meine ich, dass wir GRÜNEN die Bewegungen nicht aus den Augen verlieren sollten und auch bei heiklen Themen wieder verstärkt auf die Straße gehen sollen.

SPUNK: Und was hat dir an deiner Zeit im BuVo am besten gefallen?

Jennifer: Es gibt zu viele Dinge, die mir sehr gut gefallen haben, als dass ich diese alle aufzählen könnte. Ein am besten fällt mir spontan nicht. Vielleicht die Zeit, die ich mit interessanten Menschen bei Veranstaltungen verbringen könnte. Vielleicht die Demonstrationen und Aktionen an denen ich für dir GRÜNE JUGEND teilgenommen habe. Vielleicht auch einfach die vielen verschiedenen Eindrücke, die ich gesammelt habe.

SPUNK: Hast du Tipps für alle, die sich überlegen, zu kandidieren, aber ein bisschen Bammel vor einer Bewerbungsrede haben?

Jennifer: Einfach machen. Niemand – oder zumindest die meisten Menschen, die deiner Rede lauschen, wollen dir irgendetwas Böses. Überlege dir einfach, was du diesen Menschen mitgeben willst. Überlege dir, warum du unbedingt für ein Jahr in den Bundesvorstand möchtest und was du dem Verband mitgeben willst. Diese drei Teile packst du in deine Rede und schon passt das.

Seit dem 1. Februar 2014 ist der SPUNK das Online-Magazin des Bundesverbandes der GRÜNEN JUGEND.

1 Kommentare

  1. Michael Rittendorf sagt

    Liebe Jennifer,

    im Februar 2016 soll es ein gemeinsames Treffen von GJ, GewerkschaftsGrün und der HBS in Berlin geben.
    Ich habe davon gehört. Hast Du nähere Informationen dazu ? Für eine Antwort bin ich Dir dankbar.

    Grüße aus Lübeck

    Michael Rittendorf
    KV B’90/Die Grünen Lübeck
    Projekt-Koordinator
    Heinrich Böll Stiftung SH

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