SPUNK
Schreibe einen Kommentar

Jung, grün, kommunal: Miriam aus Sachsen-Anhalt

Alter: 20
Kreisverband: Saalekreis
Beruf/Studium/Ausbildung: Nahoststudien und Wissenschaft vom christlichen Orient
In der GJ seit: 2015
Hobbies: Kino, Theater, Politik
Homepage: www.facebook.com/MatzMiriam/

SPUNK: Hallo
Miriam Matz: Hi!
SPUNK: Kannst du nochmal sagen, wo und auf welcher Liste du genau kandidierst?
Miriam: Sachsen-Anhalt, Listenplatz 15 und Direktkandidatin im Wahlkreis 34.
SPUNK: Welcher Wahlkreis ist das?
Miriam: Bad Dürrenberg-Saalekreis
SPUNK: Dankeschön. Was hat dich politisiert?
Miriam: Die Schule. Zur Bundestagswahl 2013 sollten im Sozialkundeunterricht Vorträge über Parteien gehalten werden, um uns die Wahl zu erleichtern und das Büro der Grünen in Merseburg lag genau auf meinem Schulweg. So kam eins zum anderen
SPUNK: Hast du Kontakt aufgenommen?
Miriam: Genau. Ich bin da hin gegangen, weil ich Informationen für den Vortrag holen wollte. Hab mir dann auch vieles noch erklären lassen und dann war ich eben öfter da. Im Vorfeld der Bundestagswahl hab ich mir persönlich dann noch Infos von den Linken, der CDU und SPD geholt und habe dann entschieden, dass Grün das richtige ist. Interesse an Politik war immer da. Meine Großeltern sind in der SPD und da habe ich schon früh mitbekommen, wann mal eine Wahl anstand. Politik gehörte schon immer dazu.
SPUNK: Was hat dich dazu gebracht, dich in der Landespolitik zu engagieren?
Miriam: In der Kommunalpolitik (ich bin sachkundige Einwohnerin im Bildungsausschuss) hab ich schnell gemerkt, dass die Handlungsmöglichkeiten doch begrenzt sind und es meist daran liegt, dass Geld vom Land fehlt oder die Gesetzeslage bestimmte Ideen nicht hergibt. Außerdem ist es mir wichtig, – und das ist u.a. mein Thema – dass das Abitur in Sachsen-Anhalt gerechter wird.
SPUNK: Wie möchtest du dich dafür einsetzen, wenn du gewählt bist?
Miriam: Das Abitur kann nur gerechter werden, wenn wir endlich mehr Lehrer*innen in Sachsen-Anhalt haben. Nur dann können Grund- und Leistungskurs im Unterricht wieder getrennt werden. Es müssen zum einen mehr Lehrer*innen ausgebildet werden, wobei erfasst werden muss, ob Halle als einziger Standort in Sachsen-Anhalt zur Lehrer*innenausbildung ausreicht oder nicht doch wieder Magdeburg benötigt wird. Außerdem brauchen wir mehr Referendariatsplätze. Die sind aktuell in nicht ausreichender Zahl vorhanden
SPUNK: Gibt es noch andere Themen für die du/die GRÜNE JUGEND sich in Sachsen-Anhalt einsetzt?
Miriam: Unsere Themen sind Cannabislegalisierung, Willkommenskultur und Ehe für alle. Wir machen eine Hochtour, bei der wir in die einzelnen KVs (Kreisverbände /Anm. der Redaktion) fahren und dort Aktionen zu diesen Themen machen. Außerdem unterstützen wir die KVs bei der Hochtour mit Aktionen zu Themen, die in dieser Region von großer Bedeutung sind, z.B. Braunkohle oder Nahverkehr.
SPUNK: Was heißt es für dich junggrüne Politik zu machen?
Miriam: Die Frage finde ich interessant! 😀 Politik von jungen Menschen mit jungen Menschen für junge Menschen. Als weiteres Thema neben dem Abitur ist es mir wichtig, dass auch junge Menschen im Parlament sind und Anreize dafür gesetzt werden, dass junge Menschen auch in Sachsen-Anhalt bleiben. Dazu ist es wichtig, dass sie mehr partizipieren können, insbesondere in ihrer Gemeinde und Schule. Außerdem wollen wir (ich als Kandidatin und die GJ) das Wahlalter mindestens auf 14 senken.
SPUNK: Gibt es Themen, die die GRÜNE JUGEND stärker besetzen sollte?
Miriam: Das ist schwierig.
Wir müssen präsenter werden. Was eventuell wirklich etwas zu kurz kommt sind Themen, die Schulen und Ausbildung, die nicht Studium ist, betreffen. Dass diese Themen nicht so stark besetzt sind, liegt wahrscheinlich daran, dass ein Großteil der GJ-Mitglieder Student*innen sind. Es stellt sich die Frage, ob das so bleiben soll. Das bezieht sich auf die GJ allgemein.
SPUNK: Ok, danke. Kannst du mir noch eine Einschätzung zur Wahl geben?
Miriam: Natürlich kommen wir sicher in den Landtag. Dass wir bei der letzten Umfrage bei 5% standen motiviert und mobilisiert sowohl uns als auch unsere Wähler*innen. Koalitionsverhandlungen wird es sowohl mit der CDU als auch mit SPD und den Linken geben. Überschneidungen gibt es natürlich am ehesten bei SPD und Linken, also ist diese Koalition wahrscheinlicher. Außerdem sind die Verbindungen zwischen der aktuellen Fraktion der Grünen und Linken sehr gut. Auch ich persönlich mache meinen Wahlkampf viel mit der Direktkandidatin der Linken in meinem Wahlkreis zusammen – zum einen, weil wir uns sehr gut verstehen und im selben Alter sind und weil wir denken, dass es besonders im Hinblick auf die AfD momentan andere Probleme gibt. Aktuell sollte man in demokratischen Parteien eher zusammenhalten als sich zu zerraufen. Was dabei rauskommt, hat man spätestens 1933 gesehen. Die Unterschiede zwischen den Parteien kommen schon noch raus. Allgemein haben junge Menschen ein anderes Parteienverständnis und sind eher zu überparteilicher Arbeit bereit. Ich bin davon ein ganz großer Fan.
SPUNK: Vielen Dank für das Interview!
Miriam: Bitte, es hat Spaß gemacht.

Das Interview führte Lena Grebenstein.

Lena Grebenstein studiert Soziologie und Wirtschaftswissenschaften in Jena. Sie liebt Musik, Bücher und Essen. Außerdem verläuft sie sich gern in (un)bekannten Städten. Fragen rund um eine nachhaltige und gerechte Wirtschaft findet sie besonders interessant. Im Moment freut sie sich auf den Sommer.

Kategorie: SPUNK

von

Lena Grebenstein studiert Soziologie und Wirtschaftswissenschaften in Jena. Sie liebt Musik, Bücher und Essen. Außerdem verläuft sie sich gern in (un)bekannten Städten. Fragen rund um eine nachhaltige und gerechte Wirtschaft findet sie besonders interessant. Im Moment freut sie sich auf den Sommer.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.