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Jung, grün, kommunal: Norbert aus Baden-Württemberg

Norbert

Alter: 26
Kreisverband: Ortenau
Hobbies: Fußball (Schalke 04), Ski fahren, Videospiele, gute Filme/Serien (Netflix!), guter Wein aus meinem Wahlkreis
Beruf/Studium/Ausbildung: Politikwissenschaft/Geschichte seit 2014 in Freiburg
In der GJ seit: 2014
Homepage: www.norbert-hense.de

Lena: Hallo Norbert. Wo kandidierst du nochmal genau?
Norbert: Im Wahlkreis 52 in Kehl in Baden-Württemberg.
Lena: Danke. Was hat dich politisiert?
Norbert: Das weiß ich gar nicht so genau. 2009 kandidierte ich parteilos zur Europa- und Bundestagswahl mit dem Thema Bürger*innenbeteiligung. Davor war ich schon immer politisch interessiert. Die Zensursula-Debatte war jedoch sehr einschneidend und brachte mich in diesem Zuge zur Piratenpartei, in der ich 5 Jahre lang aktiv war und zahlreiche verantwortliche Positionen inne hatte.
Lena: Und dann bis du zur grünen Jugend gewechselt? Warum?
Norbert: Die Piraten haben sich mit Landespolitik nicht näher befasst. Sie fanden einfach die Grünen und Kretschmann doof, weil sie ihnen zu bürgerlich erschienen. Zugleich gab es ja die Flügelstreite. ich gehörte dem linkeren und progressiveren Flügel an und wir wurden ja durch rüden Ton und einen Rechtsruck vertrieben und überall unkollegial und stillos niedergestimmt. Ich habe das auch damals länger verbloggt: http://norbert-hense.de/?p=13635
Zu den Grünen und zur Grünen Jugend bin ich gekommen, weil ich hier die Themen durchaus gut aufgehoben wusste. Klar, Netzpolitik ist jetzt nicht plötzlich grünes Kernthema, aber sowohl im Landtag mit Alexander Salomon, als auch im Bundestag mit Konstantin von Notz und Tabea Rößner gibt es profilierte und fähige Köpfe. Auch denke ich, dass die Grünen als Partei das Netz am ehesten verstanden haben.

Lena: Was hat dich dazu gebracht, dich in der Landespolitik zu engagieren?
Norbert: Ich habe mich nach dem historischen Regierungswechsel in Baden-Württemberg zunehmend mit Landespolitik beschäftigt. Die Erfolgsbilanz sah sehr früh schon recht ordentlich aus, weshalb ich schließlich auch bei den Grünen aktiv wurde und mich immer stärker mit Landespolitik befasste.
Lena: Magst du ein paar Erfolge nennen?
Norbert:

Ich finde den Nationalpark ein tolles Natuschutz-, aber auch Bildungs- und Generationenprojekt. Der Breitbandausbau wurde aktiv voran getrieben und man setzt auf Glasfaser und hat hier die Zukunft im Blick.

Als Medienpolitiker fand ich auch den Rundfunkstaatsvertrag und die Zusammensetzung der Rundfunkräte mit zusätzlichen gesellschaftlichen Gruppen wichtig, da unsere Gesellschaft dort veraltet abgebildet wurde. Außerdem wurde mein Herzensthema Bürger*innenbeteiligung vorangetrieben und aktiv bearbeitet. Mit Gisela Erler gibt es auch eine eigene Staatsrätin, die sich nur um dieses Thema befasst. Das unterstreicht den Stellenwert.
Lena: Für welche Themen setzt du dich mit der grünen Jugend ein?
Norbert: Mir ist der Bereich Grundrechte wichtig. Da sind die Bürger*innenrechte, wie Versammlungsfreiheit oder Kennzeichnungspflicht für Polizeibeamt*innen natürlich zu nennen. Auch die zunehmende Überwachung, die gerade in der Netz- und Medienpolitik eine wichtige Rolle spielt. Aber auch Rechte von queeren Menschen oder Menschen mit Migrationshintergründen liegen mir am Herzen. Dabei machen mir Pegida, AfD und Bildungsplan-Gegner*innen natürlich große Sorgen.
Lena: Wie möchtest du dich dafür einsetzen, wenn du gewählt wurdest?
Norbert: Gerne möchte ich Anti-Nazi-Proteste begleiten und solidarisch an der Seite der Antifaschist*innen stehen. Als Landtagsabgeordneter würde ich diese Stellung auch gerne nutzen, um vor Ort bei Demonstrationen deeskalierend wirken zu können. Was Netz- und Medienpolitik angeht möchte ich Fachexpertise in den Landtag tragen. Das Thema ist vielen Abgeordneten zu wenig präsent. Im Wahlkreis will ich wirklich mit den Leuten im Gespräch bleiben und auch Ängste nehmen. Die Verwurzelung vor Ort und der Austausch ist mir da schon wichtig.
Lena: Konntet ihr euch mit diesen Themen auch ins Wahlprogramm der Grünen einbringen?
Norbert: Wir als Grüne Jugend Baden-Württemberg haben uns aktiv in den Programmprozess eingebracht. Ein sehr präsenter Punkt ist, dass wir uns im Wahlprogramm der Grünen für die Abschaffung der Sperrzeiten und Alkoholverbote einsetzen. Ich bin hier auch Bennet Müller für seine großartige Rede zu diesem Programmpunkt sehr dankbar.

Lena: Beteiligst du dich am Wahlkampf der Altgrünen, oder machst du eigenen?
Norbert: Als Landtagskandidat mache ich Wahlkampf für mich und eine junggrüne Politik. Zugleich mache ich aber auch Wahlkampf mit unseren Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann, der natürlich weiterhin dieses Land gut regieren soll, wie er es die letzten 5 Jahre tat.
Lena: Was heißt es für dich junggrüne Politik zu machen?
Norbert:

Als Landtagskandidat heißt das für mich einen Spagat hinzulegen, zwischen realer Regierungspolitik mit Kompromissen zwischen Koalitionspartnern und berechtigten stacheligen Forderungen der Grünen Jugend. Das ist nicht immer einfach, aber immer spannend.

Lena: Gibt es Themen, die die grüne Jugend stärker besetzen sollte?
Norbert: Nein. Die Grüne Jugend ist ein wichtiger Motor innerhalb der Partei. Sie träumt von Visionen, ist aber nicht verträumt. So sollte sie weiter machen.
Lena: Kannst du mir noch eine Einschätzung zur Wahl geben?
Norbert: Ich hoffe, dass wir die erfolgreiche Grün-Rote Koalition fortsetzen können. Dafür kämpfe ich um jede Stimme. Eine CDU-geführte Regierung gilt es dabei in allen Konstellationen zu verhindern.
Lena: Vielen Dank!

Lena Grebenstein studiert Soziologie und Wirtschaftswissenschaften in Jena. Sie liebt Musik, Bücher und Essen. Außerdem verläuft sie sich gern in (un)bekannten Städten. Fragen rund um eine nachhaltige und gerechte Wirtschaft findet sie besonders interessant. Im Moment freut sie sich auf den Sommer.

Kategorie: SPUNK

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Lena Grebenstein studiert Soziologie und Wirtschaftswissenschaften in Jena. Sie liebt Musik, Bücher und Essen. Außerdem verläuft sie sich gern in (un)bekannten Städten. Fragen rund um eine nachhaltige und gerechte Wirtschaft findet sie besonders interessant. Im Moment freut sie sich auf den Sommer.

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