Wirtschaft
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Kryptowährungen

Geld. Wir alle gehen täglich damit um. Meistens in Form von Münzen und Scheinen, gelegentlich auch bargeldlos in Form von EC- oder Geldkarte. Doch auch wenn es sich hier äußerlich um unterschiedliche Formen handelt, so verwenden wir doch die eine Währung, zum Beispiel den Euro.

Aber was macht Geld eigentlich aus? Wer darf es in Umlauf bringen? Warum glauben wir an den Wert dieser bedruckten Scheine oder der Zahlen auf dem Kontoauszug?

Klassischerweise haben Staaten oder Währungseinheiten, wie die Eurozone, eine Zentralbank. Nur dieser ist es erlaubt Geld in Umlauf zu bringen. Das weckt Begehrlichkeiten. Über Geld zu verfügen heißt Macht zu haben, Zentralbanken sind ein beliebtes Ziel um politischen Einfluss zu nehmen.

Menschen, die mit diesen Umständen nicht einverstanden sind haben sich Kryptowährungen ausgedacht. Diese sind anders als herkömmliche Währungen nicht von einer Zentralbank herausgegeben, sondern sie entstehen nach definierten Formeln, oftmals mit einer konstanten Rate pro Zeit.

Die Idee ist es, unabhängig von Zentralbanken und politischem Einfluss zu sein. Außerdem soll so verhindert werden dass Konten eingefroren werden können, wie es dem Wikileaks-Projekt erging.

Es gibt viele (mehr als 100) solcher Währungen, als bekannteste sollen hier Bitcon, Litecoin und Dogecoin genannt werden. Für außenstehende sind Unterschiede zwischen diesen Währungen kaum wahrnehmbar. Darum beziehe ich mich im Folgenden in der Regel auf Bitcoin.

Was bedeutet nun das “Krypto”? Diese Währungen basieren auf der Verschlüsselung von Daten. Diese wird als “Kryptographie” bezeichnet.

Was bedeutet nun das “Krypto”? Diese Währungen basieren auf der Verschlüsselung von Daten. Diese wird als “Kryptographie” bezeichnet. Das Verschlüsseln ist notwendig, weil sonst die Daten beliebig kopiert/manipuliert werden könnten und es nicht möglich wäre diese als Währung zu akzeptieren. Schließlich muss Geld knapp sein um überhaupt einen Wert haben zu können.

Stichwort “Wert”. Warum ist Geld etwas wert? Der Wert hängt vor allem an der Zusicherung dass ich dafür etwas bekomme. Wenn ich also zum Beispiel mein altes Fahrrad verkaufe und dafür 50 Euro bekomme, dann weiß ich (vertraue darauf) für dieses Geld andere Güter/Dienstleistungen einkaufen zu können.

In der Geschichte der Menschheit haben viele Stoffe diese Funktion gehabt. Salz, Muscheln und anderes diente als Geld bevor Bargeld nach unserem heutigen Verständnis erfunden wurde. Entscheidend ist das Vertrauen der Menschen. Wie furchtbar die Auswirkungen sind wenn dieses Vertrauen verschwunden ist lässt sich an der Wirtschaftskrise der Weimarer Republik in den späten 1920er Jahren ablesen.

Bei Bitcoin mitzumachen ist einfach: Man besorgt sich ein Computerprogramm, das die digitale Brieftasche verwaltet (eine so genannte “Wallet”). Dieses generiert eine Adresse, eine lange Zahl die jedes Bitcoin-Konto eindeutig identifiziert, wie eine klassische Kontonummer (mit Bankleitzahl).

Nun hat man zwei Möglichkeiten um an Geld zu kommen: Entweder man stellt Rechenkraft zum “minen” (also dem “fördern”) zur Verfügung, oder man kauft sich einen bestimmten Betrag. Dies wird dann in einer herkömmlichen Währung wie zum Beispiel Euro bezahlt. Es gibt spezielle Börsen, die sich auf dieses Geschäft spezialisiert haben und einem ja nach Wechselkurs den Umtausch anbieten.

Problematisch aus ökologischer Sicht ist an dieser Stelle dass das System unwahrscheinlich viel Rechenkraft fordert. Wenn ein Mensch seinen Computer zur Verfügung stellt um Bitcoins zu generieren, dann werden damit Zahlungen von anderen Menschen verifiziert. Ohne diese Überprüfung kann das System nicht funktionieren. Systembedingt benötigt man immer mehr Rechenkraft um einen einzelnen Bitcoin zu erzeugen. So wird die Geldmenge begrenzt. Auf einem normalen Computer Bitcoins zu generieren lohnt sich so nicht mehr, da die erzeugten Beträge weniger wert sind als der Strom den der Computer verbraucht. Ganz zu schweigen vom insgesamt dafür verwendeten Strom, den man sparen könnte wenn man auf Kryptowährungen verzichten würde.

In den Medien ist vor allem Bitcoin vor allem dann wenn es um illegale Marktplätze im Internet geht, die Zahlungen in Bitcoin akzeptieren. Ein Beispiel für einen solchen Marktplatz, auf dem zum Beispiel illegale Drogen verkauft wurden ist “SilkRoad”.

Doch diese Währungen als Werkzeug Krimineller abzutun wird ihnen nicht gerecht. Zunehmend akzeptieren ganz legale Geschäfte alternativ Bitcoin. Der Bezahlvorgang geht dann zum Beispiel über ein Smartphone, mit dem ein Code eingescannt wird. Dieser Code ist die Adresse.

Wichtig zu betonen ist es an dieser Stelle dass Zahlungen mit Bitcoin nicht anonym sind. Wenn ich die Adresse einer Person kenne kann ich deren Zahlungsvorgänge nachvollziehen, da jedeR Nutzer*in ein komplettes Protokoll aller Transaktionen auf der Festplatte hat.

Ein weiteres Problem ist die Instabilität der Währungen. Der Kurs des Bitcoin stieg zeitweise sprunghaft an, ist aber nach den genannten Vorkommnissen stark verfallen. Als Anleger*in muss man damit rechnen das Geld komplett zu verlieren.

Warum also sind Bitcoins Geld wert? Weil es Menschen gibt, die dieses Zahlungsmittel akzeptieren, weil es ein gewisses Vertrauen in den Wert gibt. Dieses Vertrauen ist zum jetzigen Zeitpunk noch recht fragil. Ob sich die Idee von Kryptowährungen durchsetzen kann muss die Zukunft zeigen.

1 Kommentare

  1. Das Interesse an solche Währungen steigt ja schon immer weiter an, auch wenn die Meinungen dazu doch sehr unterschiedlich sind. Oftmals ist es allerdings auch nur eine Frage der Zeit bis diese vom Markt verschwinden und durch eine neue Währung ersetzt wird. Bislang hat sich auf Dauer doch noch keine gehalten.

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