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Landtagswahlen in Thüringen: Johannes Brink aus Bodelwitz

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Geburtsdatum: 04.10.1993
KV: Saale-Orla
Hobbies: Schwimmen, Posaune spielen
Studium: Bio-Geowissenschaften
in der GJ seit: 2010

Ämter: Schatzmeister der Grünen Jugend Thüringen, Sprecher der Grünen Saale-Orla, Vertreter der Grünen Jugend Thüringen, Landesjugendring Thüringen e.V., Vertreter Thüringen BAG Christ*innen

SPUNK: Was hat dich politisiert?

Johannes: 2005 war ein Nazikonzert in Pößneck mit der Lunikoff-Verschwörung, das ist die Band Landser mit neuem Namen. Dann bin ich nach einiger Zeit zur Arbeit gegen Rechts gestoßen und es gab andere Themen, die ich ebenfalls interessant fand, vor allem alles, was mit Umwelt zu tun hat. Daraufhin hab ich mir die Grundsatzprogramme der Parteien (sogar der FDP!) durchgelesen. Es gab keinen grünen Kreisverband, SPD und Linke haben mir im Kreis nicht gefallen.

SPUNK: Wie kam es zur Gründung des grünen Kreisverbands?

Johannes: Die GJ Saale-Orla wurde 2010 gegründet. Da hab ich mir ein paar Leute geschnappt und wir haben die GJ Saale-Orla gegründet.

SPUNK: Auf welche Themen setzt die GJ im Wahlkampf?

Johannes: Wir haben eine große Schiene, den Online-Wahlkampf. Was dort gut funktioniert ist Drogenpolitik, da hatten wir ein Sharepic, mit dem wir innerhalb weniger Tage 10.000 Leute erreicht haben. Das ist eines der Themen, bei denen die GJ das Wahlprogramm geprägt hat. Außerdem haben wir die Grundlage für ‚Netzpolitik‘ geschrieben, in der LAG ‚Netzpolitik & Medien‘ sitzen zu 3/4 Menschen aus der GJ. Die Anträge werden meist von der GJ gestellt. Eine Forderung ist öffentliches W-LAN und Breitbandausbau. Hier wollen wir Lösungen finden, wie das günstig umsetzbar ist, indem zum Beispiel bei Straßenausbesserungsarbeiten Leerrohre verlegt werden.

SPUNK: Fehlen dir Themen im Wahlkampf?

Johannes: Es gibt nicht wirklich Themen, die im Programm fehlen. Im Bereich Netzpolitik ist es schwierig, die Unterschiede zu anderen Parteien deutlich zu machen, weil viele nicht die Details der Netzpolitik sofort erkennen, daher kommt es im Wahlkampf nicht so vor.

SPUNK: Was hat dich dazu gebracht, dich als Direktkandidat und für die Landesliste aufstellen zu lassen?

Johannes: Als Direktkandidat hätte sich sonst niemand aufgestellt. Was die Landesliste angeht, dachte ich, dass ein bisschen Verjüngung nicht schlecht sein würde und ich mache GJ-Wahlkampf. Außerdem möchte ich Themen nach vorne bringen, damit meine ich Netzpolitik und Drogenpolitik. Zudem ist der Wahlkampf aus der Perspektive eines Kandidaten interessant, z.B. bei Podiumsveranstaltungen.
öIch war böei einem von der Lokalzeitung organisierten Wahlforum mit den Kandierenden aus dem Wahlkreis und bei einer Veranstaltung der Ver.di Jugend.

SPUNK: Wie sieht dein persönlicher Wahlkampf aus?

Johannes: Am Anfang ging es damit los mit Plakatehängen in Jena, Saale-Orla, Erfurt und im Kreis Gotha, das war ungefähr vor 5 Wochen. Dabei habe ich ca. 500 Plakate aufgehangen. Dann war ich bei vielen Veranstaltungen, z.B. beim Wahlkampfauftakt. Es gab einige Stände der GJ, wir versuchen, andere GJler zu motivieren, hier vorbeizuschauen.

Die Aktion zur Werra-Versalzung habe ich mir auch angeschaut. Die Salzhalde bei Gerstungen ist die zweithöchste Erhebung im Umland und wird daher auch Monte Kali genannt, das ist ein 100m hoher Hügel aus Salz. Es war schockiert, weil es ein Stück Erde gibt, bei dem das Salz nach oben getrieben wird, dort wachsen Pflanzen, die es sonst nur an der Nordsee gibt. Der erste Plan war, dass das so lange dort liegt, bis der Regen es weggewaschen hat. Allerdings hatte die Firma auch die Idee, eine Salz-Pipeline in die Nordsee zu bauen, das unterstützen die Grünen, auch wenn das ein großes Projekt ist, ist es besser, als es in die Umgebung zu leiten. Das Ziel der Grünen ist es insgesamt, sich dafür einzusetzen, dass solche Altlasten beseitigt werden. Bei ein paar Wahlkampfständen habe ich auch geholfen, da gab’s ein paar lustige Reaktionen. Einmal hat uns jemand erzählt, Lieberknecht sei ein Echsenmensch.

SPUNK: Ecken die Grünen mit ihren Forderungen auch bei manchen an?

Johannes: Ja, es gibt Diskussionen mit dem Bauernverband, weil die Grünen sich gegen Massentierhaltung einsetzen. Der jetzige Umweltminister hat Gegnern einer Anlage für Massentierhaltung gesagt, sie sollten doch in die Karibik gehen, wenn es ihnen hier nicht passt. In letzter Zeit gab es in einer Anlage einen Vorfall, da ist die Lüftung ausgefallen und dadurch sind alle Schweine dort gestorben. Das ist auch so ein Punkt, wo man dringend was ändern muss.

SPUNK: Welche Koalitionen hälst du für möglich?

Johannes: Insgesamt gibt es drei Koalitionen, die ich in Thüringen für möglich halte, das ist Schwarz-Rot, Rot-Rot oder Rot-Rot-Grün. Es gibt Leute, die wollen Rot-Rot-Grün, ohne dass wir Bedingungen stellen. Ich denke, dass es Zugeständnisse an die Grünen bei der Massentierhaltung geben muss. Spannend wird’s, wenn Rot-Rot die Mehrheit hat, wobei beide Spitzenkandidaten von SPD und Linke gesagt haben, dass sie dann trotzdem Rot-Rot-Grün favorisieren würden.

SPUNK: Wofür würdest du dich persönlich einsetzen, wenn du gewählt wirst?

Johannes: Der Breitband-Ausbau wäre was. Dann ist es noch wichtig, die Jugend-Verbandsarbeit zu stärken. Da laufen im Moment einige Sachen, die meiner Meinung nach keine Jugendverbandsarbeit sind. Mir wäre es wichtig, dass es mehr in die Richtung Eigenverantwortlichkeit geht.

SPUNK: Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg bei der Wahl!

Lena Grebenstein studiert Soziologie und Wirtschaftswissenschaften in Jena. Sie liebt Musik, Bücher und Essen. Außerdem verläuft sie sich gern in (un)bekannten Städten. Fragen rund um eine nachhaltige und gerechte Wirtschaft findet sie besonders interessant. Im Moment freut sie sich auf den Sommer.

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Lena Grebenstein studiert Soziologie und Wirtschaftswissenschaften in Jena. Sie liebt Musik, Bücher und Essen. Außerdem verläuft sie sich gern in (un)bekannten Städten. Fragen rund um eine nachhaltige und gerechte Wirtschaft findet sie besonders interessant. Im Moment freut sie sich auf den Sommer.

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