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Neues Gesetz in Frankreich: Food Containing Ja Bitte!

Was hat zuletzt dafür gesorgt, dass die Lebensmittelindustrie und unser einhergehender Konsum mit dieser in Frage gestellt worden ist? Frankreich, denn dort wurde zuletzt ein Gesetz in kraftgesetzt, was dieser Verschwendung entgegenwirken soll.

Mit dieser neuen Richtlinien wird versucht, aktiv gegen eine Lebensmittelverschwendung vorzugehen. Es wird zu viel weggeworfen und so hat sich die französische Regierung auf dieser Grundlage zum Ziel gesetzt, die anfallenden Lebensmittelabfälle bis zum Jahre 2025 zu halbieren.

So müssen Supermärkte, welche größer als 400 Quadratmeter sind, ihre nichtverkauften Nahrungsmittel an karitative Einrichtungen Spenden. Alternativ ist es den Konzernen möglich, diese auch zur Energiegewinnung bereitzustellen, sie zu kompostieren oder als Tierfutter zu verkaufen. Sie dürfen ihre Lebensmittel also nicht mehr in Containern entsorgen. Aber ist das überhaupt möglich? Realistisch? Und gar umsetzbar?

Kritisiert wird zumindest, dass die karikativen Einrichtungen zunächst auf die nun folgenden logistischen Anforderungen vorbereitet werden müssten. Zudem wird angemerkt, dass laut Angaben der EU-Kommission (2010) Supermärkte ‚nur‘ für rund 5 % der Lebensmittelabfälle verantwortlich seien, wobei die Konsument*innen selbst z.B. für etwa 42% gradestehen müssen. Die Lebensmittelindustrie mit 39% und Gaststätten mit 14% werden dabei ebenfalls völlig außeracht gelassen.

Wie sieht es bei uns aus? In Deutschland werden jährlich 15 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Und da trotz eigenen Angaben der Supermärkte immer noch zu viele Lebensmittel in Containern landen, hat sich eine mittlerweile große Community zusammengetan um dieser Wegwerfgesellschaft den Kampfanzusagen!

Das Containern/Dumpstern* ist entstanden, ist allerdings in Deutschland, wie auch in Frankreich, bisher illegal. Zumindest befinden wir uns in einer Grauzone, da es fraglich ist, ob Supermärkte einen Anspruch auf die von ihnen entsorgten Waren haben. Im offiziellen Besitz und damit ‚gehören‘ tut dieser sogenannte ‚Abfall‘‚ jemandem (in diesem Fall den Supermärkten), bis er von der Müllabfuhr mitgenommen wird.
Letztlich findet zumindest ein ‚Hausfriedensbruch‘ statt, da die Menschen, die diese Form von Lebensmittelverwertung betreiben sich, auf den Geländen und Grundstücken der Supermärkte, Bäckereien und Bioläden begeben.

Aber was ist Containern/ Dumpstern eigentlich?

Das Containern/ Dumpstern und der sogenannte Freeganismus ist eine Form des Boykotts unserer Konsumgesellschaft. Es sind Menschen, die sich von den Resten unserer ‚Wegwerfgesellschaft‘ nähren. Mit der Zeit ist das ‚Foodsharing‘* entstanden, welches sich ganz klar distanziert von einer ‚Bedürftigkeit‘. Sie spielt schlicht keine Rolle.
Meistens sind diese Menschen sehr wohl in der Lage sich mit ihrem Einkommen zu ernähren und sind nicht auf das Containern angewiesen. Sie tun es trotzdem, weil sie ein Zeichen setzen wollen. Sie wollen das die Ware, sprich: Lebensmittel, verwendet werden, um die Grundversorgung zu erleichtern. Ziel ist es nämlich die Lebensmittel unter die Menschen zu bringen und dabei geht es nicht um das Bemitleiden oder gar Herabschauen auf die zu unterstützenden Mitbürger*innen, vielmehr es ist es ein solidarischer Aspekt.

Doch Konzerne befürchten sinkende Einnahmen und agieren teilweise gegen dieses Phänomen. Durch verschlossene Container oder sogar mithilfe von Javelwasser* wird den Dumpstern/ Freeganern der Kampf angesagt. Das Foodsharing versucht mit den Konzernen zu kooperieren. Doch nichtsdestotrotz lindert ‚Foodsharing‘ nur Symptome und bekämpft nicht die eigentliche Ursache.

Es muss ein Umdenken stattfinden.

Wir als Konsument*innen sind mitverantwortlich dafür, dass Lebensmittelhändler*innen, Zwischenhändler*innen, Produzent*innen und eben auch Gastronom*innen eine ungeheure Anzahl an Lebensmitteln jedes Jahr wegwerfen. Mit Freeganismus und Foodsharing möchte man* sensibilisieren. Nun stellt sich die Frage, ob das die endgültige Lösung ist und sein wird. Derzeit ist es jedenfalls ein Anfang.

Containern/ Dumpstern, auch bekannt als ‚dumpster diving‘: ist das sogenannte ‚Müll‘ fischen, bzw. das tauchen nach noch gut erhalten Lebensmitteln.

Foodsharing: ‚Essen‘- teilung/-aufteilung

Javelwasser: ist eine wässige Lösung, die gewerblich als Bleichmittel verwendet wird.

Bambi

Tina wird von den meisten Menschen Bambi genannt und ist wohnhaft in Köln. Sie kämpft den Großteil ihrer Zeit mit der Ungerechtigkeit im Alltag, ganz gleich ob es sich dabei um Diskriminierung von Minderheiten handeltoder Themen rund um Gender Diversity. Ansonsten bloggt sie, dreht kleine Youtube Videos oder treibt Sport.

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Tina wird von den meisten Menschen Bambi genannt und ist wohnhaft in Köln. Sie kämpft den Großteil ihrer Zeit mit der Ungerechtigkeit im Alltag, ganz gleich ob es sich dabei um Diskriminierung von Minderheiten handelt oder Themen rund um Gender Diversity. Ansonsten bloggt sie, dreht kleine Youtube Videos oder treibt Sport.

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