Debatte, Globales
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Pro: Green Primary

Im Pro-Contra-Format lassen wir verschiedene Positionen bei einem kontroversen Thema zu Wort kommen. Beim ersten Mal in unserem neuen Webmagazin geht es dabei um die Urwahl der europäische Spitzenkandidat_innen für die Europawahl, der Green Primary. Vanessa argumentiert dafür, Paul-Meyer Dunker dagegen. Wie seht ihr das? Welches Argument überzeugt euch mehr? Diskutiert in den Kommentaren mit! 🙂

Mit ihren 22.656 abgegeben Stimmen war die Green Primary nicht unbedingt ein voller Erfolg, das gebe ich zu. Wir alle haben uns mehr erhofft und dennoch sollten wir meines Erachtens nicht zögern auch in fünf Jahren noch einmal eine Urabstimmung für europäische Bürger_innen durchzuführen. Uns jung grünen Aktivist_innen fällt es manchmal schwer zu verstehen, weshalb Europa nicht mehr Interesse und Begeisterung unter den Menschen hervorruft. Unser Herz klopft für Europa und sticht bei dem Gedanken, was die Merkel’sche Austeritätspolitik für Folgen mit sich bringt. Auf den Straßen Deutschlands auf der anderen Seite, sind sich die wenigsten Menschen bewusst was dieser Terminus bedeutet geschweige denn, dass es demnächst eine Europawahl gibt, bei der sie mit ihrem Kreuz den Weg für eine andere Politik ebnen können. Kurzum, ich denke wir sind uns in unserer Grünen Jugend „Blase“ häufig nicht bewusst, dass das Konstrukt Europa in den meisten Köpfen große Fragezeichen aufwirft.

Weder in den Medien, noch bei den Bürger_innen ist die Information über die Abstimmung durchgeklungen. Das lag teilweise daran, dass Europapolitik für „normale“ Bürger_innen abstrakt und wenig greifbar ist.

Das Ergebnis der Green Primary untermauert meine Einschätzung zumindest teilweise. Weder in den Medien, noch bei den Bürger_innen ist die Information über die Abstimmung durchgeklungen. Das lag mit Sicherheit zumindest teilweise daran, dass Europapolitik für „normale“ Bürger_innen abstrakt und wenig greifbar ist, zum anderen an der Neuartigkeit der Abstimmung. Ich möchte jedoch nicht zu lange auf den Punkten herumreiten, die bei der Green Primary schief gelaufen sind, wie zu Beginn schon erwähnt bin ich davon überzeugt, dass wir mit der Abstimmung einen wichtigen und guten Schritt gegangen sind. Ein vereintes und solidarisches Europa ist unsere grüne Vision. Europa lässt sich nicht in Nationalstaaten gestalten, bei der uns die Krise in den Südstaaten in Deutschland kalt lässt und die ertrinkenden Flüchtlingsströme vor Lambedusa nicht unser Problem sind.

Ein Verständnis für die Wahl muss zunächst einmal in den Köpfen der Menschen ankommen. Basisdemokratie ist ja letztendlich ein neueres Konstrukt für viele Menschen.

Wir brauchen gemeinsame Lösungen für viele Probleme in Europa, sei es die Flüchtlingspolitik, die Agrarindustrie, die Energiewende oder der Atomausstieg, um nur einige Beispiele zu nennen. Mit der Abstimmung haben wir ein mutiges Zeichen gesetzt, dass wir nicht nur leere Worthülsen faseln, sondern auch Taten folgen lassen. Mit Ska Keller und José Bové bringen wir grüne Politik auf eine europäische Ebene, bei der Nationalgrenzen eine geringe Rolle spielen. Damit setzen wir ein deutliches Zeichen! Außerdem, wenn wir die Green Primary zu einer wiederkehrenden Tradition werden lassen, dann bin ich mir sicher, dass wir bereits nächste Wahl ein deutlich größeres Medienecho und einen Zuwachs an Wähler_innenstimmen erhalten werden. Ein Verständnis für die Wahl muss nur zunächst einmal in den Köpfen der Menschen ankommen. Basisdemokratie ist ja letztendlich ein neueres Konstrukt für viele Menschen, auch wenn wir sie in den eigenen Reihen bereits vorbildhaft ausleben.

Sollte ich euch mit meinen Argumenten nun immer noch nicht überzeugt haben, noch ein letztes gewichtiges Argument zum Schluss: Sollte es nicht schon reichen, dass Ska gewonnen hat?

Lasst uns den Wahlkampf jetzt gemeinsam rocken!

1 Kommentare

  1. Johannes Brink sagt

    Ich finde der Ausgang der Wahl sollte kein Argument sein. Gerade aus dem Hinterfrund, dass die Wahl nicht Manipulationssicher ist.

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