Alle Artikel mit dem Schlagwort: europa

DiscoverEU – Freifahrten für Privilegierte als plumpe Werbeaktion

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Diesem Beitrag, der eigentlich als Gegenüberstellung von Pro und Contra geplant war, fehlt nun der Pro Beitrag. Wir veröffentlichen die Contra Meinung trotzdem. In der Hoffnung, dass sich noch jemand findet, der*die sich berufen fühlt den ergänzenden Pro Beitrag zu schreiben. Wir freuen uns auf alle Meinungen und Einsendungen! Europa für Jugendliche erfahrbar machen, kulturellen Austausch fördern und nebenbei etwas Werbung für die EU treiben – das sind die Ziele der kostenlosen Interrail-Tickets für Jugendliche. Sicher eine nette Idee und in Zeiten von nationalistischer Rückbesinnung auf „mein Land zuerst“- Mentalität sicher kein unwichtiges Anliegen. Die Annahme, dass Herumreisen kulturellem Austausch entspricht und ein besseres Verständnis für die Gemeinsamkeiten und die unterschiedlichen Perspektiven europäischer Jugendlicher erzeugen kann, wirkt auf mich jedoch sehr naiv. Und wer wird die Tickets überhaupt erhalten? Schließlich müssen die Bewerber*innen nicht nur das Programm kennen, einen tagesgenauen Reiseplan ausarbeiten und sich in einem Wissensquiz durchsetzen, sie müssen auch die Unterkunfts – und Verpflegungskosten und den Eintritt in Museen und ähnliches aus eigener Tasche bestreiten. Es ist also davon auszugehen, dass von dem …

Peace For Paris : Jean Jullien - von H. Michael Karshis - CC BY 2.0

Solidarität für 9,90 €

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Am 13. November 2015 um 21:17 Uhr erreichte der Terror der dschihadistischen Miliz ,,Islamischer Staat‘‘ (IS) endgültig Paris und damit ganz Europa. Die Anschlagsserie ereignete sich bei einem Fußballspiel im Stade de France, während eines Rockkonzerts im Theater Bataclan sowie vor mehreren Restaurants, Bars und Cafés. Nach Angaben der französischen Regierung wurden dabei 130 Menschen getötet, weitere 352 verletzt. Die Terrorist*innen wählten gezielt westliche Symbole der Freiheit, Selbstbestimmung und Lebensfreude als Ziel ihrer Attacken aus und griffen wahllos all die an, die bis dahin diesen Abend in Paris frei, selbstbestimmt und lebensfroh genossen. Entsprechend groß war die Fassungslosigkeit und Trauer, mit der die ganze Welt reagierte. Von Solidaritätsbekundungen in sozialen Netzwerken, über Schweigeminuten bei öffentlichen Ereignissen bis hin zu Monumenten, die in den Farben des Tricolore angestrahlt wurden – für einige Zeit waren wir alle Pariser*innen. Solidarität und Mitgefühl kann man auf unendlich viele Art und Weisen zeigen. Es schweißt Menschen zusammen, gibt Kraft und Hoffnung. Doch was ist, wenn aus Solidarität ein Modetrend wird? Wenn Beileidsbekundungen das Unternehmensimage aufpolieren sollen? Was ist, wenn man …