Alle Artikel mit dem Schlagwort: feminismus

Rainbow Heart - von Mathias Rengel - CC0

Eine hasserfüllte Rede von einem etwas anderen Verständnis der ‚Nächstenliebe‘

von

Ein offener Brief Berühmtheit bedeutet keineswegs Weisheit. Und Christ*innentum bedeutet keineswegs Nächstenliebe. Das machte Peter Hahne mit seinem Auftritt im Juni in der Elia-Kirchengemeinde nahe Hannover ganz besonders deutlich, den ich als Redakteurin der lokalen Wochenzeitung vor Ort begleite. Leitet er seine Predigt noch mit den Liedstrophen „Gott, weil du mich kennst und trotzdem liebst (…)“ ein, geht es in Hahnes Auftritt schon bald ganz und gar nicht mehr um Liebe. Es mutet zunächst einmal großstädtisch an – der Auftritt eines (in die Jahre gekommenen) ZDF Moderators in einer Kleinstadtgemeinde – und doch berichtet Hahne aus seiner sehr kleinen Welt. Genderwahn? Es beginnt im einleitenden Dialog. „Als ich noch zur Schule ging, da mussten wir unerträgliche Aufsätze schreiben. Die Lehrkräfte haben uns damals mit Grammatik und Methoden das Schulleben zur Hölle gemacht,“ witzelt Hahne, und dann „Heute machen wir den Schülern das Leben plötzlich viel mehr mit so Blödsinn wie ‚Gendern‘ schwer.“ Der 60 Jahre alte Cis-Mann wirbt für ein jahrhundertealtes, veraltetes männlich dominiertes System der Unterdrückung und der Heteronormativität und wettert gegen ein Aufbrechen …

Racoon Stuff - von Quinten de Graaf - CC0
Nach ausführlicher Beratung mit diesem Waschbär habe ich einen Vorschlag

Neue Quoten – Neue Wege

von

Neue Quoten – Neue Wege Ein Plädoyer für neue Quoten Was war Was bisher geschah: Die Grünen haben sich einst auch aus der Frauenbewegung heraus gegründet. Seit jeher gilt: Die Hälfte der Macht den Frauen. Alle Ämter werden quotiert besetzt, ungerade Listenplätze gehen an Frauen. Alle anderen Plätze sind frei für alle. Es gab nie Männerplätze. Die Grüne Jugend als Jugendorganisation hatte das übernommen, aber dann irgendwie gemerkt, dass einerseits nicht nur Frauen aufgrund ihres Geschlechtes strukturell diskriminiert werden, und dass es andererseits mehr als zwei Geschlechter gibt. Die Jugend passte ihre Satzung an. Die quotierten Plätze sind seither keine reinen Frauenplätze mehr, sondern stehen auch für Personen offen, die inter oder trans sind. Was ist Die grüne Jugend hat damit auch Sichtbarkeit jenseits von Frauen per Satzung gesichert. Der Preis: Die Quotierung passt nicht mehr zu den Bündnisgrünen. Wer in der Jugend auf einen quotierten Platz gewählt werden kann, kann das in der Partei nicht mehr automatisch. Das ist gerade bei Plätzen, die von den Grünen fest an Amtsträgerinnen in der Jugend vergeben sind, …

fight sexismus - von Metro Centric - CC BY 2.0

Übergriffigkeit ist niemals Kunst

von

Man möchte ja fast annehmen, es handele sich um sehr schlechte Satire, wenn eine Person, die dafür eintritt, Vergewaltigung zu legalisieren, aufgrund von Sicherheitsbedenken eine Veranstaltung absagt, im Rahmen derer eine Vernetzung unter Gleichgesinnten erfolgen sollte. Es handelt sich jedoch nicht um besagte schlechte Satire sondern um genau das, was im Falle des Pick-Up-“Artists“ (dieser Begriff – wörtlich übersetzt: Aufreißkünstler – steht hier bewusst in Anführungsstrichen, da nicht der Anschein erweckt werden soll, beim Aufruf zu Straftaten würde es sich um eine Kunst handeln) Daryush „Roosh“ Valizadeh vorgefallen ist. Die Szene der sogenannten Pick-Up-“Artists“ hat ihren Ursprung in den USA und versteht sich selbst als Männerrechtsbewegung, die gegen Emanzipation eintritt. Von ihren Akteuren werden unter anderem Seminare veranstaltet, auf denen andere Männer lernen, wie sie Frauen auch entgegen ihres Abwehrverhaltens „abschleppen“ und „flachlegen“ können. Schon hier sollten sämtliche Alarmglocken schrillen. Tun sie das nicht: Weitere Hintergründe zu besagtem geplanten und dann abgesagten Treffen und dem Menschen dahinter. Valizadeh führt einen Blog namens „Return of Kings“. Auf diesem rief er für den 6. Februar zu 165 …

Zu heiß für Deutschland? – Das Hotpantsverbot

von

Immer wenn es draußen wärmer wird und etliche Menschen die Hüllen fallen lassen, wird die ewig gleiche Diskussion angeheizt: Wie viel nackte Haut dürfen Frauen* (seltener Männer*) in der Öffentlichkeit zeigen? Was ist aufreizend, was provokant, was anstößig? Insbesondere an Schulen wird regelmäßig kritisiert, dass Schüler*innen zu viel Bauch, Bein oder Brust zeigen. Angesprochen wird dabei stets der sexuelle Kontext und seine ablenkende Wirkung auf andere. Erschreckend, wenn man bedenkt, dass die Schule ein Ort der Objektivität und der freien Entfaltung einer*s jeden Einzelnen sein sollte. Nun hat eine Schule in Baden-Württemberg mithilfe eines Briefes an die Eltern der Schüler*innen ,,aufreizende‘‘ Kleidung verboten. Dabei werden explizit Mädchen* beschuldigend angesprochen. Bei Verstoß gegen diese neue Kleiderordnung werden an die Betroffenen weite T-Shirts verteilt, welche für die Dauer des Schultags ihre Körper verstecken sollen. Die für diese Maßnahme verantwortliche Schulleiterin Bianca Brissaud gibt ein ,,gesunde[s] Schulklima […], in dem sich alle wohlfühlen und in dem gesellschaftliche und soziale Werte gelebt und gefördert werden‘‘, als Begründung an. Nackte Haut wird also als Bedrohung für die Werte unserer aufgeklärten …

Lasst uns den Gender Pay Gap überwinden!

von

Heute ist der Equal Pay Day. Ab heute werden Frauen*¹ für ihre Arbeit bezahlt! Dazu zunächst ein paar langweilige Zahlen…
Es sind 22% des Jahres 2015 verstrichen und genau so groß ist auch der Bruttostundenlohnunterschied zwischen Frauen* und Männern*. Dieser wird als ‚unbereinigter Gender Pay Gap‘ bezeichnet. Gemeint ist die Lücke in der Bezahlung der Geschlechter, bei der alle untersuchten Verdienste von Frauen* und Männern* verglichen wurden.
Was also tun?