Alle Artikel mit dem Schlagwort: Hausbesetzung

“Aufstehen, die Bullen sind da” Chronik und Hintergrund einer Hausbesetzung

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In Göttingen gibt es eine Menge Leerstand. Es gibt verschiedenste Häuser, die nicht vermietet werden, weil ihre Bausubstanz schlecht ist und die Stadt sie (noch) nicht renovieren kann. Außerdem gibt es auch Spekulationsobjekte, die so lange leerstehen, bis die Mieten durch die künstlich gesteigerte Wohnraumnachfrage explodieren. Die Stadt verkauft ihre Häuser an Investor*innen, anstatt sie zu pflegen und zu angemessenen Preisen zu vermieten. Gegen diesen gezielten Leerstand und die Wohnraumpolitik formt sich Widerstand. In der Kritik steht dabei die Stadt, die zu wenig Geld in die Hand nimmt und höchstens mit ihrer Ideenlosigkeit auffällt. Ein Beispiel: Statt in einer geeigneten Unterkunft zu leben, müssen Geflüchtete in Göttingen für lange Zeit in der „Siekhöhe“ weit außerhalb der Stadt wohnen. Die „Siekhöhe“ ist eine alte Lagerhalle im Gewerbegebiet, in der die Stadt schnellstmöglich ein paar leichte Holzwände hochgezogen hat. Die Lebensbedingungen im Lager Siekhöhe sind somit unzureichend, um Integration zu ermöglichen und widersprechen dem Bedürfnis nach Privatsphäre. Anstatt dass mehr Sozialwohnungen geschaffen werden, wird Göttingen immer mehr zu einer Unistadt der Privilegierten gemacht. Statt Gemeinschaftlichkeit in Wohnprojekten …

Drei Polizist*innen stehen in einem Hauseingang
Polizist*innen an der Rigaer Straße © Erik Marquardt

Kiezkultur statt Gefahrengebiete

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Im Sommer wurde noch groß gefeiert. Bei der Langen Woche der Rigaer Straße luden die Projekte rings um die Rigaer Straße und die Liebigstraße in Berlin zu Konzerten, Workshops, KüfAs, Austausch und Vernetzung ein. Da auch für die Veranstalter*innen die „gemeinsame, freie, offene und öffentliche Gestaltung eines Raumes einer der kraftvollsten Wege“1 für einen Kiez von unten ist, standen Diskussionen über Stadtentwicklung und Mitgestaltung in Theorie und Praxis im Mittelpunkt. Bis spät in die Nacht feierten Menschen auf dem sogenannten Dorfplatz im Zentrum der Projekte. Dutzende Mannschaftswagen der Berliner Polizei standen in den umliegenden Straßen. Erst konnte man sie nur auf dem Hin- oder Rückweg sehen, wenn man im Vorbeiradeln in die Straßen reinlugte. Doch immer regelmäßiger fuhren diese Autos dann auch über den Dorfplatz, einmal quer durch die Feiernden, die ausweichen mussten und sich laut und gemeinsam über den Unsinn dieser Aktionen wunderten. Zum Ende der Woche hin eskalierten diese Abende mehr und mehr; mit Böllern, Flaschenwürfen und Tränengas. „25 Jahre Selbstorganisation und Widerstand“ Die Rigaer Straße führt quer durch den Friedrichshainer Nordkiez. Im …