Alle Artikel mit dem Schlagwort: Krise

Seminarbericht „Money Makes the Politik go round“

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Dieser Artikel knüpft an den hier [Money makes the Politics Go Round – Teil 1] begonnenen Bericht zum Seminar „Money Makes The Politik Go Round – Oder Auch Nicht“ vom 6.-8.6. in Erfurt an. Nach der Vermittlung von Grundkenntnissen am Freitag und einem guten inhaltlichen Start am Samstagvormittag mit Stephan Lindner fuhren wir mit einem Block zu internationaler Geldpolitik fort. Block 2: Internationale Geldpolitik Geldpolitik geschieht nicht im luftleeren Raum, sondern vielmehr sind die Volkswirtschaften verschiedener Währungsräume durch Außenhandel miteinander verbunden. Folglich gibt es auch Auswirkungen der Geldpolitik eines Währungsraumes auf die Wirtschaft anderer Räume und deshalb müssen internationale Aspekte bei diesem Thema stets mitgedacht werden. Die Theorie und Praxis internationaler Geldpolitik brachte uns Ousmène J. Mandeng (Managing Director bei Pramerica Investment, ehemals beim IWF) in einem längeren Grundlagenvortrag näher. Er stellte dabei zu Beginn den Einfluss währungsfremder Geldpolitik über den Wechselkurs zum Beispiel auf das Preisniveau heraus und unterstrich die hiesige Bedeutung der internationalen Geldpolitik mit der Offenheit der deutschen oder auch zum Beispiel der niederländischen Wirtschaft. Im Folgenden ging Ousmène auf die Entwicklung …

Seminarbericht „Money Makes the Politik go round“

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Die Teilnehmenden bekamen durch vier spannende Inputs einen Überblick über Geldpolitik. Das Seminar behandelte sowohl europäische als auch internationale Geldpolitik und gab auch einen Einblick in die Positionen der GRÜNEN Bundestagsfraktion. Darüber hinaus beschäftigten wir uns mit alternativen Konzepten der Geldpolitik und streben eine Positionierung der GRÜNEN JUGEND in der kommenden Zeit an.

Im folgenden möchten wir euch einen detaillierteren Überblick über die jeweiligen Teile des Seminars geben.

Die Krise ist doch vorbei, oder?

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„Europas Antwort auf die Krise zeigt Resultate.“ Mit diesem Artikel vom Oktober letzten Jahres haben die politisch Verantwortlichen für das Management der Eurokrise eine rhetorische Gegenwende eingeleitet. „Mit Griechenland geht es doch aufwärts!“, „Man muss den Ländern wirklich für ihren harten Reformkurs gratulieren!“ oder „Deutschland war vor 10 Jahren auch der kranke Mann Europas und hat sich dank schmerzhaften Reformen wieder aufgerafft!“ – Solche oder ähnliche Phrasen (verbunden mit der Forderung, dass der Reformkurs jetzt natürlich weiter fortgesetzt werden muss) werden wir im Wahlkampf und in der Zeit danach häufig zu hören bekommen. Doch was ist dran am angeblichen Ende der Eurokrise? Das Eurokrisenmanagement – vor allem in Form der drastischen Sparpolitik, die auch vor Bereichen wie Gesundheit und Bildung keinen Halt macht – hat Europa in nicht weniger als eine gesellschaftliche sowie menschliche Katastrophe gestürzt. In Griechenland ist die Zahl der Totgeburten zwischen 2008 und dem Beginn der Sparpolitik 2010 um mehr als 20 Prozent gestiegen, die Säuglingssterblichkeitsrate um 43 Prozent. Etwa um diesen Betrag hat auch die Selbstmordrate zugenommen, der Anteil an Menschen …

Alltag und Krise

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Die Finanz- und Wirtschaftskrise in Europa, bzw. die politischen Reaktionen in Form von Sparpolitik und neoliberaler Disziplinierung, prägen sich mit deutlichen Spuren in die psychische und physische Gesundheit der Menschen in Europa ein. Viele gehen seltener zum Arzt, wollen bzw. können sich keine Medikamente mehr leisten, die medizinische Versorgung wird allenortens zurückgefahren. Laut Studien hat sich die seit 2007 vorher langfristig rückläufige Zahl von Suiziden umgekehrt. In Griechenland stieg zwischen Januar und Mai 2011 die Zahl der Selbsttötungen um 40% im Vergleich zum selben Zeitraum im Vorjahr. Psychische Erkrankungen in Portugal nahmen zwischen 2006 und 2010 in hohem Maße zu. Depressionen, Angststörungen, Stress, Schlafstöungen, Alkoholabhängigkeit breiten sich auf dem Kontinent aus. Die Wahrscheinlichkeit mit einer psychischen Erkrankung arbeitslos zu werden, sind doppelt so hoch wie ohne. In Österreich erhöhte sich die Zahl von Krankmeldungen bei der Arbeit wegen psychischer Probleme zwischen 2009 und 2011 um 22% – das zeigt, dass die gesundheitlichen Folgen der Krise ganz Europa betreffen. Auch ganz grundsätzlich sollten die dramatischen Auswirkungen der aktuellen Krise auf den Alltag nicht als Ausnahmesituation verstanden …

Demokratie in der Krise?!

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Jede*r kennt sie – diese Regierungsform namens “Demokratie”. Jede*r schätzt sie – mal mehr, mal weniger, aber allen ist bewusst, dass sich hinter dem einfachen Wort „Demokratie“ mehr versteckt, nämlich die „Herrschaft des Volkes“. Gelegentlich kommt die Leidenschaft für sie auf, wenn wir von dem „Arabischen Frühling“, dem „Taksim-Platz“ oder dem „Euromaidan“ hören. Dann ist diese – unsere – Regierungsform wieder richtig und wichtig. Dass Gleichheit und Freiheit aller Bürger_innen die Substanz der Demokratie ist, scheint den Menschen wieder klar zu werden. Doch wir leben in Krisenzeiten, Alternativlosigkeiten und Wachstumszwängen und da scheint das Ideal, jede Stimme habe den gleichen Wert, scheinbar marginal. Statt mehr Zusammenhalt und mehr Beteiligung nehmen wir eine zunehmende Individualisierung, die Erosion des sozialen Zusammenhalts und den Vertrauensverlust in das Funktionieren unserer repräsentativen Demokratie wahr. Der Zweifel an den Institutionen der Demokratie wächst. Immer mehr Menschen stellen sich die Frage, ob diese überhaupt noch demokratisch sind, den Willen des „Volkes“ repräsentieren oder ob sie von großen Lobbyverbänden und den Märkten politische Entscheidungen diktiert bekommen. Die Macht schwindet in einen kleinen Kreis …