Alle Artikel mit dem Schlagwort: rassismus

Institutionalisierten Rassimus und staatliche Repression bekämpfen!

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Schon vor 14 Jahren erklärte George W. Bush Racial Profiling zum Problem, das bekämpft werden müsse. Barack Obama als erster schwarzer Präsident der USA stand später als Symbol für die Zukunft einer postrassistischen Gesellschaft.(1) Doch die Tötungen von Michael Brown (9. August 2014) und Eric Garner (17. Juli 2014) stehen für das genaue Gegenteil dieser Vision. Sie repräsentieren die reale, aktuelle Situation der USA, in denen insitutioneller Rassismus herrscht und Polizeigewalt auf der Tagesordnung steht. Eric Garner (2) und Michael Brown (3) wurden von weißen Polizisten getötet, obwohl von ihnen keine Bedrohungen ausgingen und sie unbewaffnet waren. In beiden Fällen blieben die Polizisten unbestraft, obwohl insbesondere bei Eric Garner ein Verschulden des Beamten offensichtlich ist: Garner wurde durch einen völlig unverhältnismäßig eingesetzten Würgegriff die Luft abgeschnürrt, er sagte „I can’t breathe“, der Beamte würgte weiter, Eric Garner starb. (Das folgende Video enthält möglicherweise schockierende Inhalte. Eric Garner ist zu sehen ab Minute 1:04.) Ein psychisch labiler Schwarzer ging unter dem Druck des allgegenwärtigen Rassismus und der ständigen Angst, von gewalttätigen Polizeibeamt*innen verletzt oder sogar getötet …

"Do They Know It’s Christmas?"

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Schon wieder ein Jahr rum. Überall glitzert, leuchtet, blinkt und duftet es. Kein Wunder, dass da bei vielen „christliche“ Gefühle der Nächstenliebe aufkommen, da darf die obligatorsche vorweihnachtliche Spende – am besten „für Afrika“ – natürlich nicht fehlen. Band Aid ist ein Projekt, das 1984 unter anderem von Bob Geldof gestartet wurde und verschiedene Promis mit ins Boot holte, um musikalisch irgendwas „für Afrika“ zu tun. Zum 30. Jubiläum des 1984 veröffentlichen Songs „Do they know it’s Christmas?“ wurde dieses Jahr ein neuer Song im Rhamen von Band Aid veröffentlicht, und zwar gegen Ebola. Erstmals gab es dieses Jahr neben der englischsprachigen auch eine deutsche Version von Band Aid 30, welches vom Sänger und Songwriter der Toten Hosen Campino mitproduziert wurde. Beide Songs dienen als Beispiel dafür, wie Charity eben nicht laufen sollte. Vermutlich hätte das Lied von Band Aid 30 Deutschland ohne die scharfe Kritik auch deutlich weniger Aufmerksamkeit bekommen. Bei der Suche im Netz weht einem als erstes der riesige Shitstorm entgegen und Campinos Ausraster darüber im Radio ist fast bekannter als das …

Politcal (In)Correctness & die Unterhaltungsmedien

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„Jede Minderheit hat ein Recht auf Diskriminierung!“ – Mit diesen Worten beschreibt Serdar Somuncu, der sich selbst in einem seiner Bühnen-Programme in gewohnt derber Manier „der Hassprediger“ nannte, wie er politische Diskurse ins Rollen bringt und für Streit mit aufklärerischer Wirkung zu sorgen versucht. Doch was bewirken Kabarett, Comedy, Musik und andere Formen der Unterhaltung, die die Normen der Political Correctness bewusst überschreiten, die gezielt mit Diskriminierung spielen, und die nicht bloß über einzelne Politiker*innen herziehen, sondern ohnehin schon stigmatisierte und diskriminierte gesellschaftliche Gruppen verhöhnen? Es ist auf den ersten Blick schwer vorstellbar, dass das aufklärerische Ideal, Menschen zu mehr Selbstreflexion, Toleranz und Offenheit zu motivieren, tatsächlich verwirklicht wird, auch wenn Menschen wie Serdar das mit ihrer Kunst verfolgen mögen. Kürzlich ist im SPUNK ein Beitrag zu Political Correctness erschienen, der sich ziemlich rigoros gegen jegliche Form des politisch inkorrekten Regelbruchs stellt. Wenn man ihren Beitrag liest, ist es schwer vorstellbar, dass Regelbrüche, wie sie Menschen wie Serdar Somuncu quasi beruflich begehen, einen positiven Effekt haben können. Serdar, der u.a. in Schulen aus Hitlers „Mein …

Abschiebehaft

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„In einem Rechtsstaat wie Deutschland kommt man nur ins Gefängnis, wenn man eine Straftat begangen hat.“ Viele würden diese Aussage bejahen. Leider gilt dieses Prinzip für eine Gruppe Menschen nicht: für Flüchtlinge. Flüchtlinge, die abgeschoben werden sollen, kommen hierzulande hinter Gitter – bis zu eineinhalb Jahre. Warum, möchte man sich fragen. Die Antwort ist so banal wie traurig: Damit sie leichter abgeschoben werden können. Keiner dieser Menschen, die in der sogenannten Abschiebehaft sitzen, hat eine Straftat begangen. Trotzdem sperrt man sie ein. Damit stellt man die Erleichterung eines Verwaltungsaktes, der Abschiebung, über die Grund- und Menschenrechte, nämlich das Recht auf Freiheit. In der Regel dauert die Abschiebehaft zwischen ein und vier Monaten – und zwar solange, wie es dauert, um den Flüchtlingen Passpapiere zu besorgen. Für manche Menschen sind es aber auch Monate. Warum die Haft überhaupt so lange dauern darf, ist unerklärlich. In Frankreich beispielsweise sind maximal 30 Tage erlaubt. Erschreckende Haftbedingungen und Hungerstreiks Abschiebehaft heißt Verzweiflung, Hungerstreiks, Arrestzellen, die Isolationshaft gleichen, Ruhigstellen mit Psychopharmaka statt psychologischer Betreuung, unzureichende medizinischer Versorgung und nicht selten …