Europa, Ökologie
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Ungehorsam Geschichte schreiben

Ende Gelände 2016 - von Ende Gelände - CC BY-NC 2.0

Für die Klimagerechtigkeit im August Kohleinfrastruktur im Rheinland blockieren – Artikel der Presse-AG von Ende Gelände.

Wenn Ende August tausende Menschen die monströse Kohlemaschinerie im Rheinland vorübergehend zum Stillstand bringen, dann wird auch die GRÜNE JUGEND wieder dabei sein. Es ist wichtig, dass gerade wir junge Menschen ein Zeichen setzen gegen die Zerstörung von Lebensgrundlagen. Die Bagger in den Braunkohle-Tagebauen, die Schienen und die Kraftwerke sind Punkte, an denen die globale Ungerechtigkeit greifbar wird. In Deutschland, wo weltweit die meiste Braunkohle gefördert wird, ist es höchste Zeit, diese vor-moderne Form der Energiegewinnung zu beenden.

Gesicht zeigen für die Weltrettung!
Ich bin im Jahr 2015 selber von der Polizei im Tagebau Garzweiler gekesselt worden. Auch wenn ich solidarisch mit den vielen bin, die keine Personalausweise dabeihaben wollten, hatte ich meinen mit. Denn für diesen Protest stehe ich aus voller Überzeugung. Die wissenschaftlichen Fakten sind klar: Weil wir Strom aus Braunkohle bekommen, sterben Menschen: In den Fluten von Bangladesch, in den Dürren der Sahel-Zone oder an Asthma im Ruhrgebiet. Dagegen lohnt es sich, Gesicht zu zeigen!

Und wir hatten uns auch rechtlich wenig vorzuwerfen: Der Protest ist nach unserer Überzeugung von Artikel acht des Grundgesetzes gedeckt. Es wurde kein Hausfriedensbruch begangen, weil das Tagebaugelände nicht abgesperrt war. Wir haben keine Polizist*innen angegriffen und blieben ruhig – selbst dann, als uns die Fahrzeuge der RWE-Security fast angefahren haben. Wir waren friedlich!

Mit Seifenblasen gegen Knüppel
Trotzdem wurden Aktivist*innen 2015 mit Pfefferspray angegangen und verprügelt, auch Journalist*innen wurden von der Berichterstattung abgehalten. Die Polizeigewalt hatte sogar ein parlamentarisches Nachspiel. 2017 sind wir wieder in NRW – jetzt sogar unter einer CDU-FDP Koalition – und es ist wieder von Polizeigewalt auszugehen. Es ist sogar eine völlig ungerechtfertigte und unsinnige Demonstrationsverbotszone um die Tagebaue im Gespräch. Umso wichtiger, dass wir einen kühlen Kopf bewahren. Wie bei den Ende-Gelände-Aktionen im letzten Jahr in der Lausitz und 2015 in NRW wird auch diesmal das Handeln der Demonstrant*innen besonnen aber entschlossen sein.

Auch wenn viele von uns (ich auch) eine „Unterlassungserklärung“ unterschrieben haben und versprachen, nie wieder RWE-Gelände zu betreten: Wir waren im Recht! Lediglich die horrenden Prozesskosten haben viele davon abgehalten, den weiteren Klageweg zu bestreiten. Es ist richtig, dass die GRÜNE JUGEND die Kampagne „untenlassen“ mitträgt, welche „Unterlassungs-Betroffene“ unterstützt und RWE auffordert, die Kohle im Boden zu lassen. Wie bei dieser Kampagne sollte Repression und Strafverfolgung nie unser einziges Thema sein. Natürlich wehren wir uns dagegen, solidarisch und kreativ. Aber was wir zuerst wollen, ist, dass die Kohle unten bleibt und dem Klimawandel Einhalt geboten wird.

Klimagerechtigkeits-Proteste von ihrer bunten Seite zeigen!
Krawalle wie am Rande der G20-Proteste haben das nochmal gezeigt. Das Ziel ist nicht, sich mit der Polizei anzulegen und dann nur noch darüber zu sprechen. Aber globale Ungerechtigkeiten – und bei Ende Gelände geht es um globale Klimagerechtigkeit – dürfen auch mit Sitzblockaden angeprangert werden. Reden und Forderungen alleine reichen nicht. Und uns läuft die Zeit davon bevor das Klima kippt. Es ist schlicht ungerecht, wenn friedliche Blockaden durch einige wenige diskreditiert werden! Für die Klimagerechtigkeit und gegen den Kohle-Wahnsinn setzen wir deshalb ein buntes – und auch grünes – Zeichen!

Wir stehen auf der richtigen Seite der Geschichte
Jedes einzelne Kohlekraftwerk ist schon heute verzichtbar. Den kompletten Kohleausstieg können wir in wenigen Jahren schaffen, wenn neben dem Ausbau der Erneuerbaren Energien, von Netzen und Speichern unser Protest weiterhin laut bleibt. Denn von alleine gehen die fossilen Kraftwerke nicht vom Netz. Jeder Fortschritt muss erkämpft werden. Vom 24. bis 29. August können wir im Rheinland gemeinsam ein weiteres Stück Geschichte schreiben: Für den Kohleausstieg in Deutschland und für Klimagerechtigkeit weltweit. Seid friedlich, mutig und entschlossen! Lasst euch nicht einschüchtern und nicht aufhalten!

buero.koessler@gruene-fraktion-berlin.de'
buero.koessler@gruene-fraktion-berlin.de'

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