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Wenn die Arbeit zur Sucht wird

Photo by Rayi Christian Wicaksono on Unsplash

Unsere Gesellschaft lebt in einem Jahrhundert, in dem alles immer schneller geht und in dem gleichzeitig immer mehr Erwartungen auf jedem Einzelnen ruhen. Der Leistungsdruck ist in allen Bereichen vorhanden und fängtbereits im jungen Alter an. Schon Grundschüler*innen werden dem Leistungsdruck ausgesetzt. Aber auch Erwachsene sind immer wieder großem Druck ausgesetzt – die Anforderungen an den*die Einzelne steigen immer mehr. Dies kann nicht zuletzt zu einem Burnout führen, denn Burnouts sind häufig eine Folge von Arbeitssucht.

Doch was ist Arbeitssucht eigentlich?

Arbeitssucht (auch Workaholismus genannt) bedeutet, dass Betroffene einen überdurchschnittlichen Arbeitseinsatz bringen und ihr Verhalten zwanghafte bzw. suchthafte Züge hat. Das Denken und Verhalten ist bei der Arbeitssucht auch in der Freizeit ausschließlich auf die Arbeit gerichtet. Man definiert sich über seine Arbeit und die Leistung die man erbringt.

Woran kann man Arbeitssucht erkennen?

Es kann sehr schwer sein, eine Arbeitssucht zu erkennen. Die Grenzen sind hier sehr fließend. Bei Menschen die von Arbeitssucht betroffen sind, steht die Arbeit an allererster Stelle und nimmt so ein starkes Gewicht im Leben der betroffenen Person ein. Betroffene zeigen ein besonders starkes Verlangen nach Arbeit, Leistung und Erfolg. Sie definieren ihren Selbstwert über ihre Arbeit und die Leistung, die sie erbringen. Außerdem leiten sie ihre Daseinsberechtigung über ihr Engagement im Job ab. Arbeitssucht betrifft Frauen, FIT Menschenund Männer gleichermaßen. 13% der berufstätigen Bevölkerung gilt als gefährdet. Ein freier Tag ohne Arbeit wird für arbeitssüchtige Menschen schnell zur Horrorvorstellung.

Was sind die Folgen von Arbeitssucht?

Arbeitssucht hat zur Folge, dass Freizeit, Familie, Partnerschaft und die eigene Gesundheit vernachlässigt werden. Dies führt zum Verlust von sozialen Kontakten, zu Einsamkeit und Isoliertheit; Erholungsphasen gibt es kaum. Bedürfnisse werden vernachlässigt und Arbeit wird zum maßgeblichen Lebensinhalt, was für Betroffene enorm gefährlich werden kann – süchtige können sich buchstäblich totarbeiten. Folgen können dann zum Beispiel Schlafstörungen, Stresssymptome, Erschöpfung, Depressionen und Burnout sein. Psychische – wie physische Gesundheit leiden sehr unter der Sucht. Es kann außerdem zu einem Gefühl der Überforderung sowie zu dem Eindruck kommen, den Anforderungen nicht mehr gewachsen zu sein. Besonders dadurch, dass man im Übermaß und mit zu wenigen Erholungsphasen arbeitet, werden Leistungsfähigkeit und Konzentration immer geringer.

Was kann man bei Arbeitssucht tun?

Der erste und wichtigste Schritt aus der Arbeitssucht ist die Einsicht. Doch gerade dieser Schritt ist für die Betroffenen oft sehr schwer. Einsicht eröffnet den ersten Weg zur Veränderung. Hierbei kann Verschiedenes helfen, so etwa eine Bewusstseinsschaffung dafür, wie viel man tatsächlich arbeitet. Man sollte dann, im nächsten Schritt, in jedem Fall die Arbeit reduzieren, auch wenn dies am Anfang  sehr schwer sein kann. Außerdem hilft es, eine Auszeit zu nehmen um Platz für Neues zu schaffen. Auch das regelmäßige Gespräch mit Anderen kann den Weg gegen die Sucht begleiten – sei es im privaten Rahmen, oder unterstützt von professioneller Hilfe.

 

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