Netzpolitik
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Wie funktioniert das Internet eigentlich?

Bevor wir klären könne, wie das Internet funktioniert, müssen wir erst einmal klären, was das Internet überhaupt ist. Mir ist aufgefallen, dass das gar nicht so einfach und eindeutig ist – und vielen gar nicht klar ist, was alles zum Internet gehört.

Internet – das ist doch das World Wide Web?! Also das, was ich im Browser sehe, wenn ich durch das Internet surfe – G oogle, YouTube, soziale Netzwerke, Newsseiten, . . . . Nein, nicht ganz. Das World Wide Web ist tatsächlich nur ein Teil des Internets. E-Mails gehören z.B. auch zum Internet. Zwar können die auch über den Browser verwendet werden, aber das ist nicht zwingend notwendig. Man denke heutzutage mal an Smartphones und den verfügbaren E-Mail-Apps. Aber auch Internet-Telefonie ggf. mit Videoübertragung (z.B. Skype) ist ein weiterer Teil des Internets. Genauso wie Chats, Fernsehen, Radio auch über das Internet erreichbar sind. “Clouds” (wie Dropbox & Co.) gehören auch zum Internet. Wir haben jetzt schon eine ganze Menge gesammelt, die alle zum Internet gehören, aber immer noch keine griffige Definition. Wenn wir uns die genannten Punkte genauer angucken, werden wir feststellen, dass das alles Möglichkeiten (Dienste) sind, das Internet zu nutzen, aber keines davon das Internet ist.

Also was ist denn jetzt endlich das Internet? Nehmen wir dazu das Wort Internet auseinander. Es besteht aus inter und net. Inter steht für zwischen und net für Netzwerk. Das Internet ist zwischen den weltweiten Netzwerken und verbindet diese. Netzwerke von öffentlichen Einrichtungen, Unternehmen und die Privatpersonen über ihre ISP (Internet Service Provider, bieten den “Internetanschluss” an über deren Netzwerk; z.B: Telekom, Kabel Deutschland, Vodafone o.ä.).

Das Internet ist ein globaler, heterogener, dezentral organisierter Verbund aus Rechnernetzwerken.

Um all die oben genannten Möglichkeiten des Internets nutzen zu können, müssen die Netzwerke nicht nur miteinander verbunden sein, sondern miteinander kommunizieren können! Dies geschieht über das Internet-Protocol (IP). Die Daten werden in kleine Pakete (Gesamtgröße ~65kB) gepackt und dann versendet. Um Internetseiten wie zeit.de aufzurufen, müssen mind. 18 Pakete versendet werden – bei jedem einzelnen Seitenaufruf.

Wie läuft so ein Seitenaufruf denn im Detail ab? Woher weiß das “Internet”, dass ich die Pakete angefordert habe und nicht mein Nachbar?

Jeder, wirklich jeder, Internetteilnehmer hat eine IP-Adresse. Die kann mit einer Telefonnummer vergleichen. Privatpersonen haben in der Regel eine sogenannte dynamische IP-Adresse, das bedeutet, dass man von seinem ISP eine IP-Adresse zugeordnet wird. Nach einer Zeit (meistens einen Tag), oder einem Neustart, muss sich der Router neu verbinden und bekommt eine neue IP-Adresse zugeordnet. Die ISP gehen davon aus, dass nicht alle Kunden gleichzeitig online sind und benötigen so weniger IP-Adressen als Kunden. Gegenwärtig werden die IP-Adressen aber knapp, weil immer mehr Geräte eines einzelnen Kunden gleichzeitg online gehen (Computer, Tablet und Smartphone). Die Einführung von längeren IP-Adressen durch eine neue Version des Internet-Protocols (IPv6) hat aber zur Folge, dass die Anzahl der IP-Adressen erheblich steigt, von ca. 4. Milliarden (2ˆ32) auf 340 Sextillionen (2ˆ128, 38 Nullen!). Nun könnte jedes Gerät eine eigene, statische (d.h. permanent zugewiesene) IP-Adresse bekommen. Dadurch würde die Anonymität des Kunden verloren gehen!

Die einzelnen IP-Pakete werden über die IP-Adressen geschickt. Schicken wir ein IP-Paket an zeit.de, in dem steht, dass wir die Startseite haben wollen, schickt der Server von zeit.de die Pakete an unsere IP-Adresse. zeit.de ist aber keine IP-Adresse! Wie kann ich also mit zeit.de kommunizieren ohne deren IP-Adresse zu kennen? Die Antwort lautet Domain Name System (DNS). DNS kann man mit einem riesigen Telefonbuch vergleichen, in dem für jede Domain IP-Adressen hinterlegt sind. Wenn ihr also zeit.de im Webbrowser eingibt, fragt der erst einen DNS-Server nach der IP-Adresse. Für google.de ist eine IP-Adresse 74.125.228.31.

Ihr könnt diese in euren Webbrowser direkt eingeben und ihr seht dann die Google-Suche.

Das Internet ist ein Verbund von Rechnernetzwerken, die über das Internet Protocol kommunizieren. Die Daten werden in kleinen Paketen versendet und über IP-Adressen addressiert, die jedem Teilnehmer zugewiesen wird.

Seit dem 1. Februar 2014 ist der SPUNK das Online-Magazin des Bundesverbandes der GRÜNEN JUGEND.

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